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Kaffee ist das beliebteste Getränk der Deutschen. Aber ist es auch gesund? Oder führt der Konsum zu Herz-Rhythmus-Störungen?
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Kaffee ist das beliebteste Getränk der Deutschen. Aber ist es auch gesund? Oder führt der Konsum zu Herz-Rhythmus-Störungen?

Gesundheit

Aktuelle Studie: Führt zu viel Kaffee wirklich zu Herz-Problemen?

  • Yannick Wenig
    VonYannick Wenig
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Kaffee macht wach. Jedoch ist der Glaube, dass das Heißgetränk Herz-Rhythmus-Störungen begünstigt, weit verbreitet. Fachleute untersuchen den Zusammenhang.

Frankfurt – Ein Morgen ohne Kaffee? Für viele nur schwer vorstellbar. Denn das aromatische Heißgetränk ist in der Morgenroutine von Menschen auf der ganzen Welt fest verankert. In Deutschland ist Kaffee das beliebteste Getränk überhaupt – noch vor Wasser und Bier. Laut dem Deutschen Kaffeeverband trinkt der deutsche Durchschnittsbürger:innen gut 162 Liter Kaffee im Jahr. Die wachmachende Wirkung von Kaffee macht ihn für viele unverzichtbar. Aber ist er auch gesund?

Zwar wirkt das Bohnengetränk antioxidativ, entzündungshemmend und belebend, dennoch ist die Annahme seit Jahrzehnten weit verbreitet, dass übermäßiger Kaffeekonsum zu Herzproblemen führen könne. Auch Schlafstörungen, Nervosität und ein erhöhtes Maß an Reizbarkeit werden oft auf Kaffee zurückgeführt. Hintergrund ist laut Stern.de eine Beobachtungsstudie aus dem Jahr 1980, die herausgefunden haben will, dass der Verzehr von Kaffee zu Herzklopfen und Herz-Rhythmus-Störungen führt. Doch was hat es damit auf sich? Ein Mythos?

US-Studie zur Gesundheit: Führt Kaffee zu Herz-Rhythmus-Störungen?

Mit dieser Frage haben sich nun Fachleute der American Medical Association (AMA), der größten Vereinigung von Ärzt:innen und Medizinstudent:innen in den USA, beschäftigt. Eine entsprechende Studie wurde nun in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Jama internal medicine veröffentlicht. Etwa drei Jahre lang beobachteten Fachleute dabei Auffälligkeiten bei gut 386.000 Menschen zwischen 40 und 69 Jahren, die auf Tachyarrhythmie hindeuten könnten. Der Begriff bezeichnet die Kombination aus Arrhythmie (Herz-Rhythmus-Störung) und Tachykardie (schneller Herzschlag), erklärt das Medizin-Portal msdmanuals.com.

Sämtliche Proband:innen der Studie tranken im Durchschnitt zwei Tassen Kaffee pro Tag. Für die Beurteilung berücksichtigten die Experten:innen auch Faktoren wie Demografie, Lebensstil, Vorerkrankungen und sämtliche Bedingungen, die solche unregelmäßigen Störungen des Herz-Rhythmus begünstigen können. Das Ergebnis überrascht.

Denn das Heißgetränk erhöhte das Risiko gar nicht, im Gegenteil: Kaffee senkte das Risiko von Herz-Rhythmus-Störungen bei den untersuchten Personen sogar. „Bei der großen, prospektiven, bevölkerungsbasierten Studie mit mehr als 300.000 Teilnehmern war jede zusätzliche Tasse Kaffee täglich mit einem um drei Prozent verringerten Risiko für die Entwicklung einer Arrhythmie assoziiert“, heißt es in der Veröffentlichung von Gregory M. Marcus, dem Autor der Studie und Professor in der Abteilung für Kardiologie an der University of California in San Francisco. „Es gab keinen signifikanten Hinweis darauf, dass Koffeinkonsum das Risiko für zufällige Arrhythmien erhöht“.

Herzprobleme durch Kaffeekonsum: In Maßen „eher gesundheitsfördernd als schädlich“

Für Menschen, die aber ohnehin schon viel Kaffee trinken, bedeutet das allerdings nicht, dass sie nun noch mehr das koffeinhaltigen Heißgetränkes zu sich nehmen sollten. „Es geht, wie bei vielen Dingen im Leben, um das richtige Maß; wenn man es übertreibt, wird der Körper dafür bezahlen“, erklärt Elina Hyppönen, Leiterin des Australian Centre for Precesion Health an der University of South Australia in Adelaide, im Zuge einer weiteren Studie. Der Genuss von fünf Tassen Kaffee pro Tag soll aus gesundheitlicher Sicht aber völlig unbedenklich sein, erklärt Gregory Marcus. Das bestätigt auch Hans Hauner, der Direktor des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin an der TU München gegenüber der Welt. Zumindest bei gesunden Personen, die in Verbindung mit dem Koffeinkonsum nicht auch noch Medikamente oder gar Drogen zu sich nehmen.

Damit ist „ein moderater Kaffeekonsum wahrscheinlich eher gesundheitsfördernd als schädlich für die Gesundheit“, bilanziert Gregory Marcus. „Auch wenn die vorherrschende Meinung in der Öffentlichkeit und im Gesundheitswesen ist, dass Koffein häufig Herzrhythmusstörungen auslöst.“ Die erhobenen der Daten aus der Kaffee-Studie der US-amerikanischen Forscher:innen lassen ebenfalls den Schluss zu, „dass gängige Verbote von Koffein zur Verringerung des Arrhythmie-Risikos wahrscheinlich nicht gerechtfertigt sind“, so Marcus. Gute Nachrichten also für viele Kaffeetrinker – nicht nur in Deutschland. Die eine oder andere Tasse kann also bedenkenlos getrunken werden. (yw)

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