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Bläschen auf der Haut und Nervenschmerzen zählen zu den Symptomen einer Gürtelrose.
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Bläschen auf der Haut und Nervenschmerzen zählen zu den Symptomen einer Gürtelrose.

Herpes Zoster

Gürtelrose nach Corona-Impfung: Impfkomplikation oder Zufall?

  • Juliane Gutmann
    VonJuliane Gutmann
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In der Schweiz wurden 121 Gürtelrose-Fälle nach einer Corona-Impfung bekannt. Was bisher über die Zusammenhänge bekannt ist, erfahren Sie hier.

Direkt nach einer Corona-Impfung ist es – wie bei allen anderen Impfungen auch – ratsam, sich zu schonen. Der Körper wird durch die Immunisierung angeregt, Antikörper gegen Coronaviren zu produzieren. Das Immunsystem ist also beschäftigt und bei vielen Menschen etwas anfälliger für Krankheitserreger. Doch auch vor dem Hintergrund, dass vorübergehende Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle oder Kopfschmerzen nach einer Impfung möglich sind, überwiegt der Nutzen die Risiken einer Covid-Impfung. Nicht nur die Hersteller selbst, auch Gesundheitsbehörden wie das Robert Koch-Institut und Mediziner wie der Münchner Professor Dr. Dr. Franz-Xaver Reichl raten deshalb zur Corona-Impfung.

Schwere Nebenwirkungen der Impfung kommen nach jetzigem Kenntnisstand selten vor. Eine Übersicht über bisher bekannte Impfkomplikationen finden Sie im aktuellen Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Die Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Impfstoffe wurde in Zulassungsstudien mit mehreren zehntausenden Teilnehmenden untersucht, im Fall des Biontech-Impfstoffes Comirnaty umfasste die Zulassungsstudie 43.500 Teilnehmende, wie das Portal Gesundheitsinformation.de als Angebot des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen informiert. Doch sehr seltene Nebenwirkungen können während der Zulassungsstudien eines Impfstoffs meist nicht erkannt werden, daher überwachen internationale Behörden die Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen. In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut zuständig.

Hier können Sie Nebenwirkungen einer Corona-Impfung an das PEI melden

Gürtelrose durch Corona-Impfung? Studienlage nicht ausreichend

Neben den bisher bekannten Impfkomplikationen kommt es aktuell zu Meldungen über Gürtelrose (Herpes Zoster) nach einer Corona-Impfung. Wie unter anderem das österreichische Portal Kurier informiert, berichten Schweizer Medien über 121 Fälle, die kurz nach der Impfung bekannt wurden. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic als Zulassungs- und Kontrollbehörde für Heilmittel in der Schweiz hatte die Zahlen veröffentlicht, weist aber darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen den Impfungen und der Herpes-Zoster-Reaktivierung noch weiter untersucht werden muss. Auch in Israel gab es rtl.de zufolge derartige Vorkommnisse. So sollen im Dezember 2020 an zwei Zentren in Israel sechs Fälle von Gürtelrose kurz nach der Biontech-Impfung bekannt geworden sein. Die Patienten und Patientinnen litten an rheumatischen Autoimmunerkrankungen, heißt es weiter.

Wer bereits einmal Windpocken hatte, kann auch an Gürtelrose erkranken. Beide Erkrankungen werden dem Portal Gesundheitsinformation.de zufolge durch die sogenannten Varizella-Zoster-Viren verursacht. Nach einer Windpocken-Erkrankung würden sich diese unbemerkt in den Nervenwurzeln im Bereich des Rückenmarks oder in den Hirnnerven einnisten. Jahrzehnte können sie so vor sich hin schlummern. Doch Infektionskrankheiten und andere Faktoren wie starker Stress können sie reaktivieren und Gürtelrose auslösen. Dann wandern die Viren am betroffenen Nerv entlang in die Haut und haben die typische Entzündung mit Hautausschlag zur Folge. Betroffene leiden unter teils starken Nervenschmerzen.

Bisher liegen noch nicht ausreichend viele Daten vor, um einen Zusammenhang zwischen der Corona-Impfung und Gürtelrose zu belegen. Um andere Ursachen wie fortgeschrittenes Alter oder extremen Stress als Auslöser auszuschließen, müssen weitere Studien erfolgen. (jg)

Weiterlesen: Herpes-Infektion und Corona - Fachleute erforschen Zusammenhang

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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