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Planschen zwischen Eisschollen: Mitte Februar baden hartgesottene Männer mit Zipfelmützen in einem See bei Breslau (Polen).
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Planschen zwischen Eisschollen: Mitte Februar baden hartgesottene Männer mit Zipfelmützen in einem See bei Breslau (Polen).

Gut oder gefährlich

Wie gesund ist Winterschwimmen?

Nicht nur in Deutschland gibt es Hartgesottene, die im Winter in eiskalten Seen oder Flüssen baden. Als Spaß-Spektakel oder weil es gut tun soll. Ist das völliger Irrsinn? Oder ist so ein Bad im Eisloch eines gefrorenen Sees sogar gesund, wie die Anhänger glauben?

Von Eva Fiedler

Für die meisten erfordert eine kalte Dusche im Winter bereits große Überwindung. Die Vorstellung, nur in Badekleidung in einen um die null Grad kalten See oder Fluss zu steigen, ist im Vergleich dazu nahezu unvorstellbar. Dennoch gibt es in Deutschland und weltweit viele Anhänger und zahlreiche Winterschwimm-Events.

In Russland oder in China hat es sogar Tradition, ein Loch ins Eis zu hacken, um darin zu baden. Was ist dran an der Idee, das Baden bei Minusgraden sei gesund?
Dass das Baden im eiskalten Wasser tatsächlich die Abwehrkräfte stärkt und so Infekten vorbeugt, sei schwierig nachzuweisen. „Belastbare Daten, die das eindeutig belegen, gibt es keine“, sagt Prof. Ulrich Fölsch, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin.

Für den Körper zunächst ein Schock

Der Kontakt mit dem eisigen Wasser ist für den Körper zunächst wie eine Art Schock. Durch das Eiswasser ziehen sich die hautnahen Gefäße zusammen, die Temperatur auf der Haut sinkt. Gleichzeitig weiten sich die Gefäße im Inneren, damit das Blut im Körper zirkulieren kann und Organe sowie Arme und Beine weiter durchblutet werden. Durch die geweiteten Blutgefäße ist der Körper in der Lage, auch im Eiswasser für kurze Zeit seine Kerntemperatur zu halten. Dafür muss er allerdings enorme Mengen Energie freisetzen. Er verbrennt Fett und mobilisiert Adrenalin und andere Stresshormone. Der Adrenalinkick führt dazu, dass sich viele Extremschwimmer nach dem Bad euphorisch fühlen. Der Körper fühlt sich außerdem wohlig warm an und die Haut prickelt.

„So einem Kälteschock sollten sich jedoch nur diejenigen aussetzen, die auch gesund sind“, warnt Internist Fölsch. Bei Herz- oder Gefäßproblemen kann das Eisbad schnell in einer Katastrophe enden, da zum Beispiel die Herzfrequenz in dem kalten Wasser absinken kann. Auch auf die Muskeln ist im Wasser bei extrem niedrigen Temperaturen nicht immer Verlass. Ein Grund auch für gesunde Menschen, sich strikt an die Baderegeln der Winterschwimmer zu halten.

Nicht alleine ins Wasser gehen

Dazu zählt etwa, langsam ins Wasser zu gehen und nicht hineinzuspringen. Der Kopf sollte ohnehin über der Wasseroberfläche bleiben. Auch sollte man sich vorher etwas warm machen. Profis härten sich mit regelmäßigen Wechselduschen oder im Taucherbecken der Sauna ab, bevor sie sich im Winter in einen Fluss oder See wagen. Die oberste Regel ist jedoch, nicht alleine ins Wasser zu gehen. „Und länger als fünf Minuten sollte das Eisbad nicht dauern“, rät Ulrich Fölsch, danach sinkt die Körpertemperatur ab.

Auch wenn die positive Wirkung auf die Abwehrkräfte nicht belegt ist, guttun kann das Extrembad trotzdem. Die einen schwitzen gerne in der Sauna, andere bibbern lieber im Eiswasser. Beides könne einen Wohlfühleffekt haben, den man nicht unterschätzen sollte, so der Mediziner. Dieses gute Gefühl, hervorgerufen durch den Kälteschock, soll übrigens schon Johann Wolfgang von Goethe geschätzt haben. Er habe im Winter das Eis der Ilm aufgehackt, um ein Bad zu nehmen.

Minus 110 Grad kalte Eiskammer

Und als Kryotherapie wird die Kälte eingesetzt, um Muskelkater vorzubeugen. Um die Welt ging zum Beispiel das Bild von Bayern-Star Franck Ribéry der zu Regenerationszwecken während der Fußball-EM 2012 ein eine minus 110 Grad kalte Eiskammer gesteckt wurde.

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