1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Gesundheit

Studie enthüllt: Koffein wirkt sich auf Entwicklung des Babys aus

Erstellt:

Von: Vivian Werg

Kommentare

Ein regelmäßiger Koffein-Konsum wirkt sich möglicherweise ungünstig auf das Körperwachstum der Kinder aus – so die Ergebnisse einer Studie aus den USA

Frankfurt – Für viele Menschen gehört eine Tasse Kaffee zum festen Tagesablauf. Für Schwangere stellt sich oft die Frage, ob und wie viel Koffein in der Schwangerschaft erlaubt ist. Die sehr umstrittene Frage konnten bisherige Studien nicht klären. Grund: Die Daten beruhten meist auf Selbstauskünften der Frauen zu ihrem Kaffee- oder Teekonsum. Außerdem reagiert jeder Stoffwechsel anders auf den Wachmacher. Koffein wird also unterschiedlich schnell verdaut und abgebaut. Viele wollen zudem auch nicht gänzlich auf Kaffee verzichten – bei einem Koffein-Entzug kann es im Körper zu einem chemischen Ungleichgewicht kommen. Unangenehme Entzugserscheinungen, wie Kopfschmerzen, Anspannung oder Energieverlust sind oft die Folge.

Als Orientierung für Schwangere konnte bisher die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) genannte Dosis von maximal 200 Milligramm (mg) Koffein am Tag dienen. Forschende haben nun in einer neuen Studie Proben des Blutplasmas von Schwangeren entnommen und den Gehalt von Koffein und seiner Stoffwechselabbauprodukte darin gemessen – mit überraschendem Ergebnis.

Ein regelmäßiger Koffein-Konsum wirkt sich möglicherweise ungünstig auf das Körperwachstum der Kinder aus.
Neue Studie aus den USA: Kaffee in der Schwangerschaft könnte zu kleineren Kindern führen © stock&people/ Imago

Kaffee in der Schwangerschaft: Konsum kann das Babywachstum hemmen

An der Studie, die in der internationalen medizinischen Fachzeitschrift JAMA Network veröffentlicht wurde, nahmen insgesamt 2.055 Frauen teil, die allesamt Nichtraucherinnen waren. Das Team um Katherine Laughon Grantz, Ärztin für Mütterliche und fetale Medizin vom Nationalen Institut für Kindergesundheit in den USA, hat den Koffeingehalt im Blutplasma von Schwangeren untersucht und anschließend Gewicht und Größe der Neugeborenen miteinander verglichen.

Die Studie zeigte, dass Kinder von Frauen mit starkem Koffeinkonsum kleiner und leichter auf die Welt kamen, verglichen mit den Kindern, deren Mütter keine koffeinhaltigen Getränke während der Schwangerschaft konsumiert hatten. Sie wogen im Schnitt etwa 84 Gramm weniger und waren 0,46 Zentimeter kleiner. Ein durchschnittliches Neugeborenes wiegt laut einer Wachstumstabelle der WHO 3,3 Kilogramm und ist 49,4 Zentimeter groß. Die Forscherinnen haben Blutproben nur im ersten Drittel der Schwangerschaft genommen.

Ergebnis der Studie: Auswirkungen bereits ab einer halben Tasse Kaffee pro Tag

Laut Studie kann demnach ein regelmäßiger Kaffee-Konsum in der Schwangerschaft zu etwas kleineren Neugeborenen führen, als wenn auf Kaffee und Co. verzichtet wurde. Die Analyse zeigte zudem, dass bereits ein relativ geringer Konsum von etwa 50 Milligramm pro Tag Auswirkungen hatte. Das entspricht in etwa einer halben Tasse Kaffee und ist deutlich weniger, als die für Schwangere bisher empfohlene Tagesmenge. Es gibt keine weiteren Aussagen darüber, ob mit dem geringeren Geburtsgewicht auch andere gesundheitliche Probleme verbunden sind. (Vivian Werg)

Auch interessant

Kommentare