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Krebs-Studie: Forschende entwickeln Therapieansatz für unheilbaren Blutkrebs

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Von: Jana Ballweber

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Eine Pipette tropft eine klare Flüssigkeit in eine Petrischale.
Mit ihren Forschungsergebnissen sucht das Team jetzt nach wirksamen Medikamenten. © IMAGO/Andrew Brookes

Eine Blutkrebs-Diagnose gilt für Erkrankte mit besonders aggressiven Varianten oft als baldiges Todesurteil. Doch eine neue Studie macht Hoffnung.

München – Eine Blutkrebsdiagnose ist ein tiefer Einschnitt in das Leben der Betroffenen. Manche Varianten der Krankheit sind heutzutage recht gut behandelbar, doch wenn die Diagnose Multiples Myelom lautet, sinkt die mittlere Überlebenszeit der erkrankten Menschen auf etwa fünf Jahre, schreibt ein Forschungsteam der TU München in einer Pressemitteilung zu einer aktuellen Krebs-Studie.

Multiples Myelom
KennzeichenErkrankung der Plasmazellen
Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschlandrund 7000
mittlere Überlebenszeitnicht heilbar, mittlere Überlebenszeit etwa fünf Jahre

Denn das Multiple Myelom ist bisher nicht heilbar. Bei dieser Variante des Blutkrebs spielen die Plasmazellen im Blut verrückt. In einem gesunden Körper helfen diese Zellen bei der Bekämpfung von Infektionen. Sie können Antikörper bilden, die Krankheitserreger erkennen und angreifen. Doch wenn Patient:innen an Multiplem Myelom erkrankt sind, werden die gesunden Plasmazellen von den kranken verdrängt. Mit fatalen Folgen.

Krebs-Studie: Forschende wollen Blutkrebs-Erkrankung schon vor Entstehung stoppen

Denn zusätzlich zur schwächeren Immunantwort auf eigentlich harmlose Infektionen könne sich die Erkrankung dann auch zu einer offenen Krebserkrankung entwickeln, schreiben die Münchener Forschenden. Wer nur an der Vorstufe erkrankt ist, merkt davon häufig noch gar nichts und fühlt sich bei bester Gesundheit. Doch mit jedem Jahr steigt die Wahrscheinlichkeit um ein Prozent, dass die Patient:innen Krebs entwickeln. Und der lässt sich nur sehr schwer behandeln und bislang nicht vollständig heilen.

Das Forschungsteam der TU München untersuchte in seiner Studie, wie es zur Entartung der Plasmazellen kommt. Das Ziel der Forschenden, die ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift The EMBO Journal veröffentlichten, war es, den Übergang von der Vorstufe in eine Krebserkrankung zu verhindern. Erst wenn man diesen Prozess genau verstanden habe, könne man daraus Ansätze für die Entwicklung von Medikamenten ziehen, sagte Florian Bassermann, Professor an der TU München und Arzt am Klinikum rechts der Isar in München in der Pressemitteilung.

Krebs-Forschende suchen Medikament gegen aggressive Blutkrebs-Variante

Die Suche nach einem Medikament soll jetzt auch der nächste Schritt des Forschungsteams sein. Sie haben ein Enzym gefunden, das für den Abbau von Proteinen zuständig ist, die mit der Krebserkrankung in Verbindung gebracht werden. Können sie dieses Enzym mit einem Medikament gezielt abschalten, könnte das die Krebserkrankung schon vor dem Entstehen aufhalten.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 7000 Menschen an einem Multiplen Myelom, etwas mehr Männer als Frauen, schreibt das Forschungsteam um Bassermann. Es ist damit die zweithäufigste Blutkrebserkrankung. Blutkrebs-Anzeichen sind beispielsweise Knochenschmerzen, Abgeschlagenheit und Benommenheit, außerdem häufige Infektionen, Gewichtsabnahme, Schwäche und Nierenprobleme.

Auf dem Feld der Krebsforschung ist in den letzten Jahren viel los gewesen. Immer mehr innovative Behandlungsmethoden machen Hoffnung auf bessere Therapiemöglichkeiten und ein längeres Leben. Im September 2022 machte ein neuartiger Bluttest Hoffnung auf eine bessere Früherkennung von Krebs. (Jana Ballweber)

Hinweis der Redaktion

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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