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Welche Lebensmittel aus dem Supermarkt sich für die Halleluja-Diät eignen, erfahren Sie im Text.
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Welche Lebensmittel aus dem Supermarkt sich für die Halleluja-Diät eignen, erfahren Sie im Text.

Essen wie Jesus

Die Halleluja-Diät soll Kilos schwinden lassen – birgt aber auch negative Effekte

  • Juliane Gutmann
    VonJuliane Gutmann
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Die Jesus-Diät verspricht seelische Reinigung und Gewichtsverlust. Ob die Kur hält, was sie verspricht und wie Ernährungsexperten/-expertinnen sie einstufen, lesen Sie hier.

Abnehmen ganz im Einklang mit der Bibel: Die Jesus- oder Halleluja-Diät soll die Gesundheit verbessern und gesund abnehmen lassen. Das Buch „What Would Jesus Eat?“ des US-amerikanischen Arztes Dr. Don Colbert wirbt mit dem Slogan „The Ultimate Program for Eating Well, Feeling Great, and Living Longer“ – zu deutsch: „Das ultimative Programm, um gut zu essen, sich gut zu fühlen und länger zu leben“. Colbert verknüpft in seinem Diätbuch Ernährung und Theologie und will in erster Linie aufzeigen, welche gesundheitlichen Vorteile die Ernährung Jesu für jeden Einzelnen haben kann.

Spiritueller Hokuspokus oder ernst zu nehmendes Abnehmkonzept? Ernährungsexperten/-expertinnen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) stufen die Halleluja-Diät als Entgiftungsdiät ein – und vertreten einen klaren Standpunkt in Hinblick auf deren Nutzen.

Viel Obst und Gemüse und keine verarbeiteten Lebensmittel: Die Jesus-Diät zeigt viele Parallelen zur Mittelmeer-Diät auf.

Die Halleluja-Diät: Abnehmen nach dem Vorbild Jesu?

Dem Buchautor und Mediziner Dr. Colbert zufolge sollte man sich vor jeder Mahlzeit fragen: Würde Jesus das essen? Wer sich diese Frage stelle, verspricht Colbert, werde Gewicht verlieren und sich seelisch-geistig reinigen, so gelesen auf Spiegel.de. Die fromme Diät umfasse Brot, gegrillten Fisch, rohes Gemüse, Körner und Nüsse, frisches Obst, dazu Rotwein und Wasser. Von Schwein, Kaninchen und Meerestieren raten Colbert und Kollegen ab, so der Spiegel weiter. Tabu sind verarbeitete Lebensmittel wie Fertigpizza.

Außerdem sollte man Don Colbert zufolge während der Halleluja-Diät unter anderem folgende Regeln befolgen, wie das Portal doctoroz.com berichtet:

  • Brechen Sie Ihr Fasten jeden Morgen zwölf Stunden nach Ihrer letzten Mahlzeit am Vortag. Wenn Sie also um 18.00 Uhr zu Abend gegessen haben, sollten Sie erst wieder am nächsten Morgen um 6.00 Uhr etwas essen.
  • Machen Sie das Mittagessen zur wichtigsten Mahlzeit und ganz wichtig: Genießen Sie es langsam und in entspannter Atmosphäre.
  • Essen Sie ein leichtes Abendessen um 16 Uhr: Ihr Verdauungssystem sollte nicht auf Hochtouren arbeiten müssen, wenn Sie eigentlich schlafen sollten. Essen Sie deshalb so früh am Abend wie möglich.
  • Wein gehörte dem Arzt Colbert zufolge selbstverständlich zur täglichen Ernährung zur Zeit von Jesus. Das alkoholische Getränk ist daher auch während der Jesus-Diät erlaubt. Jedoch sprechen neue Erkenntnisse dafür, dass man am besten ganz auf Alkohol verzichten sollte. So informiert die Weltgesundheitsinformation: „Manche Leute werden es nicht gern hören, aber ein unbedenkliches Maß für den Alkoholkonsum gibt es nicht.“

Halleluja-Diät birgt Gefahr des Jojo-Effekts

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat die Jesus-Diät genauer unter die Lupe genommen. Das Institut stuft die Halleluja-Diät als Abwandlung der Rohkost-Entgiftungsdiät ein. Der DGE zufolge sprechen folgende Kriterien dafür, dass es sich um eine Halleluja-Diät handelt: 85 Prozent Rohkost und 15 Prozent gekochte Lebensmittel werden verspeist, letztere nur abends; auf Frühstück wird verzichtet, stattdessen gibt es spezielle Gemüsesäfte; Trinkwasser sollte destilliert sein, zudem werden verschiedene Nahrungsergänzungsmittel empfohlen.

Nach dieser Definition zählt die Jesus-Diät der DGE zufolge zu den Entgiftungs- oder Detox-Diäten, für deren Wirkung bisher wissenschaftliche Nachweise fehlen. Inwiefern durch eine solche Diät der Stoffwechsel angeregt wird, sei fraglich. Den schnellen Gewichtsverlust führt die DGE in erster Linie auf das Einsparen von Kalorien während der Diät zurück. Ein langfristiger Abnehmerfolg sei eher unwahrscheinlich bei derartigen Abnehmkonzepten, weil durch das Fasten der Grundumsatz gesenkt werde. Infolge komme es häufig zum Jojo-Effekt: Die Waage zeigt nach Abschluss der Diät dieselbe Kilo-Anzahl wie vorher – oder sogar mehr.

Es gibt allerdings auch Aspekte, die für die Halleluja-Diät sprechen: So orientiert sie sich an der als gesund geltenden Mittelmeer-Diät und verbannt verarbeitete, meist sehr zucker- und salzhaltige Fertiggerichte vom Speiseplan. (jg)

Weiterlesen: „Pause zwischen den Mahlzeiten von 16 Stunden“: Diät-Tipps von der Ernährungsexpertin

So gesund ist die Mittelmeerdiät

Wer sich nach der Mittelmeerdiät ernährt, setzt auch auf pflanzliche Fette. Ein Klassiker ist Olivenöl. Foto: Christin Klose
Wer sich nach der Mittelmeerdiät ernährt, setzt auch auf pflanzliche Fette. Ein Klassiker ist Olivenöl. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Gabriele Janthur ist Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW. Foto: Verbraucherzentrale NRW
Gabriele Janthur ist Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW. Foto: Verbraucherzentrale NRW © Verbraucherzentrale NRW
Margret Morlo ist Diätassistentin und Redakteurin beim Verband für Ernährung und Diätetik (VFED). Foto: Margret Morlo
Margret Morlo ist Diätassistentin und Redakteurin beim Verband für Ernährung und Diätetik (VFED). Foto: Margret Morlo © Margret Morlo
Gegrillter Fisch ist ein Klassiker der Mittelmeerküche. Dazu kann man zum Beispiel einen frischen Salat kombinieren. Foto: Manuela Rüther
Gegrillter Fisch ist ein Klassiker der Mittelmeerküche. Dazu kann man zum Beispiel einen frischen Salat kombinieren. Foto: Manuela Rüther © Manuela Rüther
Zur Mittelmeerküche gehören auch Nudeln, keine Frage. In einem Auflauf lassen sie sich gut mit Gemüse kombinieren. Foto: Manuela Rüther
Zur Mittelmeerküche gehören auch Nudeln, keine Frage. In einem Auflauf lassen sie sich gut mit Gemüse kombinieren. Foto: Manuela Rüther © Manuela Rüther

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