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Kleine Kinder, gesunde Füße

Das kann man für die Fußgesundheit von Kindern tun

Die ersten eigenen Schritte des Kindes gehören zu den Momenten, die von Eltern am meisten herbeigesehnt werden und sie mit viel Stolz erfüllen.

Wenn Junior erst einmal auf den Füßen steht, beginnt eine neue Ära in der Entwicklung. In diesem Augenblick, wenn das Kind zuerst in der Senkrechten unterwegs ist, sind seine Füße mit großer Wahrscheinlichkeit kerngesund, ja sogar perfekt. So ist es bei nahezu 100% aller Kinder.

Betrachtet man die Fußgesundheit der Kinder jedoch im Kindergarten- bzw. Schulalter, zeigt sich ein ganz anderes Bild. Viele Kinder können mit ihren Zehen nicht greifen, tun sich schwer, zu hüpfen und stehen nicht sicher auf einem Bein. An den Füßen zeigen sich die verschiedensten Deformationen wie der Plattfuß oder der Knicksenkfuß. Diese sind jedoch nicht das größte Problem, das Kinder mit ihren Füßen haben können. Es ist eher die mangelnde Bewegung und das häufige Tragen zu kleinen Schuhwerks, was den Kinderfüßen zusetzt. Doch Eltern und Erzieher können viel dafür tun, dass die sich kleinen Füße gesund entwickeln. So wird vermieden, dass sich die Schwierigkeiten auswachsen und sich später als Beschwerden in den Knien, der Hüfte und dem Rücken manifestieren.

Die richtigen Schuhe: so spät und so selten wie möglich

Eine Studie der BKK zum Thema Kinderfüße und ihre Gesundheit brachte Erschreckendes ans Licht. 70% der Kindergartenkinder trugen nicht passendes Schuhwerk, 12% bräuchten eine orthopädische Behandlung, 23% hatten Beschwerden wie Nagelpilz, Schwielen und Druckstellen. Was war aus den perfekten Füßen geworden, welche diese Kinder mit auf die Welt gebracht hatten? Sie sind in zu kurzen und zu engen Schuhen deformiert wurden. Doch Eltern können solchen Schäden vorbeugen, indem sie beim Kauf von Schuhwerk bestimmte Regeln beachten.

1. Regel: Wer gerade laufen lernt, der braucht noch keine Schuhe

Auch wenn die große Zahl der im Handel angebotenen Lauflernschuhe etwas Anderes suggeriert, wer gerade mit dem Laufen beginnt, der braucht noch keine Schuhe. Am sichersten steht das Kind auf seinen eigenen, nackten Füßen, die erst einmal darauf trainiert werden müssen, die Last des Körpergewichts zu tragen. Die Muskeln, Sehnen und Bänder der Füße und Beine werden am besten geübt, wenn sie sich frei und natürlich bewegen können, ohne von Schuhen begrenzt und gehalten zu werden.

2. Regel: Wenn schon Schuhe, dann unbedingt in der passenden Größe

Was für ein schöner Tag, wenn Junior seine ersten Schritte draußen im Freien unternehmen kann! Außerhalb der eigenen vier Wände ist es meistens notwendig, Schuhe zu tragen, um die Füße vor Kälte, Nässe und Verletzungen zu schützen. Beim Kauf sollten sich Eltern am besten nicht auf die „Daumenprobe“ verlassen, welche den verbleibenden Platz zwischen großem Zeh und Schuh mit einem Druck überprüft. Besser ist es, die Füße genau auszumessen. Im Internet können Eltern einen professionellen Schuhgrößenmesser bestellen (gesehen in diesem Online-Shop). So können sie vor jedem Schuhkauf erneut die Größe messen und wissen stets, welche Schuhe die passenden sind. Das Problem ist nämlich, dass die Füße der Kleinen noch so biegsam sind, dass sie sich problemlos an die, auch zu kleinen, Schuhe anpassen. Die weichen Knochen können in zu kleinen und zu engen Schuhen dauerhaft verformt werden, ohne dass das Kind einen Schmerz spürt.

3. Regel: Es dürfen auch mal gebrauchte Schuhe sein

Beim Thema Schuhe sollten Eltern möglichst nicht den Rotstift ansetzen. Natürlich, es werden viele Paar Schuhe gebraucht, aus denen die Kleinen dann oft schnell herauswachsen. Das kann ganz schön ins Geld gehen. Die Versuchung ist groß, zu sehr günstigen Exemplaren zu greifen, die sogar Discounter im Angebot haben. Auf der anderen Seite stellt sich für viele Eltern die Frage, ob es den Kinderfüßen schadet, wenn sie in gebrauchte Schuhe gesteckt werden? Darüber herrscht eine rege Diskussion, bei der sich die Experten uneins sind. Wählt man jedoch beim Kauf auf dem Flohmarkt oder bei den gebrauchten Exemplaren von Geschwisterkindern nur jene Schuhpaare aus, die möglichst wenig Gebrauchsspuren aufweisen, können hochwertige Schuhe problemlos vererbt werden. Sie sind dann im Vergleich zu den Billigschuhen die bessere Alternative.

Glücklich und gesund ohne Schuhe

Kinder bewegen sich heute immer weniger, was Experten mit Sorge beobachten. Der Bewegungsmangel wirkt sich nachteilig auf die motorische und geistige Entwicklung aus und kann zu Spätfolgen unter anderen am Knochenapparat führen, die zu einer lebenslangen Belastung werden können. Die wichtigste Regel im Kleinkindalter lautet also: Schuhe aus! Je seltener die kleinen Füße in Schuhen stecken, umso leichter können sie sich gesund entwickeln. Im Haus können die Kleinen Stoppersocken tragen und sollten auch draußen, wann immer es möglich ist, einfach barfuß laufen.

Auch das kindliche Herumtoben, eine ganz natürliche Verhaltensweise der kleinen Racker, sorgt für eine gesunde Entwicklung der Füße und des ganzen Körpers. Kinder sollten nicht zu lange vor Bildschirmen sitzen, sondern von den Eltern die Gelegenheit bekommen, zu laufen, zu hüpfen und zu klettern. Auch in Kindergärten sollte das Thema Bewegung eine übergeordnete Rolle spielen, wobei die Kleinen gar nicht so sehr angeleitete Übungen brauchen, sondern die Möglichkeit der freien Entfaltung. Leider haben viele Eltern und Erzieher heute Angst, wenn ein Kind zum Beispiel auf einen Baum klettert, und halten es davon ab. Auf diese Weise werden die natürliche Kräftigung der Muskulatur und das Training des Gleichgewichtssinns jedoch eingeschränkt, was am Ende viel eher zu Unfällen führen kann. Besser ist es, die Kinder ein kalkuliertes Risiko eingehen zu lassen, sodass sie selbst lernen, Gefahren einschätzen zu können, als sie aus Angst von allem fernzuhalten. Je mehr Bewegung sie haben, umso gesünder sind auch die Füße.

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