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Demenz-Studie: So beeinflussen Fitness und Gewicht im Kindesalter das Risiko

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Wie fit ein Kind ist und wie viel es wiegt, hat im späteren Leben Auswirkungen auf das Risiko, an Demenz zu erkranken. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Frankfurt – Bei Demenz werden Denken, Gedächtnis oder andere Leistungen des Gehirns beeinträchtigt. Das ist nicht nur für die Betroffenen ein unschönes Gefühl – auch die Angehörigen leiden darunter. Bereits im Kindesalter gibt es Faktoren, die Einfluss auf das Risiko haben, später einmal an Demenz zu erkranken.

Demenz: Studie zeigt – Risiko kann schon im Kindesalter gesenkt werden

Laut einer Langzeitstudie im Journal of Science and Medicine in Sport, einer medizinischen Fachzeitschrift für Sportwissenschaft und Sportmedizin aus Australien, kann schon im Kindesalter etwas dafür getan werden, das Demenz-Risiko im späteren Leben zu senken. Die Studie basiert auf 1985 in Australien gestarteten Fitnesstests mit 1244 Sieben- bis 15-Jährigen, die rund 30 Jahre später erneut untersucht wurden.

Das Ergebnis: Fittere und dünnere Kinder waren als Erwachsene fitter im Kopf und dadurch weniger anfällig für eine Demenz-Erkrankung als übergewichtige und weniger aktive Kinder. Während bei den Kindern und Jugendlichen damals untersucht wurde, wie viele Liegestütze sie in 30 Minuten schafften und wie schnell sie eine Meile (etwa 1620 Meter) und 50 Meter sprinten konnten, stand drei Jahrzehnte später bei den mittlerweile zwischen 39- und 50-Jährigen das Denkvermögen im Vordergrund.

Ein Zettel mit der Aufschrift „Herd aus?“ hängt an einem Herd.
Demenz-Patienten vergessen nach und nach immer mehr. Eine Studie zeigt, welcher Faktor das Risiko, zu erkranken, schon im Kindesalter erhöhen kann. © Jens Kalaene/dpa

Studie: Wie hoch das Demenz-Risiko ist, hängt damit zusammen, wie fit man als Kind war

Getestet wurden Reaktionszeit, Gedächtnisleistung und Aufmerksamkeitsspanne. Dabei schnitten die als Kinder vergleichsweise Dünneren und Fitteren besser ab. Das könnte möglicherweise daran liegen, dass durch die sportliche Bewegung im Kindesalter die Blutgefäße gestärkt werden, was zu einer besseren Versorgung des Gehirns beiträgt, berichten die Forschenden in ihrer Studie.

Laut Michele Callisaya von der Monash University in Melbourne, Hauptautorin der Studie, ist es wichtig, schon früh die Fitness zu verbessern und Übergewicht bei Kindern zu verringern, damit das Gehirn ausreichende Reserven gegen die Entwicklung von Krankheiten wie Demenz entwickeln kann. Während der Corona-Pandemie sind Kinder und Jugendliche im Durchschnitt übergewichtiger geworden.

Demenz-Erkrankte weltweit57 Millionen (2019)
Dement-Erkrankte in Deutschland1,6 Millionen

Demenz-Studie: Die Zahl der Erkrankungen nimmt stetig zu

Nach Informationen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland rund 1,6 Millionen an Demenz Erkrankte. Pro Tag kommen etwa 900 Neuerkrankungen hinzu. Weil es zu mehr Neuerkrankungen als Sterbefällen unter den Patienten kommt, nimmt die Zahl der Demenzkranken stetig zu.

Auch im mittleren Alter können sich schon Anzeichen von Demenz zeigen – wie Lücken im Kurzzeitgedächtnis. Wer aber einige Dinge beachtet, kann sein eigenes Demenz-Risiko senken. (Lea-Sophie Mollus)

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