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Mysteriöse Hepatitis-Fälle bei Kindern – WHO prüft Zusammenhang mit Corona

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Von: Fee Halberstadt

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Hepatitis-Fälle
Mehrere Kinder sind aktuell von einer ungewöhnlichen Hepatitis-Infektion betroffen. Besteht etwa ein Zusammenhang mit Corona? (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Die Anzahl der Fälle von Hepatitis-Infektion bei Kindern nimmt weiter zu. Forschende versuchen herauszufinden, was die Ursache der Krankheit ist.

Genf – Nachdem Anfang April die erste Meldung einer Hepatitis-Infektion in Schottland aufgetreten war, steigt die Anzahl von mysteriösen Hepatitis-Erkrankungen bei Kindern weiter an. Während am 1. Mai nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 200 Infektionen bestätigt waren, ist die Anzahl am Dienstag (10. Mai) bereits auf 348 gestiegen. 160 dieser Infektionen sind in Großbritannien verzeichnet worden, die anderen in insgesamt 19 anderen Ländern. Außerdem sind noch 70 weitere Fälle aufgezeichnet, die jedoch noch nicht klassifiziert sind.

Bei Hepatitis handelt es sich um eine Leberentzündung, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Bisher ist unklar, wieso es zu einem vermehrten Auftreten des Virus bei Kindern kommt. Die führende Hypothese für die Ursache bleiben demnach Adenoviren. In der vergangenen Woche habe es „einige wichtige Fortschritte“ bei der Untersuchung der Fälle und möglicher Ursachen gegeben, sagte Philippa Easterbrook vom globalen Hepatitis-Programm der WHO. „Gegenwärtig bleiben die führenden Hypothesen diejenigen, die Adenoviren mit einbeziehen – wobei auch die Rolle von Covid, entweder als Co-Infektion oder als frühere Infektion, noch eine wichtige Rolle spielt.“

Immer mehr mysteriöse Hepatitis-Fälle: Ursache wird weiter untersucht

Weitere Tests in der vergangenen Woche bestätigten, dass etwa 70 Prozent der Hepatitis-Fälle positiv auf Adenoviren getestet wurden, wobei der Subtyp 41 – der normalerweise mit Magen-Darm-Entzündungen in Verbindung gebracht wird – der vorherrschende Subtyp ist. Die Tests haben auch gezeigt, dass etwa 18 Prozent der Fälle positiv auf Covid-19 getestet wurden.
Mithilfe neuer Daten aus Großbritannien wollen die Forscher nun klären, „ob Adeno nur eine zufällig entdeckte Infektion ist oder ob es einen kausalen“ Zusammenhang gibt, sagte Easterbrook weiter. Bisherige Untersuchungen zeigten keine der typischen Merkmale, die bei einer Leberentzündung durch Adenoviren erwartbar wären.

Adenoviren sind weit verbreitete Viren, von denen mehr als 50 Typen existieren. Normalerweise lösen sie nur leichte Erkrankungen aus, im aktuellen Fall sind jedoch bereits fünf Kinder verstorben und in einigen Fällen war eine Lebertransplantation notwendig. Die Viren verbreiten sich durch eine Tröpfcheninfektion. Die meisten dieser Erreger verursachen Erkältungen, manche lösen aber andere Beschwerden aus. (fh/AFP)

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