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Prostatakrebs: Diese Risikofaktoren sollten Sie kennen

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Von: Vivian Werg

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Mehr als 62.000 Männer in Deutschland erhalten jährlich die Diagnose Prostatakrebs. Ein Überblick über die bekannten Risikofaktoren.

Frankfurt – Bei Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse (Prostata) des Mannes. Pro Jahr werden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bundesweit etwa 62.000 Neuerkrankungen diagnostiziert.

Über die Krebsentstehung und Prostatakrebs-Ursachen wurde in den letzten Jahrzehnten intensiv geforscht. Die Ursachen für die Krebserkrankung sind weitgehend unklar. Die bekannten Risikofaktoren lassen sich laut Deutschen Krebsforschungszentrum nur wenig beeinflussen. Jedoch sind bestimmte Faktoren bekannt, die das Risiko für den Krebs in der Prostata erhöhen:

Pro Jahr werden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bundesweit etwa 62 000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Die Ursachen von Prostatakrebs sind bisher noch weitgehend unbekannt
Bei Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse (Prostata) des Mannes. © Axel Heimken/ dpa

Prostatakrebs: Risikofaktoren, die Sie beeinflussen können

Wissenschaftler:innen identifizieren weitere Risikofaktoren, die im Gegensatz zu Alter und Genetik beeinflussbar sind.

Laut einer italienischen Studie sollen Männer, die schon mal sexuell übertragbare Infektionen hatten (STI), besonders gefährdet sein, später ein Prostatakarzinom zu entwickeln. Demnach erhöht eine Gonorrhoe (auch Tripper genannt) das Prostatakrebsrisiko um knapp 50 Prozent.

Auch Syphilis soll der Studie zufolge einen gewissen Einfluss auf die Krebsentwicklung haben. Forscher:innen gehen davon aus, dass STIs allgemein das Prostatakrebsrisiko erhöhen. Ursache könnten die entzündlichen Prozesse in der Prostata sein, die bei einer STI auftreten können. Präventionen wie Safer Sex können eine Ansteckung vermeiden und somit das Risiko für Prostatakrebs senken.

Risikofaktoren für Prostatakrebs: Welche Rolle Schlafstörungen spielen können

Einschlaf- sowie Durchschlafstörungen beeinflussen die Gesundheit negativ. Neu ist die Erkenntnis, dass mit Insomnie auch das Risiko für Prostatakrebs steigt – und zwar um zehn Prozent. Zu diesem Ergebnis kam eine britische Studie, die in der Fachzeitschrift The Prostate veröffentlicht wurde.

Analysiert wurden die Schlafgewohnheiten von mehr als 200.000 Männern mit einer Nachbeobachtungszeit von zehn Jahren. Schlafprobleme lassen sich laut Gesundheitsinformation.de oft gut mit Maßnahmen wie Schlafhygiene oder Entspannungsübungen beeinflussen. Laut Studie soll ein Mittagsschlaf das Risiko um rund neun Prozent verringern.

Prostatakrebs vorbeugen: Milch und Milchprodukte als Risikofaktoren?

Das lange Zeit als Gesundheitstrank gepriesene Lebensmittel Milch soll in größeren Mengen gar nicht so gut sein. Das haben mehrere Studien der letzten Jahre bereits erwiesen. Milch und Milchprodukte können das Risiko für manche Krebsarten erhöhen, wie Brustkrebs, aber auch Prostatakrebs – wie eine im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie zeigt.

Demnach soll das Risiko für Prostatakrebs schon mit zwei Tassen Milch um 25 Prozent steigen. Mehrere Stoffe in Milch und Milchprodukten könnten dafür verantwortlich sein. Wie beispielsweise bestimmte Hormone. Viele Formen von Prostatakrebs reagieren auf Hormone. Aber: Laut Studie stellt der tägliche Genuss von Milch, Käse und Joghurt keinen Risikofaktor dar, wenn es in Maßen konsumiert wird.

Prostatakrebs: Rauchen erhöht Sterberisiko

Beim Rauchen wird der Körper bekanntlich mit jeder Menge krebserregender Substanzen überflutet. Dabei kommen diese neben Lunge auch mit der Prostata in Berührung. Eine neue Studie beweist, wie gefährlich Rauchen für Männer mit Prostatakrebs tatsächlich ist. Die im Journal der European Association of Urology veröffentlichte Studie zeigte, dass erkrankte Raucher ein um 20 Prozent höheres Risiko hatten, an der Krebserkrankung zu sterben als Nichtraucher. Je länger und je mehr geraucht wurde, desto größer war die Sterberate. Besonders ausgeprägt war dieser Zusammenhang bei Krebspatienten, die neben dem Rauchen auch übergewichtig waren.

Auch Bewegungsmangel gehört zu den Risikofaktoren bei Prostatakrebs. Zahlreiche epidemiologische Studien zeigen, dass körperliche Aktivität Einfluss auf das Krebsrisiko für Darm-, Brust-, Gebärmutter-, Lungen-, Prostata- und Bauchspeicheldrüsenkrebs hat. So beeinflusse die körperliche Inaktivität unter anderem die Hormonbildung und fördere stumme Entzündungen. Wie die im Bundesgesundheitsblatt veröffentlichte Studie zeigt, könnte eine regelmäßige, körperliche Bewegung das Prostatakrebsrisiko um zehn bis 20 Prozent senken. Der Effekt sei umso größer, je intensiver Sport getrieben wird. Als Mindestmaß empfiehlt die WHO zweieinhalb Stunden pro Woche.

Prostatakrebs: Früherkennung und Diagnose

Wie für fast alle Krebsarten gilt auch für den Prostatakrebs, dass die Heilungschancen umso größer sind, je früher er erkannt wird. Im Frühstadium diagnostiziert, ist Prostatakrebs durchaus heilbar. Die Krebsart kann unterschiedlich verlaufen. Prostatatumore wachsen meist ohne Symptome. Daher mahnen Ärzt:innen zu Vorsorgeuntersuchungen. Wie die Deutsche Krebshilfe informiert, bezahlen gesetzliche Krankenkassen die Prostatakrebs-Früherkennungsuntersuchungen für Männer über 45 Jahren. (Vivian Werg)

Hinweis der Redaktion

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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