1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Gesundheit

Krebs-Erkrankung: Warum Männer häufiger betroffen sind

Erstellt:

Von: Kilian Bäuml

Kommentare

Auch Nichtraucherinnen und Nichtraucher können an Lungenkrebs erkranken. Eine Studie untersuchte nun die Gründe dafür. (Symbolfoto)
Eine Studie untersucht, warum Männer häufiger an Krebs erkranken, als Frauen. (Symbolfoto) ©  Science Photo Library/Imago

Eine aktuelle Studie hat herausgefunden, dass Männer für manche Krebserkrankungen sogar ein zehnmal höheres Risiko haben, als Frauen.

Frankfurt – Eine Studie aus den USA liefert neue Erkenntnisse in der Krebsforschung. Das Team um die Forscherin Sarah Jackson hat herausgefunden, dass Männer deutlich häufiger an Krebs erkranken als Frauen. Teilweise liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Krebserkrankung mehr als zehnmal höher.

Das Ärzteblatt berichtet mit Blick auf das US-Krebsregister SEER, dass Männer insgesamt zu 20,4 Prozent häufiger an Krebs erkranken. Bei manchen Krebsarten ist das Verhältnis von Männern und Frauen sogar zwei zu eins. Aber woher kommt diese enorme Diskrepanz bei Krebserkrankungen und was sind die Ursachen?

Krebs bei Männern: Diese Zahlen liefert die neue Studie

In der Langzeitstudie des National Cancer Institus wurden Daten von fast 300.000 Menschen zwischen 50 und 71 Jahren ausgewertet. Die Forschung fokussierte sich auf 21 Krebsarten, die bei beiden Geschlechtern vorkommen, sowie die Lebensumstände und Risikofaktoren der Studienteilnehmer.

Festgestellt wurde, dass 19 der 21 untersuchten Krebsarten häufiger bei Männern vorkamen. Die Häufigkeit war laut der Studie teilweise mehr als zehnmal höher als bei Frauen, beispielsweise bei Speiseröhrenkrebs. Auch das Risiko für Kehlkopfkrebs ist bei Männern 3,5-mal höher als bei Frauen. Außerdem sind die verschiedenen Krebsarten unterschiedlich tödlich.

Krebs-Ursachen von Männern: Teilweise biologisch bedingt, teilweise durch den Lebensstil

Einige Ursachen lassen sich auf den Lebensstil der Studienteilnehmer zurückführen. Das 50 Prozent höhere Lungenkrebsrisiko wird beispielsweise darin begründet, dass die teilnehmenden Männer häufiger Raucher waren als die teilnehmenden Frauen. Für andere Krebsarten, wie den Speiseröhrenkrebs, wird ein höherer Alkoholkonsum oder Ernährung als Krebs-Ursache vermutet.

Aber nicht alle Krebserkrankungen lassen sich auf den Lebensstil der Teilnehmenden oder Umweltfaktoren zurückführen. Sarah Jackson vom National Cancer Institut sagte dazu gegenüber healthline.com: „Wir waren ein bisschen überrascht, dass all die Faktoren des Lebensstils nur so einen kleinen Teil der Differenz ausmachen“. Weiter sagt sie gegenüber dem Gesundheitsportal: „Unsere Resultate zeigen, dass es sich der Unterschied in der Krebshäufigkeit nicht nur von Umwelteinflüssen alleine erklären lässt und nahelegt, dass der biologische Unterschied zwischen Mann und Frau das Krebsrisiko beeinflusst.“

Sie betonte auch, dass es sich um die größte Studie zu diesem Thema handele und sie sich bei ihren Erkenntnissen nur um die Spitze des Eisbergs handle.

Krebs bei Männern: Das sind die häufigsten Krebsarten

Laut der deutschen Krebsgesellschaft sind das die häufistens Krebsarten bei Männern in Deutschland

KrebsartHäufigkeit (im Jahr 2018)
Prostatakrebs65.200
Darmkrebs33.920
Lungenkrebs35.290
Blasenkrebs13.500
Magenkrebs9.200

Ältere Männer häufiger von Krebs betroffen als Jüngere

Generell gilt, dass für ältere Männer ein größeres Risiko besteht, an Krebs zu erkranken als für junge Männer, schreibt das Deutsche Krebsforschungszentrum. Auch das Risiko für bestimmte Krebsarten ändere sich mit dem Alter. Die häufigste Krebsart bei jungen Männern ist Hodenkrebs. Die Wahrscheinlichkeit eine andere Krebsart, wie Prostatakrebs und Darmkrebs zu bekommen, steigt erst ab 50 Jahren stark an.

Eine Erkrankung im frühen Stadium zu erkennen, erhöht die Chancen der Heilung. Deshalb lohnt es sich, auf Krebs-Symptome zu achten und zu Vorsorgeterminen zu gehen. (Kilian Bäuml)

Disclaimer Gesundheitsthemen

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

Auch interessant

Kommentare