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Herbstblues: Welchen Einfluss bestimmte Lebensmittel haben

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Von: Sophia Lother

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Frische Luft, Bewegung und die richtige Ernährung: Was gegen den Herbstblues unternommen werden kann. (Symbolfoto)
Frische Luft, Bewegung und die richtige Ernährung: Was gegen den Herbstblues unternommen werden kann. (Symbolfoto) © Frank Rumpenhorst/dpa; Westend61/Imago; Montage:Red

Wenn der Herbstblues einsetzt, können die richtige Ernährung und einige weitere Tricks Abhilfe schaffen.

Frankfurt – Mit dem Herbst zieht auch die dunkle Jahreszeit wieder in den Alltag ein. Immer öfter ist der Himmel grau, das Wetter regnerisch und die Stimmung bekommt einen herben Dämpfer: Der Herbstblues ist da. Circa 15 Prozent der Deutschen leiden unter Blues im Herbst oder Winter, wird auf dem Blog des Klinikums Nürnberg betont. Demnach gilt dieses Stimmungstief als harmlose Variante der Winterdepression mit Symptomen wie Antriebslosigkeit und Müdigkeit.

Gegen die saisonal abhängige Depression (SAD) kann jedoch mit einigen Tricks und der richtigen Ernährung etwas getan werden. Was helfen kann, im Überblick:

Ernährung im Herbst: Wie dem Herbstblues beizukommen ist

Zuallererst kann es bereits helfen, an die frische Luft zu gehen. „Runter von der Couch und raus vor die Tür“, rät Thomas Hillemacher, Chefarzt der Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Nürnberg. Das Tageslicht, auch an wolkenverhangenen Herbsttagen hilft zusammen mit der Bewegung nachweislich gegen Depressionen, so der Chefarzt. Doch es gibt auch Lebensmittel, die helfen können.

In einer internationalen Studie formulierten Forschende fünf Ernährungsempfehlungen zur Prävention von Depressionen:

  1. Orientierung an „traditionellen“ Ernährungsgewohnheiten wie der mediterranen oder der japanischen Diät
  2. Verzehr von mehr Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren
  3. Mehr Vollkorn, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte sowie Samen und Nüssen essen
  4. Generell auf gesunde Ernährung achten und verstärkt auf nahrhafte Lebensmittel setzen
  5. Verarbeitete Lebensmittel, „Fast Food“, kommerziellen Backwaren und Süßigkeiten vermeiden

Ernährung bei Saisonal abhängiger Depression: Was den Herbstblues verschlimmern kann

Vor allem der letzte Punkt hat sich inzwischen in zahlreichen Studien bestätigt. Alkohol und andere ungesunde Lebensmittel sollen bei Depressionen gemieden werden. Bei einer Untersuchung von mehr als 12.000 Freiwilligen haben spanische Forschende beispielsweise herausgefunden, dass das Erkrankungsrisiko an einer Depression bei Menschen um 48 Prozent erhöht ist, wenn sie viele Transfette und gesättigte Fettsäuren aufnahmen.

Oftmals werden auch Serotonin-haltige Lebensmittel als „Glücklichmacher“ angepriesen. Doch davon halten die Vereine für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) wenig. Denn Serotonin aus der Nahrung könne nicht ins Gehirn vordringen, weil es die Blut-Hirn-Schranke schlicht nicht passieren könne. Die Aminosäure Tryptophan, eine Vorstufe des Serotonins hingegen kann ins Gehirn gelangen. Können Schokolade und Bananen also doch helfen? Auch hier gibt es leider schlechte Nachrichten, wie die Vereine auf ihrer Website betonen: „Doch scheint es unmöglich zu sein, so viel Bananen oder Schokolade zu essen, um die Stimmungslage tatsächlich dauerhaft zu beeinflussen. Dazu ist der Tryptophangehalt in der Nahrung offensichtlich doch zu gering.“

Herbstblues oder Depression? Chefarzt mit eindringlicher Warnung

Das Klinikum Nürnberg warnt auf seiner Website eindringlich, dass nur jede zehnte Depression, die im Herbst oder Winter auftrete, saisonal sei. „Bei den meisten Depressionen, die im Winter auftreten, handelt es sich um die klassische Depression, die unbedingt behandelt werden sollte“, wird betont. Doch wie erkennt man das?

Laut dem Chefarzt Hillemacher sollte man reagieren, wenn Warnsymptome auftreten wie:

Falls eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, sollten Betroffene schnell einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. „Wird eine Depression frühzeitig erkannt, kann sie in der Regel gut behandelt werden. Und auch das Risiko, dass aus einer Depression eine chronische Krankheit wird, ist dann gering“, so der Chefarzt. (slo)

Hinweis der Redaktion

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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