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88 Prozent weniger Krebs durch Standard-Impfung – doch der Impfzeitpunkt spielt entscheidende Rolle

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Von: Juliane Gutmann

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Eine spezielle Impfung soll das Krebsrisiko immens verringern.
Eine spezielle Impfung soll das Krebsrisiko immens verringern. © Christoph Soeder/dpa

Es gibt Viren, die Krebserkrankungen fördern – etwa einige Vertreter der humanen Papillomviren, kurz HPV. Den Effekt einer HPV-Impfung haben schwedische Forscher jetzt untersucht.

HP-Viren können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden und sind meist harmlos. Doch einige Virustypen können für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs und auch Tumore in Mund, Rachen oder am After verantwortlich sein. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt deshalb: „Die Impfung schützt wirksam vor den gefährlichsten HPV-Typen und senkt damit das Risiko für diese Krebserkrankungen“. Allerdings solle man sich bereits vor dem ersten Geschlechtsverkehr impfen lassen, da nur so der bestmögliche Schutz gewährleistet wird, so die BZgA.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen HPV für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren und seit Juni 2018 auch für alle Jungen in diesem Alter. Doch das ruft Impfgegner auf den Plan, die vor möglichen Impfschäden warnen. Viele Eltern fragen sich: Soll ich mein Kind gegen HPV impfen lassen?

Lesen Sie auch: HP-Virus: Fast jeder ist infiziert, die wenigsten entwickeln Krebs - so senken Sie Ihr Risiko.

Impfung gegen HPV: „Der moderne Impfstoff enthält sogar Antigene von neun Virusstämmen“

Schwedische Forscher sind sich sicher: Eine HPV-Impfung schützt vor HPV-bedingtem Gebärmutterhalskrebs. Wissenschaftler um Jiayao Lei vom Regional Cancer Center in Stockholm Gotland werteten das schwedische Gesundheits- und Bevölkerungsregister mit den Daten von über 1,6 Millionen Mädchen und Frauen aus den Jahren 2006 bis 2017 aus. Das eindeutige Ergebnis: Von den 518.319 Frauen in der Auswertung, die vor dem 18. Geburtstag gegen HPV geimpft wurden, erkrankten nur 19 an einem Krebs des Gebärmutterhalses. Von den 528.347 Frauen der Auswertung ohne Impfung entwickelten dagegen 538 Frauen die Krebsart – was dem Dreißigfachen entspricht.

„Diese Daten bestätigen, was seit vielen Jahren zum Beispiel aus Australien bekannt ist: Die HPV-Impfung schützt vor einer Infektion mit den gefährlichsten Humanen Papillom-Viren; sie schützt auch vor den Krebsvorstufen, was seit vielen Jahren bekannt ist. Kritiker behaupteten trotzdem immer wieder, dass Krebserkrankungen selbst vielleicht gar nicht seltener würden. Diese Bedenken sind nun eindeutig widerlegt“, zitiert das Portal Frauenärzte im Netz Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Man wisse, dass die Impfung umso zuverlässiger schützt, je früher sie durchgeführt würde. Deshalb die Empfehlung, Kinder – Mädchen wie Jungen – im Alter von 9-14 Jahren gegen HPV-Infektionen impfen zu lassen. „Bis zum 18. Geburtstag werden die Impfungen noch bezahlt“, so Frauenarzt Albring: „Der moderne Impfstoff enthält sogar Antigene von neun Virusstämmen und ist deshalb der Impfung, die in dem Untersuchungszeitraum in Schweden verwendet wurde, noch überlegen.“ (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Zur Studie im New England Journal of Medicine

Mehr Quellen: www.impfen-info.de; www.rki.de

Weiterlesen: Diese Impfungen brauchen Sie und Ihre Kinder dringend und 26 Studien lassen schließen: Eine Infektion mit diesem Virus kann Prostatakrebs auslösen.

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