1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Gesundheit

Bluthochdruck: Kaffeekonsum kann das Sterberisiko deutlich erhöhen

Erstellt:

Von: Vivian Werg

Kommentare

Ab zwei Tassen Kaffee am Tag kann das koffeinhaltige Getränk das Risiko eines Herztodes verdoppeln.
Neue Studie warnt vor zu hohem Kaffeekonsum bei Menschen mit Bluthochdruck © Pius Koller/ Imago

Kaffee kann sich in vielen Fällen positiv auf die Gesundheit auswirken. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass es nicht für alle gilt.

Frankfurt – Koffeinhaltiger Kaffee ist das beliebteste Heißgetränk der Deutschen. Ob und inwiefern Kaffee die Gesundheit fördert oder sogar schadet, darüber herrscht nach wie vor rege Diskussion. In einigen Fällen deuten Studien auf eine gesundheitsfördernde Auswirkung hin.

Eine aktuelle Studie aus Japan warnt jetzt jedoch Menschen mit einer Vorerkrankung ausdrücklich vor zu hohem Kaffeekonsum.

Bei Bluthochdruck: Zu hoher Kaffeekonsum erhöht Sterberisiko

In der Fachzeitschrift JAHA veröffentlichten Studie informieren die Forschenden, dass Kaffee das Risiko eines Herztodes für bestimme Personen und ab einer gewissen Menge verdoppeln könne. Dabei warnen sie explizit Menschen mit Bluthochdruck. Ganz darauf verzichten müsse man jedoch auch nicht, denn bis zu einer gewissen Dosis könne sich Kaffee auch positiv auf die Herzgesundheit auswirken.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten eine Gruppe von mehr als 6570 Männern und mehr als 12.000 Frauen in einem Zeitraum von fast 19 Jahren. Diese waren zwischen 40 und 79 Jahre alt. Während der Nachbeobachtungszeit wurden 842 kardiovaskulär bedingte Todesfälle festgestellt, die in Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck stehen.

Bei Bluthochdruck: Kaffeekonsum in Maßen erlaubt

Das Forschungsteam verglich dabei die Auswirkung von zwei oder mehr Tassen Kaffee bei gesunden Menschen und Menschen mit Bluthochdruck. Die Erkenntnisse der Studie sind erstaunlich:

Kaffee und Bluthochdruck: Studie entdeckt Zusammenhang mit Risiko von Herzproblemen

„Nach unserem besten Wissen ist dies die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen dem täglichen Konsum von zwei oder mehr Tassen Kaffee und der Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit schwerem Bluthochdruck findet“, schreibt Studienleiter Hiroyasu Iso in der Studie. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit Bluthochdruck vermeiden sollten, übermäßig viel Kaffee zu trinken, so Iso weiter. „Für alle anderen sind drei bis vier Tassen Kaffee am Tag in Ordnung und sogar empfehlenswert“.

Moderater Kaffeegenuss hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit

Kaffee wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus – entscheidend ist jedoch die Menge. Im Gehirn verdrängt Koffein das müde machende Adenosin von den Rezeptoren der Nervenzellen. Er macht nicht nur munter, sondern erhöht auch Antrieb, Stimmung, Aufmerksamkeit und Konzentrationsvermögen. Regelmäßiger Kaffeekonsum wird darüber hinaus oft mit einem geringeren Risiko an chronischen Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Beschwerden sowie einer längeren Lebensdauer in Verbindung gebracht. In einer Studie der Queen Mary University fanden Forscherinnen und Forscher heraus, dass Kaffee in Maßen getrunken, das Risiko für chronische Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Beschwerden und Typ-2-Diabetes verringern kann.

Kaffee und vor allem das darin enthaltene Koffein wirken von Mensch zu Mensch unterschiedlich. So gelten die gesundheitlichen Vorteile, die der Genuss von Kaffee mit sich bringt, nicht unbedingt auch für andere koffeinhaltige Getränke wie Energydrinks.

Bluthochdruck als Volkskrankheit in Deutschland: Jeder dritte Erwachsene betroffen

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit, von der in Deutschland bis zu 30 Millionen Menschen betroffen sind. Laut der RKI leidet jeder dritte Erwachsene unter einem zu hohen Blutdruck. Auch ohne Medikamente können Betroffene in manchen Fällen ihren Blutdruck senken. Regelmäßige Bewegung etwa kann sich positiv auf den Blutdruck- und Cholesterinspiegel auswirken, zu hohen Zucker abbauen und so entscheidend dazu beitragen, schweren kardiovaskuläre Ereignissen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen. (Vivian Werg)

Anmerkung der Redaktion

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

Auch interessant

Kommentare