1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Gesundheit

Klimawandel: Potenziell tödliche Krankheit breitet sich aus

Erstellt:

Von: Constantin Hoppe

Kommentare

Die weltweiten Borreliose-Fälle haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Weil sich der Überträger der Krankheit aufgrund des Klimawandels ausbreitet.

Berlin/New York – Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass sich die Zahl der Lyme-Borreliose-Fälle aufgrund der globalen Erwärmung innerhalb von 15 Jahren fast verfünffacht hat. Das ergab eine Untersuchung von FAIR Health in New York.

Bis zu 14,5 Prozent der weltweiten Bevölkerung sind an Borreliose erkrankt – also jeder siebte – so die Forscher. Die bakterielle Infektion verursacht einen runden Hautausschlag und kann grippeähnliche Symptome auslösen, die sich aber in der Regel gut mit Antibiotika behandeln lässt. Jedoch kommt es immer wieder auch zu schweren Komplikationen oder Langzeitfolgen.

Zecke auf der Haut
Eine Zecke läuft über eine Hand. © Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild

Bakterielle Krankheit: Borreliose breitet sich aus – Grund ist der Klimawandel

Der Grund für den starken Anstieg der Fälle: Der Überträger der Borreliose, allen voran Zecken, breiten sich in Folge des Klimawandels immer weiter aus. Längere Sommer und wärmere Winter begünstigen deren Vermehrung und Wanderungen.

Die neuesten Erkenntnisse belegen, dass die Borreliose viel weiter verbreitet ist als bisher befürchtet. Unbehandelt kann sie zu schweren Symptomen führen, die die Gelenke, das Nervensystem und sogar das Herz betreffen. Auch in Deutschland stiegen die Zahlen über die vergangenen Jahre konstant an.

Immer mehr Krankheits-Fälle: 2020 war ein Borreliose-Rekordjahr in Deutschland

2021 ging die Zahl der diagnostizierten Fälle zwar leicht zurück – mit 325.000 diagnostizierten Fällen bei gesetzlich Krankenversicherten, gab es 3 Prozent weniger als im Jahr 2020. Doch 2020 war ein Rekordjahr mit der höchsten jemals gemessenen Erkrankungsrate, wie aus einer Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung hervorgeht.

Krankheit:Lyme-Borreliose
Überträger:Zecken, selten auch Mücken oder Bremsen
Verbreitung:gesamte nördliche Hemisphäre

Am stärksten gaben die Zahlen in Bayern mit minus 8 Prozent nach, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (minus 6,7 Prozent), Rheinland-Pfalz (minus 6,2 Prozent) und dem Saarland (minus 6,0 Prozent). Die höchsten Zunahmen gab es in Sachsen-Anhalt (plus 7,5 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (plus 7,1 Prozent) und Schleswig-Holstein (plus 5,5 Prozent).

Lyme-Borreliose: Potenziell tödliche Krankheit breitet sich aus

Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragbare Infektionskrankheit in Europa. Die Krankheit kann verschiedene Organsysteme betreffen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Zu den Anzeichen einer langfristigen Erkrankung gehören starke Kopfschmerzen, Gesichtslähmungen und ein unregelmäßiger Herzschlag.

Allerdings handelt es sich bei den allermeisten Erkrankungen um vergleichsweise milde Verläufe („Wanderröte“), die mit Antibiotika gut behandelbar sind, jedoch auch behandelt werden müssen, damit keine Komplikationen auftreten. Auch Todesfälle kommen immer wieder vor – wenn auch selten. Genaue Zahlen dafür sind nicht bekannt. (con)

Auch interessant

Kommentare