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Ernährung und Herz-Kreislauf-Gesundheit: Was Sie durch Ihre Essgewohnheiten verändern

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Von: Karolin Schäfer

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Einer Studie zufolge soll mediterrane Ernährung die Herz-Kreislauf-Gesundheit fördern.
Einer Studie zufolge soll mediterrane Ernährung die Herz-Kreislauf-Gesundheit fördern. © ME Lukashevich/imago

Ernährungstipps gibt es zuhauf: Eine großangelegte Studie legt nun nahe, dass eine bestimmte Ernährungsweise vor allem vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt.

Frankfurt – „Eine ausgewogene Ernährung ist das beste Rezept für eine gute Gesundheit“, schreibt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf seiner Webseite. Ernährungsempfehlungen gibt es dabei an jeder Ecke. Doch was bedeutet eigentlich eine gesunde Ernährung?

Spanische Forscherinnen und Forscher sind sich einig: Eine mediterrane Ernährung wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus – vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen verspricht die Kost große Erfolge.

Herz-Kreislauf-Gesundheit: Mediterrane Ernährung senkt Risiko für Erkrankungen

Das Team um Javier Delgado-Lista vom Hospital Universitario Reina Sofia in Córdoba hat die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einer mediterranen und einer fettarmen Ernährung untersucht. Für die umfangreiche Längsschnittstudie wurden 1002 Menschen mit koronaren Herzkrankheiten über sieben Jahre hinweg diät-therapeutisch beobachtet. Insgesamt 500 (49,9 Prozent) Personen befanden sich in der Gruppe mit fettarmer Ernährung und 502 (50,1 Prozent) in der Gruppe mit mediterraner Ernährung. Das Durchschnittsalter betrug 59,5 Jahre und 82,5 Prozent der Teilnehmenden waren männlich.

Das Ergebnis der in der medizinischen Fachzeitschriften The Lancet veröffentlichten Studie: Die mediterrane Ernährung hatte eine signifikant höhere kardiovaskuläre Schutzwirkung als die fettarme Ernährung, die bisher häufig von Kardiologinnen und Kardiologen empfohlen wurde. Das Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläres Ereignisse, wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder periphere arterielle Verschlusskrankheiten, war bei der Gruppe mit mediterraner Ernährung um 26 Prozent geringerer. „Diese Effekte waren bei Männern deutlicher“, ergänzte das Forschungs-Team.

Senkt Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Was ist eine mediterrane Ernährung?

Was versteht man überhaupt unter einer mediterranen Ernährung? Die traditionelle Ernährungsweise bezieht sich auf eine Kost in den 50er und 60er Jahren, die typisch für Mittelmeerregionen war (besonders in Süditalien und Teilen Griechenlands). Dazu gehört vor allem eine Ernährung mit pflanzlichen Lebensmittel, die mit wenigen tierischen Lebensmitteln ergänzt wird. 

Bei einer mediterranen Kost kommen in erster Linie Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn-Getreideprodukte, Olivenöl, frischer Fisch und Meeresfrüchte auf den Tisch. Milchprodukte, Geflügel und Eier in geringen Mengen runden die Mahlzeiten ab. Ungesunde Gewohnheiten in der Ernährung können auch chronische Entzündungen, wie Arthrose, Rheuma und Co., auslösen. Antientzündliche Lebensmittel sollen dabei Abhilfe schaffen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen: Dadurch zeichnet sich die mediterrane Ernährung aus

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Gesundheitsfördernde Wirkung bei mediterraner Ernährung

Der mediterranen Ernährung wird – wie die aktuelle Studie zeigt – eine gesundheitsfördernde Wirkung, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Zivilisationskrankheiten, nachgesagt. Solche Erkrankungen traten in Mittelmeer-Regionen verhältnismäßig seltener auf. Allerdings unterscheidet sich diese Form „durchaus von der heutigen Ernährungsweise in den Mittelmeerländern“, wies die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FETeV) hin.

Die traditionelle Kost basiert dabei auf einer bestimmten Zusammensetzung von relevanten Nährstoffen. Laut FETeV setzt sich diese wie folgt zusammen:

NährstoffeTägliche Zufuhr
Kohlenhydrate40 bis 45 Prozent
Proteine und Aminosäuren20 bis 25 Prozent
Fette und Fettsäuren35 bis 40 Prozent (8 Prozent aus gesättigten Fettsäuren)
Ballaststoffedurch Gemüse, Obst und Vollkorngetreideprodukten grundsätzlich ballaststoffreich

Mediterrane Ernährung für eine bessere Herz-Kreislauf-Gesundheit

Auf Basis der Studie aus Spanien lässt sich also festhalten, dass sich eine mediterrane Ernährung positiv auf das Körpergewicht und zahlreiche kardiovaskuläre Risikofaktoren auswirken kann. Dazu zählen auch der Bauchumfang, Cholesterinwerte, Blutzuckerkonzentration, Entzündungsparameter sowie der Blutdruck. „Unsere Ergebnisse sind für die klinische Praxis relevant und unterstützen den Einsatz der mediterranen Ernährung in der Sekundärprävention“, schrieben die Forscherinnen und Forscher. (kas)

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