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So regelmäßig, dass daraus ein lukrativer Nebenjob wird, kann niemand Blut spenden.
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So regelmäßig, dass daraus ein lukrativer Nebenjob wird, kann niemand Blut spenden.

Blut, Haare, Muttermilch

Geld verdienen mit dem eigenen Körper

Alles wird teurer, Nahrungsmittel, Sprit, die Heizkosten, nur das Gehalt bleibt gleich. Da wäre es doch verlockend, nebenbei etwas dazu zu verdienen. Am besten ohne Arbeitsaufwand mit dem eigenen Körper. Doch lohnt es sich, Blut, Sperma oder Muttermilch abzugeben?

Von Eva Fiedler

Jeder Mensch besitzt etwa 4,5 bis sechs Liter Blut und hin und wieder schadet es keinem gesunden Menschen, den roten Körpersaft zu spenden. Denn zum Beispiel Krebspatienten oder Unfallopfer sind dringend auf Blutspenden angewiesen. Natürlich spricht einiges dafür, das Blut unentgeltlich abzugeben, es heißt ja immerhin „Blutspende“. Dennoch wird der Einsatz bei einigen Spendediensten mit einer  Aufwandsentschädigung in Form von Geld belohnt.

Klar ist, reich werden kann durchs Blutspenden niemand. Doch die Blutspende ist längst nicht die einzige Möglichkeit, den eigenen Körper gewinnbringend einzusetzen. Blut, Plasma, Sperma, Haare - ob sich derartige Spenden lohnen, lesen Sie hier.

Blut spenden

Grundsätzlich dürfen Erwachsene zwischen 18 und 68 Jahren Blut spenden. Die eigentliche Spende dauert nur fünf Minuten, währenddessen werden dem Spender 500 Milliliter Blut abgenommen. Im Vorfeld müssen jedoch Fragen über den Gesundheitszustand geklärt werden. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der größte deutsche Blutspendedienst, zahlt für die Spende kein Geld. Die Organisation vertritt die Auffassung, dass die Blutspende freiwillig und unentgeltlich „aus Nächstenliebe“ geschehen sollte.

Andere Blutspendedienste zahlen eine sogenannte Aufwandsentschädigung, etwa privatwirtschaftliche Unternehmen oder Spendedienste an Unikliniken. Erstspender bei der Blutspendezentrale der Uniklinik  Köln bekommen zum Beispiel einen Gutschein über zehn Euro, der in verschiedenen Geschäften eingelöst werden kann. Ab der zweiten Spende gibt es 25 Euro in bar. Auch anderswo sind Aufwandsentschädigungen zwischen 20 und 25 Euro üblich.

So regelmäßig, dass daraus ein lukrativer Nebenjob wird, darf jedoch kein Blut gespendet werden. Männer können sich den roten Saft etwa alle zehn Wochen abzapfen lassen, Frauen alle zwölf Wochen.

Blutplasma spenden

Öfter als Blut darf Blutplasma gespendet werden. Einmal pro Woche ist eine Plasmaspende möglich, maximal 45 Mal in zwölf Monaten. Das Blutplasma ist eine klare gelbliche Flüssigkeit, die zu mehr als 90 Prozent aus Wasser besteht und keine Blutzellen enthält. Das Plasma ist ein wichtiges Transportmittel im Blut, das unter anderem zur Blutwäsche gebraucht wird.

Bei der Plasmaspende wird nur das Blutplasma herausgefiltert, die festen Blutbestandteile werden dem Körper wieder zugeführt. Das Verfahren macht die Plasmaspende schonender, sie dauert allerdings auch länger, etwa 45 Minuten bis zu einer Stunde.

Für eine Plasmaspende werden bei  Blutspendediensten zum Teil ebenfalls Aufwandsentschädigungen gezahlt. Sie liegen zwischen 15 und 25 Euro pro Spende.

Thrombozytenspende

Kandidaten, die bereits zwei Mal Vollblut gespendet haben und die ein großes Blutvolumen und viele Thrombozyten (Blutplättchen) haben, können auch nur diese Blutplättchen spenden.

Bei der Spende werden dem Blut durch ein Verfahren die Thrombozyten entnommen. Rote und weiße Blutzellen, die Blutflüssigkeit und ein Teil der Plättchen werden dem Spender wieder zugeführt. Die Prozedur dauert etwa eine bis zwei Stunden. Thrombozyten können alle zwei Wochen gespendet werden. Als Aufwandsentschädigung werden um die 50 Euro gezahlt.

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Samenspende

Immer wieder sind Paare mit Kinderwunsch auf eine Samenspende angewiesen, weil sie auf anderem Weg kein Kind bekommen können. Doch nicht jeder Mann eignet sich als Samenspender. Die Kriterien sind streng. Samenbanken suchen Spermaspender im Alter zwischen 20 und 38 Jahren. Die Männer müssen gesund sein, sie dürfen keine Alkohol- oder Drogenprobleme haben und in ihrer Familie sollten keine erblichen Krankheiten vorkommen. Ob die erforderlichen Kriterien erfüllt sind, wird anhand von Fragebögen und Blut- und Spermaproben überprüft.

Ist alles in Ordnung, wird ein Vertrag zwischen einem Samenspender und der Samenbank geschlossen. Von den Spendern wird erwartet, dass sie mindestens sechs Monate oder ein ganzes Jahr im Abstand von drei bis vier Wochen spenden. Für eine Samenspende zahlen die Banken eine Aufwandsentschädigung oder Vergütung zwischen 50 und 100 Euro.

Was nach einem lukrativen Zusatzverdienst klingt, sollten sich potenzielle Spender gut überlegen. Schließlich werden durch ihr Zutun Kinder gezeugt. Wenn diese Kinder als Volljährige wissen möchten, wer ihr Erzeuger ist, haben sie das Recht den Namen des Spenders zu erfahren.  Laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom Februar 2013 (AZ.: I-14 U 7/12) muss der Arzt Auskunft erteilen, wenn ein durch Samenspende gezeugtes Kind dies möchte. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein solches Kind sogar Ansprüche an Vermögen und Erbe des Samenspenders stellen.

Muttermilch

Auch Muttermilch ist ein kostbares Gut und die beste Nahrung für Babys, sagen Ärzte und Hebammen. Immer wieder sind Mütter, die selbst nicht stillen können, deshalb bereit für Milch von fremden Müttern zu bezahlen. Seit Januar gibt es die erste deutsche Muttermilchbörse im Internet. Dort bieten Frauen, die mehr Milch haben als sie für ihr eigenes Kind benötigen, ihre überschüssige Milch zum Kauf an. Die Preise liegen zwischen drei und 7,50 Euro für 100 Milliliter.

Allerdings ist der Handel mit Muttermilch kein Geschäft, das bedenkenlos getätigt werden sollte. Mediziner warnen vor den Risiken. Vor allem, weil die Gesundheitsangaben der Milchspenderinnen nicht überprüft werden können. So bestätigen die Frauen zwar, dass sie keinen Alkohol und keine Drogen konsumieren und weder HIV noch Hepatitis haben - Krankheiten, die durch die Milch übertragen werden können - eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

Haare verkaufen

Haare wachsen zu langsam, als dass mit ihnen regelmäßig Geld zu verdienen wäre. Doch wer seinen schönen, gepflegten Haarzopf ohnehin gegen eine Kurzhaarfrisur eintauschen möchte, der kann sich die Entscheidung durch ein bisschen Geld leichter machten.

Für Perücken, Haarverlängerungen, und Toupets brauchen Perückenmacher immer frische Ware und das sogenannte „Eurohaar“ von Europäern ist wegen seiner feinen Struktur gefragt. Natürlich gibt es nicht für jede fusselige Haarsträhne Geld. Mindestens 25 Zentimeter lang sollten die Haare sein und unbehandelt. Für gefärbtes oder dauergewelltes Haar gibt es nichts. Wer sein Haar verkaufen will, sollte es frisch gewaschen zum Zopf binden und oberhalb des Zopfgummis abschneiden.

Für richtige Prachtzöpfe zahlen Haarhändler bis zu 250 Euro, sind die Haare beschädigt oder stark ausgedünnt, können sie auch gar nichts wert sein.

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