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„Hangry“: Studie beweist, dass Hunger wütend macht

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Von: Tanja Koch

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Wer Hungrig ist, sollte schnell etwas essen. Denn ansonsten droht schlechte Laune, wie eine Cambridge-Analyse nun belegt hat.
Wer Hungrig ist, sollte schnell etwas essen. Denn ansonsten droht schlechte Laune, wie eine Cambridge-Analyse nun belegt hat. © Andriy Popov/Imago

Wer lange nichts gegessen hat, reagiert schnell gereizt – dieses Phänomen beschreibt der Begriff „hangry“. Forschende haben es nun belegt.

Cambridge – Nicht erst seit der „Du bist nicht du, wenn du hungrig bist“-Werbung von Snickers kursiert die Annahme, dass Hunger schlechte Laune auslöst. Mit dem Begriff „hangry“ ist das Phänomen auch in den deutschen Sprachgebrauch eingegangen. Das Wort ist eine Mischung aus „hungry“ (hungrig) und „angry“ (wütend). Doch Forscher um Viren Swami von der britischen Anglia Ruskin University (ARU) in Cambridge konnten nun außerhalb von Laborbedingungen nachweisen, dass es diesen Zusammenhang tatsächlich gibt.

Sie werteten die Angaben von über 60 erwachsenen Probanden aus, die über einen Zeitraum von 21 Tagen fünf Mal am Tag per App nach ihrem Hungergefühl und Gefühlszuständen wie Ärger, Reizbarkeit und Vergnügen befragt wurden. Heraus kam, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Hungergefühl und negativen Gefühlen gibt. Die Studie wurde im Fachjournal „PLOS ONE“ veröffentlicht.

„Hangry“-Studie: Womöglich hängt Blutzuckerspiegel mit Emotionen zusammen

Wo genau die Ursache für den Zusammenhang liegt, ist noch nicht geklärt. Ein möglicher Ansatz gehe davon aus, dass unser Gehirn bei einem Abfall von Blutzucker nicht mehr im gleichen Maß in der Lage ist, Emotionen zu kontrollieren, erläuterte der leitende Wissenschaftler Swami im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Ein anderer lege nahe, dass wir in hungrigem Zustand anders auf äußere Faktoren reagieren und sie als störender empfinden als nach einer Mahlzeit. „Es ist wahrscheinlich eine komplizierte Kombination aus beidem“, sagte Swami.

Er gehe aber davon aus, dass psychologische Faktoren eine größere Rolle spielten als der Blutzuckerspiegel, dessen Einfluss in diesem Zusammenhang von verschiedenen Studien angezweifelt worden sei.

Kenntnis über Phänomen „hangry“ hilft beim Einordnen der eigenen Gefühle

Als praktischen Nutzen sieht Swami an der Studie, dass man seine Gefühle besser einordnen könne, wenn man sich über den Zusammenhang bewusst sei. „Wenn ich wütend bin, muss ich nach der Quelle dieser Wut suchen“, so der Wissenschaftler. Sei er aber „hangry“, dann genüge es, etwas zu essen.

Johann Christoph Klotter, Professor für Ernährungs- und Gesundheitspsychologie von der Hochschule Fulda jedoch zweifelt an der aussagekraft der Studie. Denn Ursache und Wirkung seien bei dem Zusammenhang von Hunger und Ärger nicht zu trennen, erklärte Klotter der Deutschen Presse-Agentur. Denn, so der Wissenschaftler im Ruhestand, Hunger könne auch ein Ausdruck von Ärger sein. (dpa)

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