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Herzinfarkt: So soll eine App Ihre Gesundheit schützen

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Von: Karolin Schäfer

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Eine neue App soll Herzinfarkte vorbeugen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermitteln. Ein Überblick, was Sie wissen müssen.

Frankfurt – Auch wenn Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland weiterhin als häufigste Todesursache gelten, ist die Sterblichkeit aufgrund von Herzinfarkten seit Jahren rückläufig. Das liegt heutzutage unter anderem an einer gesünderen, bewussteren Lebensweise.

Laut der Deutschen Stiftung für Herzgesundheit erleiden dennoch mehr als 300.000 Menschen jährlich einen Herzinfarkt. Laut Statistischem Bundesamt sind im Jahr 2020 davon 41.456 Menschen an einem akuten Myokardinfarkt (Herzinfarkt) gestorben. Eine neue App für die Herzgesundheit soll dem nun vorbeugen.

Die App HerzFit soll Herzinfarkte vorbeugen. (Symbolbild)
Die App HerzFit soll Herzinfarkte vorbeugen. (Symbolbild) © Maria Maar/imago

Einem Herzinfarkt vorbeugen: App dokumentiert Gesundheitswerte

Meist wird ein Herzinfarkt durch einen plötzlichen Verschluss eines Herzkranzgefäßes (Koronararterie) verursacht. Diese Arterien versorgen den Herzmuskel mit Blut und Sauerstoff. Wird der Blutfluss gestoppt, etwa weil eine Koronararterie verschlossen ist, bekommen die Myokardzellen keinen Sauerstoff mehr, was zu einem Infarkt führt, so die Mediclin Fachklinik Rhein/Ruhr.

Fest steht: Je früher eine Herz-Kreislauf-Erkrankung diagnostiziert wird, desto besser kann dem entgegengewirkt werden. Diese Gesundheitsdaten geben Aufschluss über ein erhöhtes Risiko:

Deshalb sei es umso wichtiger, „diese Werte zu kennen, zu dokumentieren und ihren Verlauf zu kontrollieren“, erklärte Heribert Schunkert, Kardiologe und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, in einer Mitteilung.

Herzinfarkt vorbeugen: Gesundheits-App ermittelt Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankung

Das soll mithilfe der HerzFit-App möglich sein. Die App fürs Smartphone wurde von der Deutschen Herzstiftung gemeinsam mit dem Projekt DigiMed Bayern vom Deutschen Herzzentrum München, der Techniker Krankenkasse, der Deutschen Hochdruckliga sowie der Technischen Universität München entwickelt.

Mit der App können entsprechende Gesundheitsdaten erfasst und tagesaktuell kontrolliert werden. Zudem kann mittels eines Risikorechners das Herzalter bestimmt und somit das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ermittelt werden. Dies erfolgt anhand verschiedener Fragen, mit denen ein persönliches Profil erstellt wird. Allerdings bedeutet ein schlechtes Ergebnis nicht automatisch, dass man kurz vor einem Herzinfarkt steht, betonte Schunkert. Vielmehr sollte es „als Aufforderung betrachtet werden, etwas für die Gesundheit zu tun.“ Die App liefere dafür konkrete Handlungsanweisungen.

Zusätzlich bietet die Gesundheits-App verschiedene Features und Tipps, etwa zu gesunder Ernährung, Stressbewältigung oder Motivation, um mit dem Rauchen aufzuhören. Gleichzeitig stehen Texte, Videos und Podcasts, die nach eigenen Angaben von unabhängigen Herzspezialisten geprüft wurden, rund um die Herzgesundheit zur Verfügung. „Ein erhöhtes Risiko kann so frühzeitig erkannt und ein schnelles Gegensteuern möglich gemacht werden“, hieß es in der Mitteilung der Stiftung. Ziel der HerzFit-App sei es, „die Nutzerinnen und Nutzer bei der Vorbeugung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu unterstützen und zu motivieren, gesund, aktiv und informiert zu bleiben“, so Schunkert weiter.

Herzinfarkt: App kann kostenfrei heruntergeladen werden

Die Entwicklerinnen und Entwickler wiesen zudem auf den hohen Datenschutz der App hin. Obwohl sich Nutzerinnen und Nutzer mit ihren persönlichen Daten registrieren müssen, versicherte die Stiftung, dass alle Daten jederzeit gelöscht und verändert werden könnten – ohne die Einsicht Dritter. Die App kann kostenfrei im Apple Store für iPhones oder im Google Play Store für Android-Geräte heruntergeladen werden.

Hinweise auf einen Herzinfarkt sind für Betroffene oft schwer zu erkennen. Das sind laut der Mediclin Fachklinik Rhein/Ruhr typische Symptome eines akuten Herzinfarkts:

Doch fast jeder zweite Herzinfarkt wird von Betroffenen nicht erkannt. Vor allem bei Frauen verläuft ein sogenannter „stummer“ Herzinfarkt asymptomatisch. Ein frühzeitiges Erkennen eines akuten Myokardinfarkt kann das Absterben des Herzmuskelgewebes verhindern. So kann sich das Herz nach einem Infarkt deutlich besser erholen. (kas)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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