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Honig bei Erkältung, Wunden und Herzerkrankungen? Das sagt die Wissenschaft

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Von: Karolin Schäfer

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Eine Honigbiene fliegt auf eine Fackellilie zu. An den Hinterbeinen sind die gesammelten Blütenpollen zu sehen.
Eine Honigbiene fliegt auf eine Fackellilie zu. An den Hinterbeinen sind die gesammelten Blütenpollen zu sehen. © Beautiful Sports/Grundler/imago

Honig wird eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Doch stimmt das wirklich? Was Forschende dazu sagen.

Kassel – Honig eignet sich nicht nur als Brotaufstrich am Morgen, sondern auch zur Gesundheitsförderung. Schon lange wird Honig als Hausmittel bei Erkältungen oder Halsschmerzen eingesetzt. Doch was sagt die Wissenschaft dazu? Immer wieder untersuchen Forschende in Studien die vermeintlich heilende Wirkung.

Obwohl er zu 80 Prozent aus Zucker besteht und nur wenig Mineralstoffe besitzt, wird dem flüssigen Gold eine antioxidative Wirkung nachgesagt. Durch die enthaltenen Inhibine soll Honig mit entzündungshemmenden Enzymen die Gesundheit fördern. Inhibine sind Wirkstoffe, die das Wachstum von Keimen hemmen.

Hilft Honig bei Erkältungen? Studie gibt Hinweise

Eine britische Studie der University of Oxford ergab, dass Honig vor allem die Symptome von Infektionen der oberen Atemwege mildert. Für die Untersuchung wurden 14 Studien mit 1345 Teilnehmenden verglichen. Das Ergebnis deutete darauf hin, dass Honig bei Häufigkeit und Schwere von Erkältungssymptomen, insbesondere Husten, deutlich wirksamer als Medikamente wie Antibiotika sei. Honig „bietet eine weit verbreitete und kostengünstige Alternative zu Antibiotika“, schrieben die Autoren in ihrem Forschungsbericht.

Die Behandlung mit dem Süßungsmittel könne daher besonders zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenz beitragen. Anders als Honig wirke Antibiotika ausschließlich gegen Bakterien. Einige Infektionen der Atemwege werden jedoch durch Viren ausgelöst, etwa Rhinoviren. Die Forschenden wiesen aber gleichzeitig darauf hin, dass es noch weiterer „qualitativ hochwertiger, Placebo-kontrollierter Studien“ bedarf.

Kann Honig die Heilung von Wunden unterstützen?

Bereits seit der Antike wird Honig zu Wundheilung verwendet. Um die Wirkung auch wissenschaftlich zu erfassen, haben neuseeländische und britische Forschende 26 Studien mit insgesamt 3011 Probanden ausgewertet. Ziel der Untersuchung war es, die Wirkung von Honig auf die Heilung von akuten Wunden, etwa durch Verbrennungen, Platzwunden oder Geschwüren, zu bewerten. Die Ergebnisse sollten dann mit alternativen Wundverbänden und topischen Behandlungen verglichen werden. Unter topischen Arzneimittel versteht man eine lokale Behandlung, etwa in Form von Salben oder Tropfen.

Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass Honig oberflächliche Verbrennungen und infizierte postoperative Wunden schneller zu heilen schien, als herkömmliche Behandlungen. Allerdings betonten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass die herangezogenen Studien meist keine hohe Qualität hatten. Deshalb sei es schwierig, „allgemeine Schlussfolgerungen zu den Wirkungen von Honig als topische Behandlung von Wunden zu ziehen“, hieß es im Forschungsbericht.

Ist Honig gesund bei Diabetes?

Honig soll auch bei Betroffenen von Diabetes unterstützend wirken. Einer Studie aus den USA zufolge soll das flüssige Gold den Anteil des „schlechten“ LDL-Cholesterins um 5,8 Prozent senken. Den Anteil des „guten“ HDL-Cholesterins soll der Verzehr von Honig um 3,3 Prozent gesteigert haben. Untersucht wurden dabei 15 Tage lang verschiedene Probanden, unter anderem mit erhöhten Cholesterin-Werten und Diabetes.

Die Ergebnisse einer anderen Forschung zeigten ebenfalls positive Auswirkungen auf das Körpergewicht und die Blutfette von Diabetikern. Dafür wurden in einer achtwöchigen randomisierten klinischen Studie 48 Typ-2-Diabetiker zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe konsumierte im Zeitraum der Erhebung natürlichen Honig, die Kontrollgruppe bekam keinen Honig. Trotz der positiven Auswirkungen, erhöhte sich nach dem Konsum der Blutzuckerspiegel, wenn auch etwas weniger als bei raffiniertem Zucker. Deshalb sollten Diabetiker Honig nur in Maßen verzehren, so die Forschenden.

Reduziert Honig das Risiko bei Herzerkrankungen?

Da Honig reich an phenolischen Verbindungen ist, die als natürliche Antioxidantien wirken, verspricht das beliebte Süßungsmittel auch eine vielversprechende Wirkung bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Studien zufolge soll die regelmäßige Einnahme von Phenolverbindungen mit einem geringeren Risiko für Herzerkrankungen verbunden sein.

Die regelmäßige Einnahme solcher Verbindungen reduzierte unterschiedlichen Studien zufolge das Auftreten von Herzerkrankungen und Schlaganfällen. Untersuchungen mit Ratten zeigten, dass die in Honig enthaltenen Antioxidantien bei einer Supplementierung auch den Blutdruck senkten. Diese würden zudem Blutgerinnseln verhindern, die zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen. Allerdings fehlen bislang noch Langzeitstudien, die die Auswirkungen von Honig auf die Herzgesundheit erforschen.

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

Fest steht, dass Honig positive Effekte auf die Gesundheit haben kann. Das Potenzial zu weiteren Forschungen ist groß und wird in Zukunft sicherlich noch weitere spannende Ergebnisse offenbaren. In hohen Mengen ist Honig allerdings genausowenig gesund wie Zucker – vor allem von Diabetes Betroffene sollten ihn nur in Maßen genießen. (kas)

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