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Das passiert im Körper, wenn Sie zu wenig Wasser trinken

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Von: Romina Kunze

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Wassermangel stellt für Menschen mittleren Alters ein Gesundheitsrisiko dar. Laut einer Gesundheitsstudie kann das den Alterungsprozess beschleunigen.

Frankfurt – Viele kennen den guten Vorsatz sicherlich aus dem Freundes- und Bekanntenkreis: weniger trinken. Ist der Alkohol gemeint, ist sicherlich nichts einzuwenden und klingt nach einer Vernunftentscheidung. Ist aber die Rede vom Wasserhaushalt, ist weniger alles andere als vernünftig und kann der Gesundheit erheblich schaden.

Vor allem im Sommer bei hohen Temperaturen werden Gesundheitsexpert:innen nicht müde, vor Dehydrierung durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr zu mahnen. Eine neue Studie aus den USA, die in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, hat sich nun ebenfalls dem Thema gewidmet und die Folgen von Wassermangel im Körper auf den Alterungsprozess von Menschen untersucht. Das Ergebnis: Ausreichend Wasser zu trinken, scheint jung zu halten; und somit auch gesund.

Gesundheit aus der Trinkflasche: Wasser versorgt mit wichtigem Natrium

Laut der Studie handelt es sich um eine Verkettung von Gesundheitsfaktoren: Zu wenig Wasserzufuhr lässt die Natriumwerte steigen, was wiederum beschleunigte Alterungsprozesse bedingt. Mit einem beschleunigten Alterungsprozess gehen wiederum gesundheitliche Risiken einher, etwa chronische Krankheiten, Herzschwäche, Diabetes oder Demenz zu erleiden. Auch das Schlaganfall-Risiko sowie die Gefahr einer Leber-Erkrankung können sich erhöhen, warnen die Forscherinnen und Forscher. In Ihrer Studie heißt es: „Hier testen wir die Hypothese, dass eine optimale Flüssigkeitszufuhr den Alterungsprozess beim Menschen verlangsamen kann“. Untersucht wurde in der Studie der Natriumhaushalt der Teilnehmenden.

Leitungswasser
Ausreichend Wasser trinken ist gut für die Gesundheit. Ein Forschungsteam fand jetzt heraus, warum. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Der Wasserhaushalt eines Menschen ist eng an dessen Natriumserumspiegel geknüpft. Natrium ist für einen gesunden Körper unverzichtbar, reguliert etwa den Blutdruck und wird unter anderem über das Trinkwasser aufgenommen, wie es in der Apotheken Umschau heißt. Laut der Deutschen Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert von Natrium in Trinkwasser liegt bei 200 mg pro Liter.

Natriumgehalt im Trinkwasser: Mineralwasser vs. Leitungswasser

WasserNatriumgehalt, Natrium (Na) pro Liter
Mineralwasser, Gerolsteiner Medium und Sprudel118 mg/l
Mineralwasser, Volvic Naturelle (natriumarm)12 mg/l
LeitungswasserVariiert je nach Standort von <20 mg/l bis > 200 mg/l
Leitungswasser in Frankfurt13 mg/l (Mittelwert von Mainova)
Leitungswasser in KasselZwischen 10 mg/l bis 23mg/l (Kasselwasser)
Grenzwert200 mg/l

„Jungbrunnen“: Genügend Wasserzufuhr beugt Krankheiten vor, indem man langsamer altert

Die Untersuchung des US-amerikanischen Instituts bezieht sich primär auf Menschen mittleren Alters (45 bis 66 Jahre). Bei denjenigen, deren Natriumwert über 142 mEq/L lag, sei das Risiko einer chronischen Erkrankung um 39 Prozent größer gewesen als bei Menschen mit niedrigeren Werten. Lag der Wert über 144 mEq/L, sei außerdem das Risiko eines vorzeitigen Todes um 21 Prozent gestiegen. Das geringste Risiko für die Gesundheit lag der Analyse zufolge bei Werten zwischen 138 und 140 mEq/L.

Zur Studie:

Hintergrund für die Untersuchung durch das Forschungsteam, zu dem mit Manfred Boehm auch ein promovierter Arzt der Universität Heidelberg gehört, seien zunehmende chronische Erkrankungen und eine schnell alternden Bevölkerung. Die Studie, unter anderem zu finden auf der Online-Plattform der Open-Access-Medizinzeitschrift eBioMedicine, solle der „Suche nach Mechanismen und die Umsetzung vorbeugender Maßnahmen, die den Alterungsprozess verlangsamen könnten“ und so im Sinne der öffentlichen Gesundheit dienen. Dafür wertete die Wissenschaftler:innen die Daten von rund 11.000 Personen mittleren Alters (45 bis 66 Jahre) aus rund 30 Jahren aus.

Die Ergebnisse der Studie seien aber noch kein Beweis für einen kausalen Zusammenhang, sondern lediglich das Resultat einer Grundlagenforschung. Um die neugewonnen Erkenntnisse über die Wirkung von Flüssigkeitszufuhr und Alterung zu bestätigen, brauche es noch weitere Interventionsstudien.

Wasserzufuhr für die Gesundheit: Ausreichend, aber nicht zu viel trinken

Die Studie des Forschungsteams in den USA zeigt: Wer gesund bleiben will, sollte ausreichend trinken. Vor allem ältere Menschen versäumen das häufig, da alternde Sinneszellen das Durstempfinden unterdrücken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag zu trinken sowie eine Zufuhr von Natrium von 1500 mg/Tag für Erwachsene. Vor allem, wer viel Kaffee trinkt, muss den Wasserhaushalt ausgleichen. Bei Hitze, einer anstrengenden körperlichen Arbeit und vor allem beim Sport sei mitunter mehr notwendig. Pro Stunde Sport sollten als Faustregel zwischen 0,5 und 1 Liter Wasser mehr getrunken werden.

Mediziner:innen mahnen allerdings auch vor dem anderen Extrem; zu viel Wasser zu trinken. Extrem viel Flüssigkeit binnen kurzer Zeit könne zu einer Hyperhydratation (auch Wasservergiftung) führen. Das passiert, wenn man mehr trinkt, als der Körper benötigt und verarbeiten kann, wie auf dem Online-Handbuch für Medizin MSD Manual erklärt wird. Dann sinkt der Natriumgehalt im Blut auf ein gefährliches Niveau und kann Krampfanfälle, im schlimmsten Fall auch Nierenversagen führen. (Romina Kunze)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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