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Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Was zu viel Fruktose im Körper anrichten kann

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Von: Karolin Schäfer

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Erhöhter Konsum von Fruchtzucker kann zu Übergewicht sowie Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.
Erhöhter Konsum von Fruchtzucker kann zu Übergewicht sowie Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. © David Hyde/imago

Müsliriegel, Limonade und Jogurt: Viele verarbeitete Lebensmitteln werden mit Fruktose angereichert. Warum ein übermäßiger Konsum schädlich sein kann.

Frankfurt – Nicht nur in Obst und Gemüse wie Äpfeln, Weintrauben und Paprika steckt Fruchtzucker. Zahlreichen Fertigprodukte werden mit Fruktose angereichert, darunter Limonaden, Müsli oder Süßwaren. In übermäßigen Mengen kann dieser der Gesundheit schaden.

Entgegen der weit verbreiteten Annahme ist Fruktose nicht wesentlich gesünder als Haushaltszucker. Untersuchungen zufolge kann sie genauso Übergewicht und erhöhte Blutfettwerte verursachen. Doch was steckt dahinter?

Gesundheit und Ernährung: Was ist Fruktose?

Fruktose zählt wie Traubenzucker (Glukose) zu den Einfachzuckern, besteht also aus einzelnen Zuckermolekülen, informierte die Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin. Meist kommt Fruchtzucker in Form von Saccharose (Haushaltszucker) vor. Dieser Zweifachzucker besteht aus jeweils 50 Prozent Glukose und Fruktose.

Obwohl beide vier Kilokalorien pro Gramm aufweisen, ist Fruktose doppelt so süß. Daher wird Fruchtzucker meist von der Lebensmittelindustrie in Form von Maissirup zugesetzt, berichtete der NDR. So kommt er häufig in Diät- und Light-Produkten zum Einsatz.

Fruktose wird im Darm schnell in Fett umgewandelt

Im Gegensatz zu Glukose liefert Fruktose nur über Umwege Energie. Fruchtzucker wird im Darm deutlich schneller in Fett umgewandelt und in der Leber angereichert, nur ein Teil gelangt zurück in den Blutkreislauf. Glukose hingegen gelangt durch das Hormon Insulin schnell ins Blut.

Gleichzeitig macht Fruktose nicht satt. Die für das Sättigungsgefühl verantwortlichen Hormone Insulin und Leptin werden nicht ausgeschüttet. Somit wird auch das hunger- und appetitstimulierende Hormon Ghrelin nicht blockiert. Das heißt, wir essen einfach weiter.

Übergewicht und Herzkrankheiten: Warum Fruktose der Gesundheit schaden kann

Studien legen nahe, dass ein übermäßiger Fruktosekonsum zu Übergewicht führen kann. Laut einer Untersuchung des US-amerikanischen Forschungszentrums Weill Cornell Medical College zeigten Tierversuche einen Zusammenhang zwischen einer fettreichen Nahrung mit zugesetztem Fruchtzucker und Fettleibigkeit.

„Fruktose unterscheidet sich strukturell von anderen Zuckern wie Glukose und wird anders verstoffwechselt“, erklärte Studienautor Marcus DaSilva Goncalves. Es sei in der heutigen Ernährung allgegenwärtig. „Fruktose an sich ist nicht schädlich. Es ist ein Problem des Überkonsums. Unser Körper ist nicht darauf ausgelegt, so viel davon zu essen, wie wir es tun.“ Zudem hätten Tierversuche gezeigt, dass „Fruktose in Kombination mit einer fett- oder cholesterinreichen Ernährung die Entstehung von Arteriosklerose beschleunigen kann“, schrieb die Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin.

Eine Studie aus den USA zeigte einen Zusammenhang zwischen einer hohen Menge Fruktose und erhöhtem Blutdruck. Probanden, die pro Tag mehr als ein Getränk mit zugesetzter Fruktose konsumierten, hatten ein 25 bis 32 Prozent höheres Risiko für Stoffwechselerkrankungen. Eine Meta-Studie der University of Sydney hingegen kam zu dem Ergebnis, dass „selbst täglich hohe Dosen von Fruktose die Gesundheit im Vergleich zu (...) Saccharose oder Glukose nicht beeinträchtigen“, hieß es im Forschungsbericht.

Gesundheit: Fruktose ist nicht gleich Fruktose

Laut Verbraucherzentrale kann jeder Dritte die Aufnahme von mehr als 25 Gramm Fruchtzucker pro Tag nicht vertragen. Magen- und Darmbeschwerden können die Folge sein. „Aber auch für gesunde Menschen und speziell für Kinder können mehr als 35 Gramm pro Mahlzeit – die etwa in zwei Gläsern Apfelsaft stecken – schon zu viel sein“, betonte die Zentrale.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Verbraucher:innen ab jetzt an der täglichen Portion Obst und Gemüse sparen sollten. Diese liefern nämlich zusätzlich Ballaststoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Hier empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) drei Portionen (400 Gramm) Gemüse und zwei Portionen (250 Gramm) Obst. Problematisch sind dagegen verarbeitete Lebensmittel. Statt zum fertigen Früchtejogurt zu greifen, kann man das Frühstück mit Naturjogurt und Früchten ganz einfach selbst zubereiten. (kas)

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