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Vielversprechendes Ergebnis

Grippeimpfung senkt Demenzrisiko? Studie verspricht sogar um zwölf Prozent

  • Kristina Wagenlehner
    VonKristina Wagenlehner
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Eine aktuelle Studie unterstützt eine spannende Hypothese: Wer sich regelmäßig gegen Grippe impfen lässt, ist besser vor Demenz und Alzheimer geschützt.

Berlin – Viele fürchten sich im Alter vor Demenz und seine häufigste Form, Morbus Alzheimer. In aller Welt forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an neuen Therapien und Arten der Vorbeugung, um dem krankhaften Vergessen Einhalt zu gebieten. Eine neue Studie aus den USA hat zudem Bemerkenswertes herausgefunden.

Grippeimpfung senkt Demenzrisiko: Die Studie untersucht 120.000 Veteranen

In einer amerikanischen Studie sind über 120.000 US-Veteranen im Alter von durchschnittlich 75,5 Jahren untersucht worden. Die meisten Probanden waren weiße Männer, alle ohne Demenz-Diagnose*. Die Forscher untersuchten die Krankenakten der Teilnehmer in einem Zeitraum von zehn Jahren, zwischen 2009 und 2019.

Die Teilnehmer wurden anschließend in Gruppen eingeteilt, je nachdem wie viele Grippeimpfungen* sie innerhalb dieser zehn Jahre bekommen hatten. Dann wurde analysiert, bei wem in dem Zeitraum eine Demenz-Erkrankung, zum Beispiel Morbus Alzheimer, eingetreten ist. Sogenannte Ko-Variablen wie Alter, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, Familienstand sowie Versicherungsstatus, die einen Einfluss auf das Demenzrisiko* haben, wurden aus der Statistik herausgerechnet.

Wer sich regelmäßig gegen Grippe impfen lässt, scheint besser vor Demenz geschützt zu sein. (Symbolbild)

Die durchschnittliche Beobachtungsdauer der Patienten lag bei etwas mehr als 6,5 Jahren. In dieser Zeit erkrankten knapp 16.000 Personen neu an einer Demenz.

Grippeimpfung senkt Demenzrisiko: 40.000 Deutsche vor Demenz bewahren – pro Jahr

Die Analyse ergab: Wer sich regelmäßig gegen Influenza impfen hat lassen*, erkrankte im Verhältnis seltener an Demenz. Insgesamt reduzierten die Impfungen das Demenzrisiko um zwölf Prozent! Allerdings nur, wenn mehr als sechs Impfungen im Beobachtungszeitraums verabreicht wurden. Damit könnte die Grippeimpfung nicht nur vor einem schweren Verlauf von Corona*, sondern auch vor einer Demenzerkrankung schützen.

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„Dieser Effekt ist nicht unerheblich. Bei jährlich etwa 330.000 Demenz-Neuerkrankungen in Deutschland* könnten somit durch regelmäßige Grippeimpfungen fast 40.000 Menschen jährlich vor der Diagnose Demenz bewahrt werden“, sagt auch der Demenz-Experte Prof. Richard Dodel von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Grippeimpfung senkt Demenzrisiko: Wie funktioniert das?

Wie die Impfungen gegen die Influenza* das Demenzrisiko senken sollen, erklären die Autoren folgendermaßen: Die Impfungen regen die Immunzellen des Gehirns (Mikroglia) an. Sie erkennen krankheitsauslösende Stoffe und Abfallprodukte und bauen sie ab. Wie im Tierversuch gezeigt wurde, soll dann auch vermehrt Beta-Amyloid abgebaut worden sein. Genau das lagert sich bei einer Alzheimer-Erkrankung zwischen den Nervenzellen ab und schädigt sie.

„Die grundlegende Idee vieler Alzheimertherapien ist es, Beta-Amyloid aus dem Körper zu schleusen, bevor das Protein Schaden im Gehirn anrichten kann. Wenn prospektive Studien nun zeigen, dass wiederholte Grippeimpfungen genau diesen Effekt haben und Beta-Amyloid abbauen, wäre das ein Durchbruch für die Demenztherapie. Die vorliegenden Daten deuten darauf hin, haben aber noch keine Beweiskraft. Der beobachtete positive Effekt von Impfungen auf das Demenzrisiko könnte letztlich auch daran liegen, dass Menschen, die sich regelmäßig impfen lassen, auch sonst gesünder leben und somit ein geringeres Krankheitsrisiko haben. Daher brauchen wir nun weiterführende, prospektive Studien, um den Zusammenhang eindeutig zu klären“, lautet Dodels Fazit. *24vita.de und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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