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Ärzte wägen ab

Grippe-Welle: Sollten Kinder jetzt die Impfung erhalten?

  • Jasmin Pospiech
    VonJasmin Pospiech
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Die Corona-Fallzahlen steigen rasant. Zudem treten in der kalten Jahreszeit wieder gehäuft Grippe und Erkältungen auf. Zeit, auch sein Kind impfen zu lassen?

Berlin – Die kalte Jahreszeit bringt nicht nur oftmals nasses Wetter mit sich, sondern sorgt auch dafür, dass Viren und Erreger ein leichteres Spiel haben. Unser Immunsystem ist dann sehr viel anfälliger, die Folge sind Grippeerkrankungen und fiese Erkältungen.

Grippe-Impfung: Sollten auch Kinder sie jetzt erhalten?

Grundsätzlich empfiehlt daher die Stiko Risikogruppen, die Grippeimpfung jährlich aufzufrischen*. Darunter zählen unter anderem:

  • Menschen über 60 Jahre
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen
  • Bewohner von Pflege- und Altenheimen
  • Medizinisches und Pflege-Personal
  • Menschen mit vielen Kontakten
  • Schwangere*

Hinzu kommt, dass auch die Corona-Fallzahlen täglich ein neues Rekord-Hoch* erreichen. Besonders in Bayern und Sachsen ist die Lage kritisch. Daher ist neben der Corona-Impfung laut Experten auch eine Grippeschutzimpfung empfehlenswert. Diese kann sogar zeitgleich verabreicht werden. Allerdings ist dabei darauf zu achten, dass der Pieks jeweils in den linken und rechten Arm* erfolgt.

Kindern mit Risikoerkrankungen wird die Influenza-Impfung empfohlen. (Symbolbild)

Doch viele Eltern fragen sich nun, wie sie ihr Kind am besten schützen können. Sollten die Kleinen jetzt auch besser eine Impfung erhalten?

Grippe-Impfung: Sollten auch Kinder sie jetzt erhalten?

Aktuell gibt es noch keine allgemeine Empfehlung für Kinder und Jugendliche. Dennoch wird geraten, dass Kinder mit Risikoerkrankungen wie etwa

  • Asthma*
  • Herzerkrankungen
  • Lebererkrankungen

die Influenza-Impfung bekommen sollen, sagt auch der Kinder- und Jugendarzt Martin Terhardt aus Berlin gegenüber dem NDR. Er ist Mitglied der Stiko und dort in der Arbeitsgruppe „Influenza“ tätig. Was ist aber, wenn Eltern ihre Kinder gegen Grippe impfen lassen wollen, obwohl das Kind gesund ist? Laut Terhardt dürfen Kinderärzte dem Wunsch nachkommen.

Aber: Zurzeit müssen die Krankenkassen die Kosten dafür nicht übernehmen. Allerdings zeigen sich manche kulant und zahlen die Kosten für die Influenza-Impfung* bei Kindern von über 60 Euro.

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Auch der Kinder-Intensivmediziner Friedrich Reichelt vom Klinikum Stuttgart spricht sich dafür aus, auch bei gesunden Sprösslingen. „Der Grund ist, dass die Influenza ein häufiger Grund für kleine Kinder ist, um ins Krankenhaus zu müssen. Da wir aber in diesem Jahr eine heftige Infekt-Welle haben, mit vielen Erkältungen und Viruserkrankungen, die schwerer verlaufen, haben wir die Befürchtung, dass die Influenza dieses Jahr auch eine schwerere Welle verursachen* könnte.“

Grippe-Impfung: Sollten auch Kinder sie jetzt erhalten?

Doch: Wenn alle Jugendlichen und Kinder in Deutschland geimpft werden würden, würde es aber an genug Impfstoff für die Risikogruppen* fehlen, befürchtet hingegen Kinderarzt Terhardt. Denn bereits jetzt reiche der Impfstoff für letztere nicht aus: „Dafür bräuchten wir 40 Millionen Impfstoffe, wir haben aber nach Ankündigung des Bundesgesundheitsministerium 25 Millionen Impfstoffe zu erwarten.“ Trotzdem steht die Meinung der Kinderärzte der Empfehlung nicht vollkommen entgegen.

Schließlich hatte sich die Stiko bereits im März 2020 mit dem Thema „Influenza-Impfung bei Kindern“ beschäftigen wollen, um mithilfe von Studien das Risiko und den Nutzen* besser abschätzen zu können. Mit dem Ziel, am Ende womöglich eine Empfehlung für alle Kinder zu geben. Corona machte den Bemühungen allerdings einen Strich durch die Rechnung.

Doch sogar, was die Grippe-Impfquote der Risikopatienten angeht, „ist sie nicht so gut, wie sie sein sollte“, stellt Terhardt klar. Daher fordern die Experten, dass künftig gezielt eine bessere Aufklärung bundesweit über die Grippeschutzimpfung stattfinden soll. *24vita.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Laci Perenyi/Imago

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