Im Kampf gegen Epidemien wie Ebola oder Sars hat Microsoft-Gründer Bill Gates mit der Wellcome-Stiftung und auch der Bundesregierung eine millionenschwere Allianz gebildet.
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Im Kampf gegen Epidemien wie Ebola oder Sars hat Microsoft-Gründer Bill Gates mit der Wellcome-Stiftung und auch der Bundesregierung eine millionenschwere Allianz gebildet.

Lassa, Mers und Nipah

Drei Viren, die Forschern Angst machen

Mers, Lassa-Fieber und Nipah – in diesen Viren sehen Forscher die medizinischen Herausforderungen. Auch deshalb hat sich nun eine neue Allianz gegründet, die die Entwicklung von Impfstoffen gegen gefährliche Erreger beschleunigen soll.

Das Projekt wurde von Microsoft-Gründer Bill Gates, der Wellcome-Stiftung und verschiedenen Regierungen, darunter auch die Bundesregierung, ins Leben gerufen: Die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (Cepi).

Als erstes wollen Wissenschaftler je zwei Impfstoffe gegen das Mers-Virus sowie gegen Lassa-Fieber und das Nipah-Virus entwickeln, die von den Forschern als besonders gefährlich eingeschätzt werden und zudem prototypisch für bestimmte Erregerklassen stehen. Trotzdem sind die Viren vielen Menschen unbekannt. Darum hier ein Überblick über die drei Viren:

Lassa-Fieber

Lassa-Fieber wird nur selten von Mensch zu Mensch übertragen, eine Ansteckung ist aber durch den direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten möglich. Menschen, die das Lassa-Virus in sich tragen, sind erst ansteckend, wenn Symptome auftreten.
Lassa zählt wie Ebola und Dengue-Fieber zu den hämorrhagischen Fiebern. Die Erreger können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auslösen, später sind Durchfall, Erbrechen und Blutungen möglich. Ein mit Lassa infizierter US-Amerikaner war Ende Februar 2016 in Köln gestorben. Auch bei einem Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmen, der Kontakt zu dessen Leiche hatte, wurde Lassa nachgewiesen.

Mers-Virus

An Sars waren 2002 und 2003 binnen weniger Monate rund 800 Menschen gestorben, Tausende infizierten sich. Auch bei diesem Ausbruch ging ein großer Teil der Verbreitung auf einen einzelnen Mann zurück: einen Mediziner aus der südchinesischen Provinz Guangdong, der nach Hongkong reiste und – bereits schwer erkrankt – in einem Hotel eincheckte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) errechnet später, dass etwa die Hälfte der insgesamt rund 8000 weltweit registrierten Sars-Fälle auf den Mann aus Zimmer 911 zurückgehen.

Nipah-Virus

Das Nipah-Virus gehört zur Familie der Paramyxoviren. Diese lösen eine Vielzahl von Krankheiten vor allem der Atemwege aus, die unterschiedlich gefährlich sind. Sie sind bei Tieren und Menschen weit verbreitet. Besonders oft infizieren sich Kinder damit. In den vergangenen Jahren wurden mehrere neuartige Vertreter der Gruppe entdeckt.

Die Paramyxoviren (Paramyxoviridae) können harmlose Erkrankungen wie Schnupfen, aber auch Bronchitis oder Lungenkrankheiten hervorrufen. Sie können zudem Masern, Mumps und Hundestaupe auslösen.
Nach Angaben von Prof. Hans-Wilhelm Doerr, Leiter der Virologie am Frankfurter Universitätsklinikum, wurden schon in den 90er Jahren mehrere neuartige Paramyxoviren entdeckt. Im Jahr 1994 seien 13 von 20 erkrankten Pferden im australischen Brisbane an einer neuartigen Lungenkrankheit gestorben. Auch zwei Menschen steckten sich an. Einer von ihnen starb. Das Virus sei auch noch 1000 Kilometer davon entfernt festgestellt worden. Es habe sich als Erreger erwiesen, der normalerweise Flughunde infiziert, und sei Hendravirus genannt worden.

1997 trat nach Angaben von Dörr in Malaysia eine neue Seuche bei Schweinen auf. Zugleich seien hunderte in der Landwirtschaft arbeitende Menschen an Gehirnentzündung erkrankt und viele von ihnen gestorben. Auch hier scheinen Flughunde das natürliche Reservoir der Viren gewesen zu sein. Das zuvor unbekannte Paramyxovirus sei Nipah- Virus genannt worden. Durch Massentötung von Schweinen sei es gelungen, die Seuche einzudämmen. (sar/mit Material der dpa)

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