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In Deutschland sind 48 bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet worden.

Ähnliche Risikogruppen

Coronavirus und Grippe im Vergleich: So unterscheiden sich die beiden Viruskrankheiten

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Die Virusgrippe und eine Infektion mit Coronaviren ähneln sich. Ein Experte verrät, welche Infektionskrankheit Gefahren birgt und wer gefährdet ist.

  • Eine Infektion mit Coronaviren kann tödlich enden - wie die Virusgrippe auch.
  • Besonders gefährdet sind in beiden Fällen bestimmte Personengruppen.
  • Die Virusgrippe fordert jedes Jahr unzählige Todesopfer - weit mehr als eine Coronavirus-Infektion?

Nach den ersten bestätigten Coronavirus-Fällen in Bayern* erklärte Bundesgesundheitsminister Spahn in der Tagesschau, dass man gut vorbereitet sei. Er würde die Meldeketten noch engmaschiger machen und Fluggesellschaften und Kliniken zusätzliche Meldepflichten auferlegen wollen, so Spahn im Interview. Doch inzwischen 48 bestätigte Coronavirus-Infektionen zwingen die Bundesregierung zum Handeln, sie richtete einen Krisenstab ein. Gesundheitsminister Spahn spricht vom "Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland". Er erwartet eine deutlich stärkere Verbreitung des Virus, wie die Süddeutsche Zeitung meldete.

Viele Bürger sind dennoch beunruhigt wegen immer neuer Fälle der SARS-ähnlichen Lungenkrankheit, die durch neuartige Coronaviren* ausgelöst wird. Bisher sind im Jahr 2020 weltweit 83.392 Coronavirus-Infektionen und 2.858 Todesfälle gemeldet worden (Stand 28.2.2020). Zum Vergleich: Weltweit kommt es der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge zu drei bis fünf Millionen schweren Grippefällen jährlich. Davon versterben bis zu 650.000 Menschen an der Viruserkrankung.

Coronavirus-Infektionen in Deutschland: "Grund zur großen Besorgnis besteht momentan nicht"

In der Tagesschau vom 28. Januar 2020 erklärte Virologe Professor Hans-Georg Kräusslich von der Universität Heidelberg, wie gefährlich das Coronavirus einzustufen sei: "Ich glaube die Aufregung um das Coronavirus kommt daher, dass es sich um einen neuen Erreger handelt und wie immer bei neuen Erregern weiß man noch nicht genau, wie es weitergeht. Es gibt keine Hinweise, dass es eine höhere Pathogenität (Anmerkung d. Redaktion: Fähigkeit, krankhafte Veränderungen im Organismus hervorzurufen) hat als das normale Grippevirus (…)". Jedoch wisse man nicht genau, wie sich Coronavirus-Infektionen entwickeln. "Grund zur großen Besorgnis besteht momentan nicht", so Kräusslich.

Video: Grippe oder Corona-Virus - Was ist schlimmer?

Die meisten Todesfälle durch das Coronavirus gab es in China. Zum Tode führte eine Infektion bislang hauptsächlich bei Menschen mit schweren Vorerkrankungen. Zu den Risikogruppen zählen:

  • Menschen mit Herzkrankheit 
  • Krebspatienten
  • ältere Menschen
  • immungeschwächte Personen (etwa durch Autoimmunkrankheiten)

Lesen Sie auch: Schützt eine Maske vor einer Coronavirus-Infektion? Wer einen Mundschutz tragen sollte.

Bislang kein Medikament gegen das Coronavirus gefunden

Bei der Virusgrippe verhält es sich ähnlich. Auch hier seien junge, gesunde Menschen weit weniger gefährdet als ältere Menschen mit Vorerkrankungen oder Immunschwäche, so Kräusslich.

Wie bei einer Grippeinfektion* gibt es auch bei einer Infektion mit Coronaviren bislang kein Medikament, das gegen die Viren wirkt. Man kann allerdings die Symptome wie Atemwegsinfektionen oder Schwierigkeiten beim Abhusten behandelnDie Behandlung ist also bei beiden Krankheiten symptomatisch. "Man wartet darauf, bis das Immunsystem des Körpers mit dem jeweiligen Erreger fertig wird", so Virologe Kräusslich.

Umfrage zum Thema

Mehr zum Thema: Erster Coronavirus-Patient in München auf Isolierstation.

Weiterlesen: Coronavirus: Was sind die Symptome? Lungenkrankheit breitet sich aus.

Frankfurt: Die Tourismusbranche in Frankfurt spürt die Auswirkungen des Coronavirus* deutlich. Insbesondere Hotels und Messen sind vom abnehmenden Tourismus aus China betroffen. Grund zur Sorge besteht jedoch nicht.

Wiesbaden: Das Land Hessen sieht sich gut auf mögliche Coronavirus-Fälle vorbereitet*, teilte Sozialminister Kai Klose mit.

jg

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.    © dpa/dpaweb-mm
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Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.  © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.  © dpa
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Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.  © dpa/dpaweb
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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.  © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.  © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.  © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.  © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.  © dpa

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