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Hepatitis: Diese Symptome deuten auf die Leber-Erkrankung hin

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Von: Vivian Werg

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Hepatitis ist eine unterschätzte Krankheit mit hoher Dunkelziffer. Sie wird oft spät erkannt – die Folgen sind Leberschäden und -krebs. Was Sie wissen sollten.

Frankfurt – Die Virushepatitis wurde als globales Problem, das die Gesundheit vieler Menschen gefährdet, lange unterschätzt. Weltweit sind über 400 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-B, C- oder D-Virus infiziert. Wie das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) informiert, verläuft bei chronischen Infektionen die Krankheit oft schleichend über Jahrzehnte hinweg, bevor sie zu Leberzirrhose und Leberkrebs führt. Jedes Jahr sterben mehr als 1,4 Millionen Menschen an einer Virushepatitis – Tendenz steigend.

Hepatitis kann akut (von kurzer Dauer) sein oder chronisch verlaufen (mindestens sechs Monate andauern). Die meisten Fälle einer akuten Virushepatitis klingen von alleine ab, manche bestehen jedoch weiter und entwickeln sich zu einer chronischen Hepatitis. Medizinerinnen und Mediziner unterscheiden je nach Ursache, Dauer und feingeweblichen Merkmalen verschiedene Formen von Hepatitis.

Jedes Jahr sterben mehr als 1,4 Millionen Menschen an einer Virus-Hepatitis – Tendenz steigend.
Hepatitis ist eine unterschätzte Krankheit © Emily Frost/ Imago

Gesundheitsgefahr Hepatitis: Ursachen der akuten Virushepatitis

Hepatitis entsteht häufig durch ein Virus, insbesondere eines der fünf wichtigsten Hepatitisviren:

HepatitidenÜbertragung
Hepatitis Aniedrige Hygiene, verunreinigte Lebensmittel oder Wasser
Hepatitis Bungeschützter Geschlechtsverkehr und infiziertes Blut
Hepatitis Cdurch Körpersäfte, verunreinigte Nadeln
Hepatitis Denger Kontakt mit Betroffenen, Kontakt mit Körperflüssigkeiten
Hepatitis Emeist infiziertes und unzureichend erhitztes Schweinefleisch
Quelle: RKI und BMBF

Darüber hinaus können auch übermäßiger Alkoholkonsum, nicht alkoholische Fettleber und Einnahmen gewisser Arzneimittel wie zum Beispiel Isoniazid (zur Behandlung von Tuberkulose) Ursachen sein.

Das Hepatitis A-Virus ist die häufigste Ursache einer akuten Hepatitis, das Hepatitis-B-Virus die zweithäufigste. Laut Professorin Dr. Ulrike Protzer, Virologin an der Technischen Universität München und am Helmholtz Zentrum München, sind Hepatitis-B, -C und -D-Viren die gefährlichsten. Sie können zu einer chronischen Erkrankung führen und sind langfristig für Leberzirrhose und Leberkrebs verantwortlich. „Das Virus kann lange im Körper sein, ohne dass Symptome auftauchen. Betroffene merken oft nichts von der Erkrankung, obwohl die Leber langsam kaputtgeht“, erklärt Protzer im Newsletter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Geschätzt wird eine Dunkelziffer von etwa 290 Millionen Menschen, die weltweit eine chronische Hepatitis haben, ohne es zu wissen.

Gesundheitsgefahr Hepatitis: Symptome der akuten Virushepatitis

Eine akute Virushepatitis kann von leichten grippeähnlichen Erkrankungen bis hin zu tödlichem Leberversagen führen. Wie das MSD Manual berichtet, treten manchmal auch überhaupt keine Symptome auf. Wie schwer die Symptome sind und wie rasch die Heilung einsetzt, schwankt je nach Virus und der Reaktion des Betroffenen auf die Infektion.

Hepatitis A und C bringen oft nur sehr leichte oder gar keine Symptome mit sich und können gänzlich unbemerkt bleiben. Hepatitis B und E lösen hingegen eher schwere Symptome aus. Die Symptome einer akuten Virushepatitis treten in der Regel plötzlich auf. Hierzu gehören:

In seltenen Fällen entwickelt sich eine fulminante Hepatitis. Dabei handelt es sich um eine schwere Hepatitis mit Anzeichen von Leberversagen. Fulminante Hepatitis kann bei Patienten mit Hepatitis A vorkommen, sie tritt jedoch eher bei Patienten mit Hepatitis B auf, besonders wenn sie gleichzeitig an Hepatitis D leiden. 

Gesundheitsgefahr Hepatitis: Ursachen und Symptome einer chronischen Hepatitis

Die chronische Hepatitis tritt viel seltener auf als eine akute Virushepatitis, kann aber Jahre und sogar Jahrzehnte andauern. Bei vielen Patienten verläuft sie ziemlich mild und ruft keine nennenswerten Leberschäden hervor. Bei manchen Betroffenen schädigt die ständige Entzündung aber langsam die Leber und führt schließlich zu einer Zirrhose (einer schweren Vernarbung der Leber), Leberversagen und manchmal auch zu Leberkrebs. Die häufigsten Ursachen der chronischen Hepatitis sind:

Das Hepatitis-C-Virus verursacht circa 60 bis 70 Prozent der Fälle einer chronischen Hepatitis. Mindestens 75 Prozent der Fälle von akuter Hepatitis C werden chronisch. Die chronische Hepatitis verursacht häufig ähnliche allgemeine Symptome wie bei einer akuten Hepatitis.

Oft treten die ersten spezifischen Symptome auf, wenn die Lebererkrankung fortgeschritten ist und es Hinweise auf eine Zirrhose gibt. Hierzu zählen folgende Symptome:

Gesundheitsgefahr Hepatitis: Impfstoffe und Vorbeugung

Impfungen reduzieren das Risiko, schwer krank zu werden. Da die Behandlungen einer Virushepatitis nur teilweise wirksam sind, ist es sehr wichtig, dieser Krankheit vorzubeugen. Einige Formen der Virushepatitis sind vermeidbar, behandelbar oder im Fall der Hepatitis C sogar heilbar. Impfstoffe können Hepatitis A, B und E vorbeugen. Dabei wird der Hepatitis-Impfstoff als Injektion in den Muskel gespritzt. Eine Impfung gegen Hepatitis B verringert allerdings auch das Risiko einer Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus. Der Hepatitis-E-Impfstoff ist nur in China verfügbar. Gegen Hepatitis C oder D gibt es hingegen keinen Impfstoff. 

Weitere Präventionsmaßnahmen gegen eine Infektion mit Hepatitisviren sind:

Virushepatitis ist auf der ganzen Welt verbreitet, daher fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung nun alle Länder ausdrücklich dazu auf, Maßnahmen zur Bekämpfung der Virushepatitis bis 2030 zu ergreifen.

Gegen eine ganze Reihe von gefährlichen Krankheiten sind Impfstoffe verfügbar – manche können Sie sich gleichzeitig geben lassen. (Vivian Werg)

Hinweis der Redaktion

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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