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Die diesjährige Grippewelle sorgt für überfüllte Arztpraxen.

Volle Arztpraxen

Grippewelle dauert noch an

Husten, Halsschmerzen, Fieber - wegen typischer Grippesymptome sind seit acht Jahren nicht mehr so viele Patienten zum Arzt gegangen wie in dieser Influenza-Saison. Und die Grippewelle 2013 ist immer noch nicht vorbei, heißt es beim Robert-Koch-Institut.

Die laufende Grippesaison hat es in sich: Die Wartezimmer der Arztpraxen sind bisher so voll gewesen wie seit acht Jahren nicht mehr. „Nur 2004/05 war der Praxisindex höher als in dieser Saison“, sagt Susanne Glasmacher, Sprecherin des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre. Ein Hinweis auf die Schwere einer Grippewelle ist das allein aber noch nicht. Eine solche Einschätzung ist erst im Rückblick möglich - samt der Zahl der Todesfälle.

Der Höhepunkt der aktuellen Grippewelle begann Mitte Februar. In Spitzenzeiten wurden wöchentlich in rund 9000 Fällen Influenza-Viren nachgewiesen. Auch wenn dieser Höhepunkt nun überschritten ist: Entwarnung gibt das RKI noch nicht. „Wir denken, dass die Virusaktivität noch ein paar Wochen anhalten wird“, sagt Glasmacher.

2,3 mal mehr Patienten

Der Praxisindex misst, wie viele Patienten mit Atemwegserkrankungen mehr in ausgewählte Praxen kommen als in grippefreien Zeiten im Winter. In diesem Jahr kamen bis zu 2,3 mal mehr Patienten. Im Winter 2004/05 wurden bis zu 2,5 mal mehr Arztbesuche gezählt. Wie auch in den Vorjahren, sei in dieser Saison der Anteil der Säuglinge und Kleinkinder unter den Patienten am höchsten gewesen, sagt Glasmacher. Nicht jeder Patient mit Atemwegproblemen aber hat eine echte Grippe. Für den Nachweis ist ein Test auf Influenza-Viren nötig.

Die Einschätzung einer Grippewelle allein anhand des Praxisindex sei aber nicht sinnvoll, betonte Glasmacher. „Ein kurzfristig sehr hoher Wert kann weniger problematisch sein als eine Zeit mit langfristig mittleren Werten“, erläuterte die Sprecherin. Auch bei den gemeldeten Virusnachweisen seien Vergleiche problematisch. „Naturgemäß ist dies nur ein kleiner Anteil, der stark von der öffentlichen Aufmerksamkeit und dem diagnostischen Vorgehen abhängt“, ergänzt sie. Beides könne in verschiedenen Jahren und Regionen sehr unterschiedlich sein.

Im Jahr der Schweinegrippe-Pandemie (2008/09) seien in Spitzenzeiten zum Beispiel bis zu 32.000 Influenza-Nachweise pro Woche übermittelt worden. Im Winter zuvor habe der Spitzenwert bei nur 5000 Nachweisen pro Woche gelegen. Doch die Zahl der Todesfälle habe damals dann mit 19.000 einen Höhepunkt im Zehn-Jahres-Vergleich erreicht. „Die Einschätzung der Schwere einer Grippewelle ist erst möglich, wenn die Welle vorbei ist“", sagte Glasmacher. (dpa)

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