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Pflanzliche Mittel gegen Erkältung: Was laut einem Experten wirklich hilft

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Von: Constantin Hoppe

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Sick girl blowing nose with tissue
Mit dem Herbst startet auch die Erkältungssaison. (Symbolbild) © Ekaterina Yakunina/Imago

Im Herbst beginnt auch die Erkältungssaison. Um eine Erkältung möglichst schnell zu überwinden, sollte man schon bei den ersten Symptomen handeln.

Frankfurt – Meist kündigt sie sich mit einem Kratzen im Hals an, es folgen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen. Kaum wird es im Herbst oder Winter wieder kälter und nasser, beginnt die Erkältungszeit. Erkältungssymptome sind in fast allen Fällen ein Anzeichen einer viralen Entzündung der oberen Atemwege.

In der Pharmazeutischen Zeitung erklärt Professor Dr. Andreas Michalsen, Inhaber der Stiftungsprofessur für Klinische Naturheilkunde der Berliner Charité, welche Mittel am besten zur Vorbeugung und Selbstbehandlung einer Erkältung geeignet sind, um die Gesundheit schnell wieder herzustellen – und warum das in diesem Jahr von besonderer Bedeutung ist.

Erkältungs-Saison hat begonnen: Das ist die Ursache für das Kratzen im Hals

Erkältungen gehören laut dem MSD Manual zu den häufigsten Krankheiten. Viele verschiedene Viren (Rhinoviren, Adenoviren, Coronaviren und humane Metapneumoviren) können Erkältungen verursachen. Rhinoviren mit ihren mehr als 100 Untertypen lösen dabei die meisten Erkältungen aus.

Erkältungen werden vorwiegend durch direkten Kontakt der Hände mit virushaltigen Sekret einer erkälteten Person übertragen. Über den Mund, die Nase oder Augen gelangen die Viren in den Körper und rufen dort eine Erkältung hervor. Die Symptome einer Erkältung beginnen in der Regel ein bis drei Tage nach der Ansteckung und klingen nach vier bis zehn Tagen wieder ab. 

Erkältungen können während der Grippe-Zeit und einer Corona-Herbst-Welle ein Bedeutung haben

Normalerweise sind banale Infektionen wie Erkältungen kaum relevant – doch angesichts einer erwarteten Corona-Welle im Herbst sowie dem Beginn der Grippezeit ist das anders. „Wir werden Infekte auch mit strengen Hygiene-, Masken- und Abstandsregeln nicht vollständig vermeiden können“, so Michalsen.

Ziel müsse es sein, schwere Verläufe zu vermeiden, Symptome zu lindern und auch bei banaleren Infekten die Krankheitszeit zu verkürzen, um die Belastung für das Gesundheitssystem so gering wie möglich zu halten.

Erkältung frühzeitig behandeln: Das raten Experten

Da so viele Viren Erkältungen verursachen und da sich alle Viren ständig ein wenig verändern, wurde bisher noch kein wirksamer Impfstoff entwickelt. Die beste Prävention ist daher, anders als bei der gängigen Grippe und ihrer Impfung, eine gute Hygiene mit den bekannten Maßnahmen wie regelmäßigem Händewaschen und der Benutzung von Taschentüchern.

Erkältungen
Auch bekannt als:Grippaler Infekt
Erreger:Mehr als 200 bekannte Virus-Arten
Krankheitsdauer:In der Regel sieben Tage

Erkrankte sollten sich warm anziehen und es sich gemütlich machen, sich ausruhen und viel Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee zu sich nehmen. Sie sollten versuchen, die Infektion nicht auf andere zu übertragen, indem sie zu Hause bleiben. Neben diesen allgemein gültigen Maßnahmen können jedoch auch pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) einen Beitrag zur Genesung leisten.

Erkältungen frühzeitig behandeln: Vitamin C hat keinen nachweislichen Effekt auf Erkältungen

„Bei der Therapie von Erkältungen und herkömmlichen Atemwegsinfekten haben pflanzliche Arzneimittel für mich daher einen vorrangigen Platz“, sagte Michalsen. Das bestätigt auch eine Untersuchung des Ärzteblatts. Vitamin C – egal ob in Form von Tabletten, Säften oder Zitronensaft – habe dagegen keinen therapeutischen Effekt und braucht in aller Regel nicht zusätzlich eingenommen zu werden, sagt auch das MSD Manual.

Michalsen hält darüber hinaus das Lutschen von Zink-Tabletten bei einer Erkältung für sinnvoll. Niedrig dosiert könne Zink auch phasenweise prophylaktisch zum Schutz vor Erkältungen eingesetzt werden, man dürfe aber nicht zu viel davon erwarten, so Michalsen. Das MSD Manual spricht von einer verhältnismäßig geringe Wirkung: Wenn Zink die Dauer von Erkältungssymptomen in Studien verkürzt hat, dann um weniger als einen Tag.

Erkältung frühzeitig behandeln: Pflanzliche Mittel können helfen

Um die Prozesse des Immunsystems optimal zu unterstützen, ist laut Michalsen ein frühzeitiger Einsatz wichtig: Bewährte Heilpflanzen im Kampf gegen Erkältungen sind Efeu, Eibisch, Kapuzinerkresse, Meerrettich, Myrtol, Pelargonium sidoides (Kapland-Pelargonie), Primel, Spitzwegerich und Thymian.

Alle diese Pflanzen, beziehungsweise ihre Extrakte haben unterschiedliche Eigenschaften, die bei den verschiedenen Formen von Erkältungen helfen können. Für den Pelargonium-Extrakt sei beispielsweise eine Symptomlinderung bei Bronchitis nachgewiesen. „Das ist kein Vodoo oder Esoterik, sondern steht auf wissenschaftlichen Beinen“, erklärt Michalsen den Einsatz der genannten Phytopharmaka.

Doch abgesehen von diesen Mitteln ist ein intaktes Immunsystem das A und O, um einer Erkältung entgegenzuwirken. Insbesondere die Ernährung hat einen enormen Einfluss auf unser Immunsystem, weshalb man auf eine gesunde Ernährung achten sollte. (con)

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