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Durchbruch in Krebsforschung: Messer kann Erkrankung innerhalb von Sekunden „riechen“

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Von: Vivian Werg

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Die Abklärung eines Krebsverdachts kann in der Regel einige Wochen dauern – doch dies könnte sich mithilfe eines Messers nun ändern.

Frankfurt – Die Früherkkenung von Gebärmutterkrebs gehört zu den Routineuntersuchungen bei Gynäkologinnen und Gynäkologen. Besteht der Verdacht auf eine Krebserkrankung, müssen Frauen oft wochenlang auf eine Diagnose warten, weil das Gewebe erst im Labor untersucht werden muss. Dabei geht wertvolle Zeit für eine Behandlung verloren.

Wie The Guardian berichtet, hat ein Forschungsteam am Imperial College in London nun herausgefunden, das ein chirugisches Messer, das „Tumore riecht“, Gebärmutterkrebs innerhalb von Sekunden diagnostizieren kann.

Das chirurgische Messer kann die Krebserkrankung innerhalb von Sekunden diagnostizieren.
Das sogenannte „iKnife“ ermöglicht eine schnelle Krebsdiagnose. © stock&people/ Imago

Gebärmutterkrebs: Symptome und Früherkennung

Wie das Universitätsklinikum Jena informiert, ist der Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) die häufigste Krebserkrankung des weiblichen Genitals. Am häufigsten sind Frauen nach den Wechseljahren davon betroffen.

Wichtigste und häufigste Symptome von Gebärmutterkrebs sind:

Regelmäßig an Früherkennungsuntersuchungen teilzunehmen, kann Gebärmutterkrebs vorbeugen. Bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung wird ein Abstrich aus dem Bereich des Gebärmutterhalses entnommen und auf krebsverdächtige Zellen untersucht. Ultraschall oder Gebärmutterspiegelung kann als individuelle Gesundheitsleistung durchgeführt werden.

Durchbruch bei Gebärmutterkrebs: Diagnose innerhalb von Sekunden

Das chirurgische Messer („iKnife), das bereits zur Behandlung von Brust- und Gehirntumoren eingesetzt wird, kann auch Gebärmutterkrebs erkennen. „iKnife kann Gebärmutterkrebs zuverlässig innerhalb von Sekunden mit einer diagnostischen Genauigkeit von 89 Prozent diagnostizieren, wodurch die derzeitigen Verzögerungen für Frauen, die auf eine histopathologische Diagnose warten, minimiert werden“, schreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der medizischen Zeitschrift Journal Cancers.

Dabei ist die Vorgehensweise bei der Diagnose mit dem Messer relativ einfach. Es wird zunächst eine Gewebeprobe aus der Gebärmutter entnommen und verdampft. Der entstehende Rauch wird dann mit dem „iKnife“ analysiert. Dabei verwendet das Messer elektrische Ströme, um zwischen Krebsgewebe und gesundem Gewebe zu unterscheiden. Wenn Ärztinnen und Ärtzte in Zukunft ein „iKnife“ in der Praxis haben, könnte die Diagnose innerhalb von Minuten erfolgen.

Derzeit muss das entnommene Gewebe ins Labor geschickt werden, wo Spezialistinnen und Spezialisten es unter einem Mikroskop auf Krebszellen untersuchen – und das kann das je nach Art und Untersuchung dauern.

Frühe Gebärmutterkrebs-Behandlung dank Messer möglich

Dem Forschungsteam zufolge wurde die Wirksamkeit des Verfahrens anhand von Gewebeproben von 150 Frauen mit Verdacht auf Gebärmutterkrebs nachgewiesen. Die Ergebnisse wurden anschließend mit den derzeitigen Diagnosemethoden verglichen.

Die schnelle Diagnose mithilfe des Messers könnte es Frauen künftig ermöglichen früher mit einer Behandlung zu beginnen. „Mit seiner hohen diagnostischen Genauigkeit könnte man den Patientinnen sofort versichern, dass die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung sehr gering ist, wenn das ‚iKnife‘-Ergebnis negativ ist“, sagt Sadaf Ghaem-Maghami, Professorin am Imperial College London und Leiterin der Studie, gegenüber The Guardian. „Das iKnife hat das Potenzial, die Art und Weise, wie wir mit Patientinnen umgehen, die mit signifikanten abnormalen vaginalen Blutungen in die Schnellkliniken kommen und zur möglichen Diagnose von Gebärmutterkrebs überwiesen werden, völlig zu revolutionieren“, erklärt Ghaem-Maghami weiter.

Die in dieser Studie vorgestellten Ergebnisse könnten nicht nur den Weg für neue Diagnosewege ebnen, sondern Frauen durch die schnelle Entwarnung, wochenlangen Stress und Ungewissheit ersparen. (Vivian Werg)

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