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Fisch als Gesundheitsgefahr: Das Lebensmittel kann Krebs-Risiko erhöhen

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Von: Karolin Schäfer

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Wer gerne Fisch isst, könnte ein erhöhtes Hautkrebs-Risiko haben. Eine großangelegte Studie aus den USA weist nun auf einen potenziellen Zusammenhang hin.

Providence – Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten. Die Zahl der Erkrankungen in Deutschland steigt stetig. Inzwischen ist jede dritte Krebsdiagnose auf Hautkrebs zurückzuführen. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse werden jährlich 200.000 Erkrankungen gemeldet. Vielen Betroffene leiden überwiegend unter Basalzellkarzinomen oder Spinaliomen, auch bekannt als weißer Hautkrebs. Dies verläuft in der Regel nicht tödlich.

Die dritthäufigste Krebsart ist das maligne Melanom oder auch schwarzer Hautkrebs. Im Frühstadium lässt sich der Tumor oft erfolgreich behandeln. Je später die Diagnose erfolgt, umso geringer sind die Behandlungschancen. Immer wieder werden bestimmte Lebensmittel in Bezug auf das Hautkrebsrisiko untersucht. So auch bei einer umfangreichen Studie aus den USA, die den Zusammenhang zwischen Fischkonsum und Hautkrebs genauer unter die Lupe genommen hat.

Ein Hautarzt untersucht die Haut einer Patientin bei einer Hautkrebs-Früherkennung.
Ein Hautarzt untersucht die Haut einer Patientin bei einer Hautkrebs-Früherkennung. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

US-Studie: Zusammenhang zwischen Fischverzehr und Hautkrebs

Für die Studie der Brown University, die in der Zeitschrift Cancer Causes and Control veröffentlicht wurde, analysierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Daten von 491.367 Erwachsenen im Alter von durchschnittlich 62 Jahren. Über einen Zeittraum von 15 Jahren wurde der Fischkonsum der Teilnehmenden untersucht. Zudem wurden Faktoren wie der Body-Mass-Index (BMI), körperliche Aktivität, Krebserkrankungen in der Familie, Ernährungsweise, Alkohol-, Tabak und Koffeinkonsum sowie die durchschnittliche UV-Strahlung berücksichtigt.

„Diese Studie ist wichtig, weil sie sehr groß und prospektiv angelegt ist, d. h. der Fischverzehr wurde vor der Entstehung von Krebs untersucht“, erklärte Eunyoung Cho, eine der Studienleiterinnen und Professorin für Dermatologie und Epidemiologie an der Brown University. „Obwohl der Fischverzehr in den letzten Jahrzehnten in den USA und Europa zugenommen hat, waren die Ergebnisse früherer Studien, die den Zusammenhang zwischen Fischverzehr und Melanomrisiko untersuchten, uneinheitlich – unsere Ergebnisse haben einen Zusammenhang aufgezeigt, der weiter untersucht werden muss“, ergänzte sie.

Hautkrebs-Risiko nach Fischverzehr erhöht

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Verzehr größerer Mengen an Fisch, einschließlich Thunfisch und nicht gebratenem Fisch, mit einem höheren Risiko für schwarzen Hautkrebs verbunden zu sein scheint. Menschen, die im Mittelwert 42,8 Gramm Fisch pro Tag zu sich nahmen, hatten ein um 22 Prozent höheres Risiko für ein malignes Melanom und ein um 28 Prozent höheres Risiko für die Entwicklung des Hautkrebses im Frühstadium, auch Melanom in situ genannt. Diese Werte bezogen sich auf den Vergleich mit Menschen, die im Mittelwert 3,2 Gramm Fisch pro Tag essen.

So wird eine Portion Fisch von den Forschenden eingeschätzt:

gekochter Fisch40 bis 170 Gramm
eine Dose Thunfisch142 Gramm

US-Studie: Fisch kann Hautkrebs-Risiko steigern

5034 Teilnehmende (1 Prozent) entwickelten im Studienzeitraum ein malignes Melanom, 3284 (0,7 Prozent) entwickelten ein Melanom in situ. Den Forschenden zufolge war vor allem der Verzehr von nicht gebratenem Fisch sowie Thunfisch mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko verbunden.

Zwischen dem Verzehr von gebratenem Fisch und dem Risiko für Hautkrebs konnte kein signifikanter Zusammenhang ermittelt werden. Zudem wiesen die Forschenden daraufhin, dass bei der Analyse Risikofaktoren wie die Anzahl der Muttermale, Haarfarbe oder Vorgeschichte schwerer Sonnenbrände nicht berücksichtigt wurde. „Da der durchschnittliche tägliche Fischverzehr zu Beginn der Studie berechnet wurde, ist er möglicherweise nicht repräsentativ für die lebenslange Ernährung der Teilnehmer“, hieß es weiter.

Hautkrebs: Vor allem mit Schadstoffen belasteter Fisch erhöht Risiko

Dabei sollten den Forschenden zufolge vor allem Schadstoffe eine Rolle im Zusammenhang mit dem Krebsrisiko spielen. „Wir spekulieren, dass unsere Ergebnisse möglicherweise auf Verunreinigungen im Fisch, wie polychlorierte Biphenyle, Dioxine, Arsen und Quecksilber, zurückzuführen sind“, erklärte Studienleiterin Cho. „Frühere Untersuchungen haben ergeben, dass ein höherer Fischkonsum mit höheren Konzentrationen dieser Schadstoffe im Körper einhergeht, und haben einen Zusammenhang zwischen diesen Schadstoffen und einem höheren Hautkrebsrisiko festgestellt.“ Die Konzentration der Schadstoffe im Körper wurde bei den Teilnehmenden in der Studie nicht untersucht. Dafür seien „weitere Untersuchungen erforderlich, um diesen Zusammenhang zu bestätigen“, informierte Cho.

Eine ausgewogene Ernährungsweise wirkt sich nicht nur positiv auf das Wohlbefinden, sondern auch auf die Gesundheit aus. Dagegen soll die Ernährung mit einer bestimmten Aminosäure eher zu Depressionen führen, diese ist vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten. (kas)

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