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Studie zeigt: So beeinflusst zusätzliches Salz im Essen die Lebensdauer

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Von: Jakob Koch

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In Deutschland wird mehr Salz gegessen als gesund ist. Zusätzliches Salz im Essen verringert die Lebenserwartung, heißt es nun in einer neuen Studie.

New Orleans – Das berühmte Salz in der Suppe ist möglicherweise schon zu viel: Wer gern sein Essen mit zusätzlichem Salz versieht, könnte früher sterben. Das sagen Forscher der Tulane University in New Orleans, die nun ihre Erkenntnisse einer neuen Studie im renommierten „European Heart Journal“ veröffentlicht haben. Demnach erhöht sich das Risiko um 28 Prozent. Konkret stellten die Forscher fest, dass ab einem Alter von 50 Jahren die Lebenserwartung bei Männern um 1,5 Jahre und bei Frauen um 2,28 Jahre sinkt, wenn sie ihr Essen nachsalzen.

Für die Studie wurden Daten von mehr als 500.000 Menschen ausgewertet. „Meines Wissens nach ist unsere Studie die erste, die den Zusammenhang zwischen der Zugabe von Salz zu Lebensmitteln und dem vorzeitigen Tod untersucht“, wird Studienleiter Professor Dr. Lu Qi von der Tulane University in New Orleans zitiert. In der westlichen Ernährung mache das Hinzufügen von Salz am Tisch sechs bis 20 Prozent der gesamten Salzaufnahme aus. „Das bietet eine einzigartige Möglichkeit, den Zusammenhang zwischen der gewohnheitsmäßigen Natriumaufnahme und dem Todesrisiko zu bewerten“, so Dr. Lu Qi.

Und wie ist die Lage in Deutschland?

Zu viel Salz im Essen ungesund? Die Richtwerte in Deutschland

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene, täglich nicht mehr als sechs Gramm Salz zu sich zu nehmen. Diese Menge entspricht etwa einem Teelöffel. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sogar nur fünf Gramm Salz pro Tag. Doch Untersuchungen haben ergeben, dass die tägliche Salzaufnahme in Deutschland bei Frauen durchschnittlich bei 8,4 Gramm und bei Männern bei zehn Gramm liegt.

Extra Salz im Essen gehört für viele dazu – doch Forscher warnen vor den Folgen.
Extra Salz im Essen gehört für viele dazu – doch Forscher warnen vor den Folgen. © Josep Rovirosa/Imago

Was passiert wenn man zu viel Salz zu sich nimmt?

Nimmt der Körper eines Menschen Salz etwa über Lebensmittel auf, löst er ein Durstgefühl aus – ein Schutzmechanismus des Körpers. Damit soll der Salzgehalt im Blut verdünnt werden. Reicht die Flüssigkeit über das Trinken nicht aus, entzieht das Salz den Körperzellen das Wasser – die Flüssigkeitsmenge wird also erhöht. Doch diese größeren Flüssigkeitsmengen belasten Herz und Nieren, bei einigen Menschen kann das zu höherem Blutdruck führen. Blutgefäße in wichtigen Organen wie Herz und Gehirn werden geschädigt.

„Ein zu hoher täglicher Salzkonsum ist ein erheblicher Risikofaktor für Bluthochdruck und damit auch für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere Schlaganfall“, heißt es aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Übrigens: Bevor man Medikamente gegen Blutdruckhochdruck zu sich nimmt, gibt es einiges, das vorher helfen kann.

Salz im Essen: Lebensmittel mit hohem Salzgehalt

Bekannt ist: Einen Großteil des Salzes nehmen viele Menschen über handwerklich oder industriell hergestellte Lebensmittel und Speisen auf. Was viele nicht wissen: Neben Fleisch- und Wurstwaren haben Brot und Brötchen einen verhältnismäßig hohen Salzanteil. Fertiggerichte und Instantsuppen enthalten ebenfalls häufig sehr viel Salz. Eine Auswahl an Lebensmitteln mit einem hohen Salzgehalt pro 100 Gramm:

LebensmittelSalzgehalt pro 100 Gramm
Matjes11,7 Gramm
Lachsschinken6,1 Gramm
Deutsche Salami5,4 Gramm
Salzstangen4,6 Gramm
Laugenbrezel3,1 Gramm

Wie bekomme ich Salz aus dem Körper?

Hat der Körper zu viel Salz aufgenommen, wird dieses größtenteils über die Nieren wieder ausgeschieden. Ein hoher Salzkonsum kann diese Organe also belasten. Überschüssiges Salz kann mit der Aufnahme von Wasser ausgeglichen werden. Ernährungsexperten empfehlen in solchen Fällen, zusätzlich Wasser zu trinken. Als Tipp, um Salz grundsätzlich zu reduzieren: Weniger Fertiggerichte, mehr selbst kochen. (jkk)

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