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Natasa Maric, Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, bereitet im Nürnberger Impfzentrum auf dem Messegelände eine Impfspritze mit Covid-19-Impfstoff vor. Wer bereits Corona hatte, soll laut STIKO-Empfehlung erst ein halbes Jahr nach der Erkrankung geimpft werden.
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Natasa Maric, Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, bereitet im Nürnberger Impfzentrum auf dem Messegelände eine Impfspritze mit Covid-19-Impfstoff vor. Wer bereits Corona hatte, soll laut STIKO-Empfehlung erst ein halbes Jahr nach der Erkrankung geimpft werden.

Impfung nach Covid-19?

Antikörper nach Covid sollen über ein halbes Jahr vor Corona schützen – allerdings nicht jede Altersgruppe gleichermaßen

Wer Covid-19 bereits hinter sich hat und wieder gesund ist, braucht sich nicht impfen lassen? Dänische Forscher kommen zu einer klaren Antwort.

Infiziert man sich mit Coronaviren, setzt der Körper verschiedene Abwehrmechanismen in Gang. Unter anderen produziert er Antikörper, die Coronaviren in der Regel unschädlich machen. Und diese Abwehrstoffe verbleiben auch nach überstandener Cororona-Infektion im Körper und bieten so einen Schutz im Fall einer erneuten Infektion mit Sars-CoV-2. Doch wie lange Antikörper im Blutkreislauf und in der Lymphflüssigkeit verbleiben, ist nicht abschließend geklärt, wobei einige Studien dem Portal Quarks zufolge eine recht stabile Immunantwort von sechs Monaten beschreiben. Da zu diesem Zeitpunkt die Konzentration von Antikörpern noch hoch war, würden Forscher davon ausgehen, dass der Eigenschutz vor Coronaviren noch länger anhält, heißt es weiter.

Doch was heißt das in Hinblick auf die Corona-Impfung? Müssen sich Menschen, die Corona überstanden haben, in diesem Zeitraum nicht impfen lassen, weil ihr Eigenschutz ausreicht? Mit diesem Thema haben sich jetzt dänische Wissenschaftler befasst, die ihre Studienergebnisse im Fachblatt The Lancet veröffentlicht haben. In ihrer Studie konnten sie nachweisen, dass der Eigenschutz durch Antikörper nach überstandener Corona-Infektion besonders bei einer Altersgruppe nicht lange anhält.

Lesen Sie auch: Corona-Impfung: So lange sollten Sie davor und danach auf Alkohol verzichten.

Weniger Eigenschutz: Über 65-Jährige stecken sich häufiger erneut mit Corona an

Das Forscherteam um Professor Steen Ethelberg vom Department of Infectious Disease Epidemiology and Prevention am Statens Serum Institut in Kopenhagen legten ihrer Forschung die Daten von 533.381 Personen während der ersten Welle Anfang 2020 auf Corona getesteten Dänen zugrunde. Eine Nachuntersuchung während der zweiten Corona-Welle Ende 2020 ergab den Forschern zufolge, dass diejenigen Studienteilenehmer, die sich während der ersten Welle mit Corona infiziert hatten, zu rund 80 Prozent vor einer erneuten Ansteckung geschützt waren – und das für mindestens sechs Monate. Allerdings sei dieser natürliche Schutz bei Älteren schwächer ausgeprägt, wie der Spiegel berichtete: Er lag laut der Untersuchung nur bei rund 47 Prozent.

Zwei Prozent der Ü-65-jährigen Studienteilnehmer erhielten laut Studie während der zweiten Welle 2020 erstmals ein positives Testergebnis, wobei 0,88 Prozent in dieser Altersgruppe nach positivem Test im Frühjahr in der zweiten Welle erneut positiv getestet wurden. Zum Vergleich: 3,3 Prozent der U-65-Jährigen wurden während der zweiten Welle zum ersten Mal positiv getestet, 0,65 Prozent wurden nach positivem Test im Frühjahr erneut positiv getestet. Studienautor Steen Ethelberg zufolge sei das ein Zeichen dafür, dass Ältere einem erhöhtem Risiko ausgesetzt sind, sich nach überstandener Corona-Infektion erneut anzustecken: „Weil ältere Menschen außerdem häufiger schwere Symptome entwickeln oder sogar sterben, unterstreicht das Ergebnis, wie wichtig es ist, die Älteren während der Pandemie zu schützen“. Die Impfung gilt aktuell als beste Schutzmaßnahme gegen Covid-19.

Bei Menschen, die bereits eine Corona-Infektion hinter sich haben, rät die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland zu einer Impfung frühestens sechs Monate nach überstandener Krankheit: „Es ist davon auszugehen, dass Personen, die von einer Sars-CoV-2-Infektion oder Covid-19 genesen sind, zumindest vorübergehend über einen gewissen Schutz vor einer Erkrankung verfügen. Aufgrund dieser anzunehmenden Immunität, zur Vermeidung überschießender Nebenwirkungen (überschießende systemische Impfreaktionen) und in Anbetracht des bestehenden Impfstoffmangels sollte eine einmalige Impfung von Personen mit durchgemachter Infektion (labordiagnostisch gesichert) nach Ansicht der STIKO unter Berücksichtigung der Priorisierung frühestens 6 Monate nach Genesung erwogen werden“. Welche Auswirkung die dänische Studie auf diese Impfempfehlung hat, bleibt abzuwarten. (jg)

Zur Studie

Umfrage zum Thema Corona-Impfung

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Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist.
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

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