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Gründe, warum Kinder nicht schlafen

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Schulkinder brauchen ausreichend viel Schlaf, um unbewusst Gelerntes in aktives Wissen umzuwandeln.
Schulkinder brauchen ausreichend viel Schlaf, um unbewusst Gelerntes in aktives Wissen umzuwandeln. © dpa

Einfach nicht müde oder doch ein Machtspiel? Die Gründe, warum Kinder nicht ins Bett wollen, sind vielfältig. Meistens sollten sie kein Anlass zur Sorge sein. Dennoch ist es gut, wenn Eltern den Grund für den Schlafmangel herausfinden. Denn guter Schlaf macht Kinder schlau.

„Ich habe Durst. Ich muss nochmal. Ich will eine Wärmflasche. Da sitzt ein Mann im Schrank.“ Wenn Kinder abends den Schlaf hinauszögern wollen, sind sie grenzenlos kreativ. Nach dem Ärger der Eltern folgt nach einiger Zeit die Sorge: Schläft mein Kind genug? Vor allem, wenn Sohn oder Tochter morgens für die Schule fit sein sollen, ist das ein Problem.

Dabei ist ausreichend Schlaf für Schulkinder wichtig und er zahlt sich aus. Denn Schlaf macht Kinder schlau, das belegt auch eine aktuelle Studie. Das Gehirn von Kindern wandelt während der Nachtruhe unbewusst Gelerntes in aktives Wissen um. Und zwar noch effektiver als bei Erwachsenen, hat  Dr. Ines Wilhelm vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Tübingen in einer Studie feststellt. Die Ergebnisse hat sie mit Kollegen aus Deutschland und der Schweiz im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ veröffentlicht.

Doch wie viel Schlaf braucht ein Schulkind? Jeder Mensch braucht je nach Alter eine angemessene Portion Schlaf, um zu regenerieren, sagt Prof. Ulrich Koehler, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter gelten als Richtwert neun bis zehn Stunden. Der individuelle Schlafbedarf ist sehr unterschiedlich: „Wenn ein Zweitklässler um sieben Uhr aufstehen muss, reicht es oft aus, wenn er um halb neun abends schläft“, sagt Angelika Schlarb, Psychologin an der Universität Tübingen. Doch halb neun bedeutet in vielen Familien paradiesische Zustände. Denn oft wird es wesentlich später.

Unaufmerksam, reizbar, hibbelig

„Ein Kriterium, ob ein Kind ausreichend schläft, ist, wie gut es morgens aufsteht. Muss man es mehrfach wecken? Kommt es nur schwer in die Gänge?“, nennt Schlarb als Kriterien. Doch nicht nur das mühevolle Aufstehen kann ein Zeichen für Schlafmangel sein, auch Tagesmüdigkeit deutet darauf hin. „Kinder, die tagsüber unaufmerksam sind, hibbelig, reizbar und kaum noch lernen wollen, schlafen in der Regel zu wenig“, sagt die Hamburger Kinderärztin Annette Lingenauber. (dpa/ef)

Doch wie schaffen es entnervte Eltern, dass ihre Kinder abends rechtzeitig im Bett liegen und dann auch wirklich schlafen? In der Bilderstrecke lesen Sie, welche Ursachen Einschlafprobleme haben können und welche Regeln und Rituale Kindern und Eltern bei der Nachtruhe helfen.

Paul Suer: Wenn mein Kind nicht schlafen will. Ein Ratgeber für ruhige Nächte. Urania. 128 S. Euro 12,95.

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