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Krebs-Metastasen unterdrücken: Forschenden gelingt Durchbruch

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Von: Helena Gries

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Lungenmetastasen, sichtbar gemacht durch Brust-CT-Scan.
Bei der Bildung von Krebs-Metastasen schwinden die Überlebenschancen für Betroffene. Forschende haben jetzt einen Stoff entdeckt, der die Bildung von Metastasen unterdrücken könnte. (Symbolbild) © Imago

Metastasen mindern die Überlebenschancen für Krebs-Erkrankte. Forschenden ist es gelungen, einen Stoff zu finden, der die Metastasen-Bildung verhindert.

Frankfurt – Fast eine halbe Million Menschen erkranken jährlich in Deutschland an Krebs. Im Jahr 2019 wurde bei 502.655 Menschen in Deutschland eine Krebserkrankung diagnostiziert. Betroffen waren laut Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) des Robert Koch-Instituts (RKI) 234.925 Frauen und 267.730 Männer. Mit mehr als 230.000 Todesfällen pro Jahr nehmen Krebserkrankungen nach den Herz-Kreislaufkrankheiten den zweiten Platz in der Rangfolge der Todesursachen ein, berichtet das Bundesgesundheitsministerium.

Die Entstehung der Krankheit ist bis heute nicht bis in alle Einzelheiten geklärt und oftmals bemerken Betroffene erst spät von der Krebs-Erkrankung. Die Heilungschancen hängen schließlich von der Krebsart und dem -stadium ab. Bei der Bildung von Metastasen können sich die Heilungschancen in vielen Fällen verschlechtern. Die vollständige Entfernung eines Tumors gilt daher als wichtigster Schritt in der Behandlung. Bei zahlreichen Patientinnen und Patienten bilden sich jedoch Metastasen erst, nachdem der Krebs-Tumor entfernt worden ist.

Krebs-Metastasen: Forschende untersuchen Botenstoff in menschlicher Blutbahn

Forschende beobachten dieses Phänomen schon länger. Sie gehen davon aus, dass der Primärtumor das Wachstum von Metastasen unterdrückt. Bestimmte Botenstoffe sollen dabei eine Rolle spielen. Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Medizinischen Fakultät Mannheim sind der Entschlüsselung dieses Phänomens ein Stück nähergekommen, indem sie in einer Studie den Botenstoff Angiopoietin-like 4 (ANGPLT4) näher untersucht haben.

Krebs
Krebserkrankungen 2019 in Deutschland502.655
Todesfälle pro Jahrmehr als 230.000
betroffene Männer267.730
betroffene Frauen234.925

Gegenüber Focus online erklärte Hellmut Augustin, einer der federführenden Autoren der Studie, dass in diesem Botenstoff zum einen krebsfördernde Eigenschaften nachgewiesen worden seien und zum anderen zeigte sich, dass der Stoff das Wachstum von Metastasen hemmt.

Meilenstein in Krebs-Forschung: Forschende bleiben zurückhalten

In der menschlichen Blutbahn kommt der Botenstoff in zwei Fragmente aufgespalten vor. In einem davon seien nach Angaben des Wissenschaftlers antitumorale Eigenschaften vorhanden. Bei Menschen mit schwarzem Hautkrebs, einem sogenannten Melanom, konnten die Forschenden beobachten, dass dieses Fragment schützend wirkt und Metastasen in Schach hält.

Das Team der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat zudem Mäuse mit Tumoren mit dem Botenstoff-Fragment behandelt. Es zeigte sich, dass sich weniger Metastasen bildeten und die Tiere länger überlebten als ihre unbehandelten Artgenossen. Auch wenn die Entdeckung als Meilenstein in der Krebsforschung bezeichnet werden kann, bleiben die Forschenden zurückhaltend. Denn bevor aus der Substanz ein Medikament entwickelt werden kann, bedarf es zahlreicher weiterer Studien. (hg)

Hinweis der Redaktion: Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

Ein neues Krebs-Medikament könnte die Therapie des Lungenkarzinoms erleichtern. In den USA ist das Mittel bereits zugelassen.

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