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Erkrankung an Brustkrebs: Alkohol erhöht das Risiko deutlich

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Von: Karolin Schäfer

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Genetische Veranlagung und Hormone tragen erheblich zum Krebs-Risiko bei. Aber auch der Konsum von Alkohol kann bereits ab geringen Mengen gefährlich werden.

Frankfurt – Brustkrebs zählt mit rund jährlich 70.000 Neuerkrankungen zu den häufigsten Krebsarten bei Frauen. Nur ein Prozent aller Diagnosen betrifft Männer. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankt etwa eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brust­krebs (Mammakarzinom). Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei etwa 60 Jahren, bei 30 Prozent tritt die Krebserkrankung unter 55 Jahren auf.

Die Ursachen für Brustkrebs sind unterschiedlich. Neben der genetischen Veranlagungen spielen auch weibliche Hormone wie Östrogene und Gestagene eine entscheidende Rolle. Risikofaktoren, die mit dem Lebensstil einhergehen, sind aber ebenso bedeutend.

Medizinisches Personal untersucht mit einer Mammografie die Brust einer Frau auf Brustkrebs. (Symbolbild)
Medizinisches Personal untersucht mit einer Mammografie die Brust einer Frau auf Brustkrebs. (Symbolbild) © Hannibal Hanschke/dpa

Krebs-Risiko steigt bei Alkoholkonsum und Bewegungsmangel

Annahmen, wie dass Aluminiumsalze oder Konservierungsstoffe in Deodorants das Brustkrebs-Risiko erhöhen, halten sich hartnäckig. „Dafür gibt es keine überzeugenden Belege und man muss sich keine Sorgen machen, wenn man ein Deo mit Aluminiumsalzen benutzt hat“, sagte Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebs-Informationsdienstes am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, gegenüber der Apotheken-Umschau.

Dass Alkoholkonsum und Bewegungsmangel Einfluss auf das Risiko einer Brustkrebs-Erkrankung haben, ist zwar nicht weit verbreitet, aber sehr wohl wissenschaftlich belegt. Studien zufolge soll Alkohol für sieben von 100 Brustkrebserkrankungen bei Frauen in Deutschland verantwortlich sein. Bereits ab 18 Gramm Alkohol täglich (etwa einem Glas mit 150 Milliliter Wein und einem Alkoholgehalt von 13 Volumenprozent) steige das Risiko deutlich.

Brustkrebs: Ethanol als krebserregende Substanz eingestuft

Verantwortlich dafür ist vor allem das enthaltene Ethanol, das von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als krebserregende Substanz eingestuft wurde. „Alkohol – genauer gesagt sein zentraler Bestandteil Ethanol sowie das Abbauprodukt Acetaldehyd – kann Krebserkrankungen verursachen, indem er die DNA beschädigt und die Zellreparaturen beeinträchtigt“, hieß es im Jahresbericht 2021 des Bundesverbands für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik (Akzept). Zudem wirke sich Alkohol auch auf den Hormonspiegel aus, „was ein entscheidender Mechanismus für die Entstehung von Brustkrebs ist.“

Das heißt also: „Im Hinblick auf Tumorerkrankungen sollte man auf Alkohol möglichst verzichten“, empfahl Weg-Remers. Bestimmte Mengen sollten dabei nicht überschritten werden, wies die Krebs-Expertin hin:

Krebs-Risiko: Fachleute sind sich einig – Es gibt keinen unbedenklichen Alkoholkonsum

Wer natürlich ganz die Finger vom Alkohol lässt, hat das niedrigste Risiko. Zwar heißt es immer wieder, dass leichter bis moderater Alkoholkonsum positive Auswirkungen auf die Gesundheit habe. Doch viele Expertinnen und Experten sind sich einig, dass es angesichts der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage keinen gesundheitlich unbedenklichen Alkoholkonsum in Bezug auf Krebserkrankungen gibt. Auch wenn Studien zeigen, dass es für bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen positive Effekte durch moderaten Konsum gibt, werden die möglichen positiven Folgen für die Gesundheit durch die Zunahme des Risikos für andere Erkrankungen relativiert.

Wer gerne Fisch isst, könnte ein erhöhtes Hautkrebs-Risiko haben. Eine großangelegte Studie aus den USA weist nun auf einen potenziellen Zusammenhang hin.

Dabei ist Alkohol nicht nur für Brustkrebs, sondern für verschiedene Krebs-Arten wie Speiseröhren- oder Leberkrebs verantwortlich, informierte das World Cancer Research Fund International, eine gemeinnützige Vereinigung zur Krebspräventionsforschung. Die Art des konsumierten alkoholischen Getränks sei dabei irrelevant. Entscheidend sei das enthaltene Ethanol, sowie die Menge und Häufigkeit des Alkoholkonsums. „Je mehr Alkohol eine Person also konsumiert, desto höher ist das Risiko für eine alkoholbedingte Erkrankung“, schrieb der Bundesverband Akzept.

Krebs-Erkrankung: Körpergewicht und mangelnde Bewegung als Risikofaktoren

Auch das Körpergewicht und mangelnde Bewegung können das Brustkrebsrisiko erhöhen – besonders während der Wechseljahre. „Wir sehen, dass mit dem Gewicht gerade bei Frauen nach der Menopause das Krebsrisiko deutlich ansteigt“, informierte Anette Hasenburg, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Geburts­hilfe und Frauengesundheit an der Universitätsmedizin Mainz und Spezialistin für gynäkologische Onkologie, gegenüber der Apotheken-Umschau. Körperliche Aktivität reduziere dabei die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung oder das Wiederauftreten eines Tumors.

Entscheidend ist dabei vor allem eine ausgewogene und gesunde Ernährung, ausreichend Sport sowie der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten. Auch wenn eindeutige Auswirkungen von Rauchen auf das Brustkrebsrisiko noch nicht sicher belegt sind, deuten bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse daraufhin. „Das größte Potenzial, das Risiko zu senken, liegt in einer gesunden Lebensweise“, riet Hasenburg. Zur Früherkennung sollten sich Frauen aber ohnehin regelmäßig die Brust ärztlich untersuchen lassen und auch selbst auf Unregelmäßigkeiten abtasten. (kas)

Laut einer umfangreichen Studie aus Spanien soll auch die Ernährung einen Einfluss auf das Krebs-Risiko haben.

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