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Ein kleiner Pieks - und zwei Wochen später ist man gegen Grippe geschützt. Das Robert-Koch-Institut mahnt zur Grippeimpfung.

Influenza

Grippeimpfung - diese Personen sollten sich jetzt impfen lassen

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Die Grippeimpfung rettet Leben, betont das Robert-Koch-Institut angesichts der hohen Zahl von Grippe-Toten in der Saison 2017/18. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Impfung gegen Influenza.

Die Tage werden kürzer, dunkler und kühler - der Herbst ist da und der Winter naht mit großen Schritten. Doch bevor man sich auf Weihnachtsmärkte und Schnee freut, sollte man über eine Grippeimpfung nachdenken - besonders, wenn man zur Risikogruppe gehört. „Es gibt keine Impfung in Deutschland, mit der sich mehr Leben retten lässt“, erklärt Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI). In der Saison 2017/2018 war die starke Grippewelle nach Angaben des RKI für schätzungsweise 25.100 Tote verantwortlich - das sei die höchste Zahl an Todesfällen durch Influenza in den vergangenen 30 Jahren.

Eine solch hohe Zahl an Todesfällen ist nach RKI-Angaben „sehr selten“, in anderen Jahren gab es demnach nur einige hundert Fälle. Doch angesichts der vielen Todesfälle 2017/2018 mahnt das RKI, sich für die Grippesaison 2019/2010 durch eine Impfung gegen Grippe zu schützen. Die Grippeimpfung sei die wichtigste Schutzmaßnahme - obwohl die Impfung von Saison zu Saison unterschiedlich wirksam sei.

Welche Symptome deuten auf eine Grippe (Influenza) hin?

Die Influenza (Grippe) wird durch Viren ausgelöst. Die Influenzaviren können nach Angaben des RKI bereits übertragen werden, bevor die ersten Symptome überhaupt auftreten. Zu den Symptomen gehört häufig ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber, Muskel- oder Kopfschmerzen. Häufig kommt später ein trockener Reizhusten dazu. Vor allem ältere Grippeinfizierte bekommen jedoch häufig kein Fieber, so das RKI.

Welchen Personen wird eine Grippeschutzimpfung empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt folgenden Personen eine Grippeimpfung:

  • Menschen ab 60 Jahre: Hinter dieser Empfehlung steckt das Wissen darum, dass bei älteren Menschen das Risiko erhöht ist, dass eine Influenza einen schweren Verlauf nimmt.
  • Schwangere: Bei einer Grippe-Infektion haben Schwangere ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe, daher empfiehlt die STIKO allen Frauen, die im Winter schwanger sind, eine Grippeimpfung.
  • Chronisch Kranke: Personen mit Grundkrankheiten (z.B. Asthma, chronische Bronchitis, Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten) haben ein erhöhtes Risiko, schwere oder tödliche Krankheitsverläufe der Grippe zu entwickeln, daher sollten sie sich vorbeugend impfen lassen.
  • Medizinisches und Pflegepersonal: Wer mit Patienten arbeitet, stellt eine mögliche Infektionsquelle für diese dar. Durch eine Impfung des Personals gegen Influenza soll die Weiterverbreitung der Grippe beispielsweise im Krankenhaus oder Pflegeheim eingedämmt werden.

Warum wird eine Grippeimpfung nicht für alle empfohlen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Grippeimpfung nur für bestimmte Personengruppen, da eine Influenza-Erkrankung bei gesunden Kindern und Erwachsenen unter 60 Jahren „in der Regel ohne schwerwiegende Komplikationen“ verläuft, so das RKI. Das bedeutet jedoch nicht, dass die STIKO von einer Impfung für andere Personen abrät. Viele Arbeitgeber beispielsweise bieten ihren Angestellten eine Grippeschutzimpfung an, um der Erkrankung und dem damit verbundenen Arbeitsausfall vorzubeugen.

Grippeimpfung: Wer sollte sich impfen lassen?

Wie viele Menschen lassen sich in Deutschland gegen Grippe impfen?

Die Europäische Union hat das Ziel vorgegeben, dass 75 Prozent der älteren Menschen gegen Grippe geimpft werden sollen. Doch dieses Ziel erreicht Deutschland nicht annähernd. In der Saison 2016/2017 waren nach Angaben des RKI nur knapp 35 Prozent der Personen ab 60 Jahren geimpft, 2008/2009 und 2009/2010 waren in Deutschland noch knapp die Hälfte der Über-60-Jährigen gegen Influenza geimpft.

Muss man sich jedes Jahr aufs Neue gegen Grippe impfen lassen?

Die STIKO empfiehlt allen Menschen, denen zur Grippeimpfung geraten wird, dass sie sich jedes Jahr erneut impfen lassen sollten. Das Influenzavirus ist sehr wandlungsfähig - weshalb der Impfstoff jedes Jahr angepasst wird. Aber auch wenn sich der Impfstoff im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert hat, macht eine erneute Impfung laut RKI Sinn: Der Impfschutz lässt nach, und nach Ablauf eines Jahres sind viele Geimpfte nicht mehr ausreichend geschützt. Innerhalb der Grippesaison ist jedoch keine Auffrischung notwendig, da die Immunität in der Regel sechs bis zwölf Monate beträgt.

Kann man auch nach einer Grippeimpfung an Influenza erkranken?

Eine Grippeimpfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz, weshalb auch ein Geimpfter trotzdem an Influenza erkranken kann. In manchen Fällen kommt die Impfung auch zu spät: Hat die Infektion kurz vor der Impfung oder in den ersten zehn bis 14 Tagen nach der Grippeimpfung stattgefunden, kann die Erkrankung trotz Impfung auftreten.

Grippewelle naht: Die wichtigsten Fakten zur Influenza

Welche Nebenwirkungen hat die Grippeschutzimpfung?

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist der Influenzawirkstoff „in der Regel gut verträglich“. Bei einer Impfung mit dem Totimpfstoff kann es demnach zu leichten Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Impfstelle kommen. Außerdem können Symptome wie bei einer Erkältung auftreten (Fieber, Frösteln, Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen). Die Beschwerden sollen nach RKI-Angaben innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder abklingen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Die Grippewelle hat in den vergangenen Jahren immer zu Beginn des neuen Jahres begonnen. Nach der Impfung dauert es zehn bis 14 Tage, bis der Schutz gegen Influenza vollständig aufgebaut ist. Daher wird empfohlen, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Wer die Impfung verpasst, kann sie jedoch noch im Dezember nachholen. Auch zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle kann es sinnvoll sein, die Grippeimpfung nachzuholen, so das RKI.

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