1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Gesundheit

Darmkrebs, Herzinfarkt und Demenz: Warum verarbeitete Lebensmittel so gefährlich sind

Erstellt:

Von: Caspar Felix Hoffmann

Kommentare

Lebensmittelwissenschaftler haben mehr darüber herausgefunden, was hochverarbeitete Lebensmittel wie etwa Tiefkühlpizza so gesundheitsschädlich macht.

Frankfurt – Eine Ernährung, die von hochverarbeiteten Lebensmitteln wie etwa Trockensuppen und Tiefkühlpizza dominiert werde, könne eher zu Fettleibigkeit führen: Eine US-Studie deutetet darauf hin, dass ein hoher Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln sowohl das Risiko für Fettleibigkeit als auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und für die Entstehung von Darmkrebs erhöhe.

Herzinfarkt, Darmkrebs, Demenz: Hochverarbeitete Lebensmittel tragen dazu bei

Im Oktober wurde zudem in einer in Nature Reviews Clinical Oncology veröffentlichten Studie festgestellt, dass Menschen, die nach 1990 geboren wurden, eher an Krebs erkranken, bevor sie 50 Jahre alt sind, als Menschen, die vor 1970 geboren wurden. Es wird vermutet, dass hochverarbeitete Lebensmittel zu dieser Entwicklung beitragen könnten. Die westliche Ernährung sei dieser Studie zufolge durch einen übermäßigen Konsum und auch eine geringere Vielfalt an raffiniertem Zucker, Salz und gesättigten Fetten gekennzeichnet.

Currywurst mit Pommes Frites
Die meisten Fast-Food-Produkte, auch vegane, gelten als hochverarbeitete Lebensmittel. © CHROMORANGE/Martina Raedlein/IMAGO

„NOVA Food Classification“: Hochverarbeitete Lebensmittel möglichst meiden

Die sogenannte „NOVA Food Classification“ ist ein System zur Klassifizierung von Lebensmitteln, das diese je nach ihrem Verarbeitungsgrad in vier Kategorien einteilt. Fast alle Lebensmittel, abgesehen von frischem Obst und rohem Gemüse, werden in irgendeiner Form verarbeitet: Kochen beispielsweise ist ein Prozess, bei dem normalerweise Zutaten wie etwa Öl und Salz hinzugefügt werden. Wer Wert auf eine gesunde Ernährung legt, sollte Produkte der vierten Kategorie möglichst meiden – das sind die die vier Kategorien der „NOVA Food Classification“:

  1. Unverarbeitete oder wenig verarbeitete Produkte wie etwa frisches Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier und Milch sowie Trockenobst, Tiefkühlgemüse und gefrorener Fisch
  2. Öl, Mehl, Salz und Zucker
  3. Lebensmittel der ersten Gruppe, die durch Kochen, Backen, Fermentieren oder Konservieren haltbarer gemacht oder im Geschmack verändert wurden. Dazu gehören beispielsweise verarbeitete Produkte mit wenigen Zutaten wie etwa Käse, Brot, Schinken, Nudeln, Dosentomaten und Räucherfisch.
  4. Hochverarbeitete Lebensmittel, die mehrere Verarbeitungsschritte durchlaufen haben und viele Zutaten und Zusatzstoffe enthalten. Dazu gehören beispielsweise Wurstwaren, Fleischprodukte, Backwaren, Trockensuppen, Softdrinks, Eiscreme, Süßigkeiten sowie Fertiggerichte wie etwa Tiefkühlpizza.

Gesund abnehmen: Es gibt nicht die eine Diät für alle, denn die Ernährung muss zu den Vorlieben und dem Lebensstil passen – so finden Sie die richtige Diät.

Hochverarbeitete Lebensmittel: Was sie so gesundheitsschädlich macht

Aber warum sollten hochverarbeite Lebensmittel gesundheitsschädlich sein? Vor nicht allzu langer Zeit wäre der Hauptkritikpunkt an hochverarbeiteten Lebensmitteln, dass es ihnen an Nährstoffgehalt fehle, und um diesen Mangel auszugleichen, würden sogenannte gesunde Nährstoffe hinzugefügt. Darüber berichtet The Guardian.

In seinem Buch Spoon-Fed stellt der Epidemiologe Tim Spector vom Londoner King‘s College fest: „Hochverarbeitete Lebensmittel bedeuten im Allgemeinen, dass die komplexe Struktur der pflanzlichen und tierischen Zellen zerstört wird, was sie in einen nährstofflosen Brei verwandelt, den unser Körper abnorm schnell verarbeiten kann.“

Heute untersuche die Lebensmittelwissenschaft The Guardian zufolge genauer, auf welche Weise natürliche Lebensmittelstrukturen und hochverarbeitete Lebensmittel vom menschlichen Körper abgebaut werden. Eine Theorie besage, dass Lebensmittel, denen ihre natürliche Struktur entzogen wurde, die Ursache für Entzündungen seien, also für die Abwehrreaktion des Körpers auf Infektionen. (cas)

Hinweis der Redaktion

Die in diesem Artikel genannten Informationen können eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht ersetzen. Nutzen Sie unsere Ernährungs-Tipps lediglich als Ergänzung zu einer ansonsten vielseitigen und gesunden Ernährung. Die Informationen ersetzen in keinem Fall eine professionelle Beratung und sind nicht zur eigenständigen Diagnose oder Behandlung gedacht.

Auch interessant

Kommentare