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Krebspatienten haben das Recht, die Zweitmeinung einer Expertin einzuholen (Symbolbild).

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Krebspatienten dürfen sich Zweitmeinung einholen

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Nach einer Krebsdiagnose sind viele Entscheidungen zu treffen. Häufig kann es sinnvoll sein, noch eine weitere Expertenmeinung zu Rate zu ziehen.

Die Entscheidungen, die Patienten nach einer Krebsdiagnose treffen müssen, sind weitreichend: Lasse ich mich operieren –und wenn ja, in welchem Krankenhaus bin ich am besten aufgehoben? Wie groß sind die Heilungschancen? Helfen mir eine Strahlen- oder Chemotherapie? Welche Nebenwirkungen sind zu befürchten? Und was ich mit den neuen Behandlungen wie der Immuntherapie – komme ich für die in Frage?

In einem solchen Fall kann es sinnvoll sein, nicht nur einen Arzt zu konsultieren, sondern sich auch noch anzuhören, was andere Experten dazu zu sagen haben. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums weist darauf hin, dass „angesichts einer schweren Erkrankung und vor anstehenden Entscheidungen oder Eingriffen mit weitreichenden Konsequenzen“ jeder Krebspatient das Recht habe, „eine zweite ärztliche Meinung in einer qualifizierten Einrichtung“ einzuholen. Entsprechend würden die Kosten in der Regel auch von den gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet, eine Rücksprache im Vorfeld sei aber dennoch zu empfehlen. Einige gesetzliche und private Kassen haben zum besondere Angebote für das Einholen einer Zweitmeinung von Experten.

Laut einer schriftlichen Befragung der Bertelsmann-Stiftung und der Barmer GEK von 1598 Frauen und Männern bleibt die Zweitmeinung oft nicht folgenlos: Drei von vier Befragten ändern demnach nach dem Erhalt einer zweiten ärztlichen Meinung ihre Entscheidung. Die Befragung zeigte auch, dass Patienten vor allem in Bezug auf die Krebsbehandlung eine Zweitmeinung wünschen. Dafür gebe es viele Motive, sagt Susanne Weg-Remers, Leiterin des Deutschen Krebsinformationsdienstes.

Dazu zählten „der Wunsch nach Bestätigung oder auch Zweifel im Hinblick auf eine Arztempfehlung, ein schwieriges Verhältnis zwischen Patient und behandelndem Arzt, widersprüchliche Expertenmeinungen oder Fragen zum Stellenwert alternativer Behandlungsverfahren“.

Um sich eine zweite Meinung einzuholen, reicht es nicht, sei in der Regel eine persönliche Vorstellung notwendig, erklärt Susanne Weg-Remers, „da sonst viele ärztliche Empfehlungen nur unter Vorbehalt gegeben werden können“. Denn in der Ärztlichen Berufsordnung für Deutschland heißt es ausdrücklich, dass die individuelle ärztliche Beratung nicht ausschließlich über Print- und Kommunikationsmedien geleistet werden dürfe.

Der Krebsinformationsdienst selbst erstellt keine Zweitmeinung. Wohl aber beraten die Mitarbeiter, wie Patienten beim Einholen einer zweiten Meinung vorgehen müssen, und sie helfen auch bei der Suche nach qualifizierten Ansprechpartnern.

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