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Herzmuskelentzündung: Diese Symptome sind Warnzeichen

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Von: Lucas Maier

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Die Symptome einer Herzmuskelentzündung sind meist sehr unspezifisch, die Erkrankung wird oft nicht erkannt. In Corona-Zeiten tritt die Krankheit öfter in die Schlagzeilen.

Frankfurt – Depressionen, Atemschwierigkeiten oder Gedächtnisschwund: Die Liste der möglichen Folgen einer Corona-Infektion, die als Long Covid bezeichnet werden, ist lang. Immer wieder ist hier auch die Rede von Herz-Erkrankungen.

Derzeit sorgt das Thema Herzmuskelentzündung immer wieder für Verunsicherung. Spätestens als bekannt wurde, dass der Corona-Impfstoff von Moderna aufgrund des erhöhten Risikos einer Herzmuskelentzündung nur noch an über 30-Jährige verimpft wird. Aber auch Long-Covid könnte Studien zufolge zu einer Herzmuskelentzündung führen. Doch mit welchen Symptomen äußert sich eine solche Entzündung des Herzmuskels?

Wie oft kommt es nach einer Corona-Impfung tatsächlich zu einer Herzmuskelentzündung? (Symbolbild)
Herzmuskelentzündungen können die Folge einer Corona-Infektion sein. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

Schwer zu entdecken: Coronaviren können Herzmuskelentzündung auslösen

Eine Herzmuskelentzündung, Myokarditis genannt, bleibt oft unerkannt. Denn die Symptome sind unspezifisch, wie es auch bei stummen Herzinfarkten der Fall ist. Dabei können die Folgen für das Herz und den Rest des Körpers fatal sein. Bleibt eine Myokarditis unentdeckt und kann so fortschreiten, führt dies im schlimmsten Fall zu Herzversagen, wie es bei ratgeber-herzinsuffizienz.de heißt.

Eine Entzündung des Herzmuskels kann durch verschiedene Viren ausgelöst werden, auch durch Corona-Viren. Dabei reicht schon eine symptomarme Erkrankung an Covid-19, wie eine Studie aus Ohio zeigt. Bei dieser wurden Sportler nach einer Corona-Infektion untersucht. Bei 15 Prozent wurde der Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung festgestellt.

Studie: Zusammenhang zwischen Corona-Infektion und Herz-Erkrankung untersucht

Eine Corona-Studie der Universitätsklinik in Frankfurt zeigte ein ähnliches Bild. Hier wurden unter der Leitung des Kardiologen Eike Nagel insgesamt 100 Personen untersucht. Die positiv auf das Corona-Virus Getesteten wiesen alle Covid-19-Symptome auf.

Bei 78 von ihnen konnte eine Beeinträchtigung am Herz festgestellt werden. Der Verdacht auf eine Entzündung des Herzens lag bei 60 der Teilnehmenden nahe. Die Corona-Infektion lag bei den Teilnehmer:innen der Studie bereits zwischen 64 und 92 Tage zurück. Vorerkrankungen spielten, laut den Forschenden, bei den Beeinträchtigungen keine Rolle.

Herzmuskelentzündung: Symptome können Hinweis geben – gerade nach Corona-Infektion nicht ignorieren

Doch wie stellt man nun fest, ob nach einer Corona-Infektion eine Herzentzündung vorliegt? Ein eindeutiges Symptom für eine Myokarditis gibt es nicht. Folgende Symptome können jedoch auf eine Herzmuskelentzündung hindeuten:

Die Deutsche Herzstiftung rät dazu, nach dem Abklingen der krankheitstypischen Symptome, wie Fieber und ähnlichem, auf ein Wiederkehren der krankheitstypischen Symptome zu achten. Auch ein ungewöhnlich langes Anhalten der Symptome kann auf eine Herz-Entzündung hindeuten, so die Stiftung.

Nach Corona-Infektion: Herzmuskelentzündung nur schwer festzustellen

Ob eine Entzündung am Herzmuskel in Folge einer Corona-Infektion vorliegt, ist auch für Ärztinnen und Ärzte oft nur schwer festzustellen. Bei einem Verdacht werden zuerst EKG, Röntgenbild und Echokardiographie durchgeführt. Im Anschluss folgt meist eine Magnetresonanztomographie und ein Blutest, wie die Herzstiftung schreibt.

Wer von einer Herzmuskelentzündung, ob nach einer Corona-Infektion oder nicht, betroffen ist, dem wird in erster Linie Schonung verordnet, wie die Apotheken-Umschau verrät. Eine strikte Bettruhe, wie sie früher empfohlen wurde, wird heute aber nicht mehr als zielführend angesehen.

Für drei bis sechs Monate ist keine große körperliche Anstrengung und auch kein Wettkampfsport erlaubt

Professorin Ingrid Kindermann, Leiterin der Ambulanz der Heart Failure Unit des Universitätsklinikums des Saarlandes

Herzmuskelentzündung: Studien legen nahe, dass sich das Herz wieder gut erholen kann

Wird eine Herzmuskelentzündung erkannt und halten sich die Patient:innen an den ärztlichen Rat, „bestehen jedoch gute Chancen, dass die Erkrankung vollständig ausheilt“, sagt Dr. Kindermann gegenüber der Apotheken-Umschau. Laut einer Studie aus Dänemark bestehen bei einer Herzmuskelentzündung infolge einer Corona-Infektion beziehungsweise einer Covid-19 Erkrankung gute Aussichten auf Genesung. In dieser Studie wurden die Spätfolgen von 58 Personen untersucht, die nach einer Corona-Infektion an Covid-19 erkrankten und einen „moderaten bis schweren Verlauf“ aufwiesen.

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

Untersucht wurden die Patient:innen ein halbes Jahr nach Abklingen der Symptome. Lediglich bei 12 Personen wurden Unregelmäßigkeiten am Herz festgestellt, wie die Deutsche Herzstiftung berichtet. (Lucas Maier)

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