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Wie gesund ist vegane Ernährung? Forschende liefern klare Antwort

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Von: Tanja Koch

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Keine Milchprodukte, keine Eier, kein Fleisch – Forschende aus Kopenhagen haben analysiert, wie gesund eine vegane Ernährung ist.

Kopenhagen – Schon wenige Monate nach der Ernährungsumstellung könnten sich die Vorteile veganer Ernährung herausstellen. Das zeigt eine aktuelle Studie des European Congress on Obesity. Demnach könnte die Ernährung ohne tierische Produkte neben den positiven Aspekten für Umwelt und Nachhaltigkeit auch die Blutzuckerwerte verbessern sowie bei der Gewichtsabnahme helfen.

Wissenschaftler:innen des Steno Diabetes Center in Kopenhagen analysierten die Daten von elf randomisierten Studien zur veganen Ernährung. Insgesamt hatten 796 Menschen mit Fettleibigkeit oder Typ-2-Diabetes an diesen teilgenommen. Ein Teil der Proband:innen verzichtete für drei bis vier Monate auf tierische Produkte, ein Teil der Proband:innen stellten ihre Ernährung auf mediterrane Kost um und eine Kontrollgruppe behielt ihre üblichen Essgewohnheiten bei.

Ist vegane Ernährung gesund? Wenig Fett und viele Ballaststoffe machen schneller satt

Die Studien-Veganerinnen und -veganer wiesen nach den Experimenten leicht verbesserte Blutzucker- und Cholesterinwerte auf. Zudem nahmen sie im Durchschnitt rund vier Kilo ab und damit sieben Kilo mehr als die Kontrollgruppe sowie fast drei Kilo mehr als die übrigen Proband:innen.

Vegane Ernährung: So ist die Analyse aufgebaut
Stichprobe796 Proband:innen aus verschiedenen Studien
Probanden-GruppenEin Teil ernährte sich vegan, ein Teil mediterran, ein Teil behielt die gewohnte Ernährung bei.
Studien-DauerDrei bis vier Monate
ErgebnisSignifikante Gewichtsabnahme und bessere Blutzuckerwerte bei Test-Veganer:innen.

Die Forschenden vermuten, dass die Teilnehmer:innen im Schnitt weniger Kalorien zu sich genommen haben, da vegane Gerichte bei gleich großen Portionen oft weniger Fett und mehr Ballaststoffe enthalten. Dadurch fühlen sich Veganer:innen wohl trotz geringerer Kalorienzufuhr schneller satt.

Die Verbesserung des Blutzuckerspiegels könnte auch mit dem hohen Anteil von Ballaststoffen in der Ernährung zusammenhängen. Denn neben dem Sättigungsgefühl beeinflussen sie auch, wie schnell der Körper Nährstoffe aufnimmt – etwa wird Glukose aus der Spaltung von Kohlenhydraten langsamer verarbeitet.

Vegane Ernährung wirkt sich in vielen Aspekten positiv auf die Gesundheit aus.
Vegane Ernährung wirkt sich in vielen Aspekten positiv auf die Gesundheit aus. © Cavan Images/Imago

Vegane Ernährung: Studien weisen schon lange auf Vorteile für die Gesundheit hin

Schon weit in der Vergangenheit zeigten Studien, dass tierproduktfreie Ernährungsformen nicht nur glücklicher machen, sondern auch förderlich für die Gesundheit sind. Dennoch sorgt das Thema in der öffentlichen Meinung nach wie vor für einen Diskurs. So zeigt laut Washington Post eine britische Analyse von vier Langzeitstudien aus dem Jahr 1999, die im Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, dass der Verzicht auf Tierprodukte gut für das Herz ist.

Daten von mehr als 66.000 Probandinnen und Probanden wiesen auf eine geringere Sterblichkeit aufgrund sogenannter ischämischer Herzkrankheiten hin: bei Vegetarier:innen im Durchschnitt um 34 Prozent und bei Veganer:innen um 26 Prozent im Vergleich zu Menschen, die sich auch von Fleisch ernähren. „Wir wissen seit langem, dass Menschen, die sich vegetarisch ernähren, weniger Risikofaktoren aufweisen und seltener an Herzkrankheiten leiden“, zitiert die Washington Post Eva Obarzanek, Ernährungswissenschaftlerin am National Heart, Lung, and Blood Institute.

Im Bereich der Knochengesundheit hingegen gibt es auch Ergebnisse, die in die andere Richtung weisen. Eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) untersuchte 36 Veganer:innen sowie 36 Mischköstler:innen mit einem Ultraschall des Fersenbeins und einer Analyse bestimmter Biomarker in Blut und Urin. Tatsächlich wiesen beide Ergebnisse im Schnitt auf eine geringere Knochengesundheit hin. Auch deshalb ist es wichtig, bei veganer oder vegetarischer Ernährung alle Nährstoffe in die Diät zu integrieren und, wenn nötig, etwa B-Vitamine zu supplementieren. (tk)

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