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„Maske auf“ ist auf Gehwegplatten zu lesen.
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Unter anderem die Mundschutzpflicht soll die Ausbreitung von Coronavirus-Mutationen eindämmen.

Brasilianische, britische und südafrikanische Variante

Corona-Mutanten in Deutschland – Drei Varianten und der Effekt von Impfungen

Britische, brasilianische und südafrikanische Coronavirus-Variante: Virusmutationen breiten sich aus. Ein Experte erklärt, wie effektiv Impfungen gegen sie wirken.

Im Laufe der Coronavirus-Pandemie hat sich der Covid-Erreger Sars-CoV-2 verändert. Je nachdem, wo die Infektion mit dem jeweiligen Virus-Mutanten zum ersten Mal diagnostiziert worden ist, kam es zu folgenden Varianten-Bezeichnungen: die britische Corona-Mutation B.1.1.7, die südafrikanische Variante 501.V2 und die brasilianische Virus-Mutation P.1. Das Erbgut des Coronavirus hat sich im Fall dieser bereits bekannten Varianten verändert – die Mutationen verfügen aus diesem Grund über neue Eigenschaften.

Jedes Mal, wenn sich das Virus im Körper ausbreitet und so das Erbgut vervielfältigt wird, besteht die Gefahr, dass sich dieses verändert. Das ist nicht nur beim Coronavirus der Fall. Im Fall der Grippe etwa müssen die Impfstoffe jährlich angepasst werden, weil sich Influenza-Viren schnell verändern können. Wie Deutschlandfunk berichtete, hätten wir allerdings das Glück, dass das Coronavirus nicht ganz so mutationsfreudig ist wie das Grippevirus.

Schützt Corona-Impfung vor schweren Krankheitsverläufen durch Virusmutationen?

Forscher gehen davon aus, dass das „Briten-Virus“ oder die „Südafrika-Variante“ weitaus ansteckender sind als die herkömmliche Virus-Variante. Auch die erstmals in der brasilianischen Stadt Manaus entdeckte Virus-Mutante soll sich viel schneller verbreiten können. Auch in Deutschland haben Virusmutationen bereits Fuß gefasst. So berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) der Ärztezeitung zufolge, dass es sich bei knapp sechs Prozent der Sars-CoV-2-positiven Proben um die britische Virusvariante B.1.1.7 handeln soll. Auch Ansteckungen mit der südafrikanischen Mutation sind in Deutschland bereits gemeldet worden. Die brasilianische Variante wurde mittlerweile in rund 20 Ländern weltweit nachgewiesen, darunter auch in Deutschland, wie Deutschlandfunk meldete.

Lesen Sie auch: Fast 13.000 Corona-Mutationen bekannt – Forscher kommen nach Analyse zu bedeutsamem Ergebnis.

Umfrage zum Thema Corona-Risikogruppen

Sorgen bereiten Virus-Varianten Regierungen und Medizinern vor allem deshalb, weil sie sich nach aktuellem Wissensstand schneller ausbreiten können als der herkömmliche Wildtyp. Im Fall der britischen Virusvariante geben bisher noch nicht veröffentlichte Studien dem Deutschlandfunk zufolge sogar Hinweise darauf, dass B.1.1.7 schwerere Covid-19-Verläufe verursacht und in der Folge möglicherweise mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist im Vergleich zur Infektion mit dem herkömmlichen Virus. Das britische Beratergremium NERVTAG hätte allerdings betont, dass die Datenlage noch nicht ausreiche, um endgültige Aussagen zu treffen.

Auch in Hinblick auf die Impfungen stellen Virusmutationen Forscher vor neue Herausforderungen. So zwingt die aus Südafrika stammende Variante Moderna und Pfizer dazu, ihre Covid-19-Impfstoffe neu anzupassen und „Auffrischungsimpfungen“ zu entwickeln, wie der Stern informiert. Und auch der Apotheken Umschau zufolge gibt es Hinweise darauf, dass die aktuell zur Verfügung stehenden Impfstoffe nicht so effizient gegen Virus-Mutanten wirken wie gegen die herkömmliche Variante. Erste Studien würden allerdings auch zeigen, dass eine Impfung auch die Verbreitung von Mutationen eindämmen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann. Kurz: Eine Impfung mit dem Biontech-, Moderna- oder Astrazeneca-Impfstoff reduziert das Risiko eines schweren Covid-Verlaufs – auch wenn man sich mit einer Virus-Mutation angesteckt hat.

Mehr zum Thema: Nach Corona-Impfung trotzdem krank? So sicher wirken die neuen mRNA-Impfstoffe gegen Covid.

Die Maskenpflicht ist eine Maßnahme, die verhindern soll, dass sich Virus-Mutationen ausbreiten.

„Ein Stück weit schützt die Impfung immer“: Anpassung des Impfstoffs möglich

Der Gießener Virologe Friedemann Weber sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zufolge, es sei anzunehmen, dass bei Mutationen der Impfschutz in Bezug auf die Symptomatik etwas sinke und es schwerere Verläufe geben könne. Aber: „Ein Stück weit schützt die Impfung immer“, wird der Experte vom RND zitiert. Wird es in Zukunft nötig sein, Impfstoffe anzupassen, sei dies bei mRNA-Impfstoffen wie dem Biontech- und Moderna-Präparat innerhalb von sechs Wochen möglich, wie der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, dem RND zufolge erklärt: „Da muss man nur die Buchstabenreihenfolge im genetischen Bauplan ändern“, so Watzl. Eine Umstellung der Astrazeneca-Produktion wäre in rund zwölf Wochen umsetzbar, da es sich um einen Vektorimpfstoff handele. Bis die angepassten Impfstoffe allerdings auf dem Markt verfügbar wären, könne Watzl zufolge ein halbes Jahr vergehen.

Weiterlesen: Corona-Impfplan steht fest: Die meisten Bürger zählen zur Impfgruppe vier – Sie auch?

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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