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Demenz-Erkrankung: Studie zu Risikofaktoren – So können Sie Ihr Risiko senken

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Von: Isabel Wetzel

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Die Angst vor dem Vergessen: Eine Demenz kann jede:n treffen. Studien geben Hinweise darauf, wie Sie Ihr persönliches Risiko senken können.

Frankfurt – Kleinere Erinnerungslücken, Verlust des Langzeitgedächtnisses, die eigenen Kinder nicht mehr erkennen und eine völlige Wesensveränderung: Die Symptome einer Demenz sind vielseitig und angsteinflößend. Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland hat daher große Angst davor, im Alter an einer Demenz zu erkranken. Das ergab eine jährliche Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit im November 2021. Nur Krebs ist den Ergebnissen zufolge in Deutschland noch gefürchteter.

Die häufigste Ursache für eine Demenz ist die Alzheimer-Krankheit, durch die nach und nach immer mehr Gehirnzellen absterben. Warum – darüber gibt es bis heute nur Vermutungen. Medikamente und eine langfristige Therapie können eine Alzheimer-Erkrankung verlangsamen und den Zustand der Patient:innen so zeitweise verbessern. Aktuell steht wieder ein neues Alzheimer-Medikament vor der Zulassung und wird bereits als „Therapiedurchbruch“ gefeiert. Aufhalten oder heilen können Ärztinnen und Ärzte die Krankheit bislang aber nicht.

ErkrankungAlzheimer-Demenz
Herkunft NameGeht auf den Psychiater Alois Alzheimer zurück, der die Erkrankung Anfang des 20. Jahrhunderts als Erster beschrieb.
Häufigkeit~ 1,6 Millionen Menschen in Deutschland betroffen, die Mehrzahl sind Frauen
RisikoSteigt mit fortschreitendem Alter (ab etwa 65 Jahren)
VorsorgeGesunder Lebensstil, bei ersten Anzeichen Untersuchung in spezialisierter Gedächtnis-Ambulanz
TherapieMedikamente, Gedächtnis- und Orientierungsübungen, z.B. Musiktherapie, körperliche Aktivität

Demenz-Risiko: Einige Faktoren können Sie selbst beeinflussen

Neben genetischer Veranlagung gibt es auch zahlreiche Risikofaktoren für Alzheimer-Demenz, die Menschen mit ihrer Lebensweise beeinflussen können. Darunter fallen vor allem Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und übermäßiger Alkoholkonsum: Faktoren, die stark von der Ernährung und körperlicher Aktivität abhängen.

Demenz-Risiko: Nehmen Sie Einfluss auf diese 12 Risikofaktoren

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums waren 2018 rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt, weltweit waren es rund 47 Millionen – Tendenz steigend. Expert:innen schätzten die Zahl der weltweiten Erkrankungen im Jahr 2050 auf etwa 150 Millionen.

Zahlreiche Demenz-Erkrankungen wären durch einen gesunden Lebensstil, gute Bildung, viele soziale Kontakte und eine gute medizinische Versorgung allerdings vermeidbar, zeigen mehrere epidemiologische Studien aus den vergangenen Jahren. Die medizinische Fachzeitschrift The Lancet aus Großbritannien hat aus diesem Grund ein Expert:innengremium beauftragt, nach Risikofaktoren für Demenz zu suchen, die jeder Mensch beeinflussen kann.

Im ersten Report 2017 haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neun Risikofaktoren identifiziert, 2020 sind drei weitere dazugekommen. Das sind die zwölf sogenannten modifizierbaren Risikofaktoren für eine Alzheimer-Demenz:

Alzheimer: Diese Lebensmittel können das Demenz-Risiko erhöhen

Gerade mit Blick auf Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes hat eine gesunde und ausgewogene Ernährung demnach nicht nur Einfluss auf die körperliche Gesundheit, sondern auch auf die geistige Gesundheit und die Leistungsfähigkeit des Gehirns.

Jemand schenkt ein Glas Rotwein ein: Menschen, die viel Alkohol trinken und die, die komplett auf Alkohol verzichten, haben einer französischen Studie zufolge ein erhöhtes Demenzrisiko.
Menschen, die viel Alkohol trinken und die, die komplett auf Alkohol verzichten, haben einer französischen Studie zufolge ein erhöhtes Demenzrisiko. © J. Delmarty/Imago

Dr. Uma Naidoo, Ernährungspsychiaterin und Fakultätsmitglied an der Harvard Medical School, berichtete in einem Beitrag für das US-Nachrichtenportal CNBC von fünf Lebensmitteln, die das Demenz-Risiko erhöhen können und daher unbedingt vermieden werden sollten.

Demenz-Risiko senken: Deshalb sollten Sie auf Zucker, Alkohol und Frittiertes verzichten

Vor allem Lebensmittel mit zugesetztem Zucker können das Demenzrisiko steigern. Sie führen zu einem Überschuss an Glukose im Gehirn und können dadurch Gedächtnisstörungen auslösen. Einzig der Zucker, der in Obst oder Gemüse steckt, ist Naidoo zufolge gesund für das Gehirn. Ähnlich schädlich sind einer US-Studie zufolge auch frittierte Lebensmittel. Sie führen zu schlechten Gedächtniswerten und erhöhen das Risiko, an einer Depression zu erkranken.

Eine französische Langzeitstudie hat die Wirkung von Alkoholkonsum auf das Gehirn untersucht. Dabei bestätigten die Forschenden, was bereits eindeutig bewiesen ist: Zu viel Alkohol ist schädlich für das Gehirn. Erstaunlich war jedoch, dass auch die Menschen, die komplett auf Alkohol verzichteten, ein erhöhtes Demenzrisiko hatten.

Alzheimer-Demenz: Auch Kartoffeln und Weißbrot schädlich für das Gehirn

Auch Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index (GI) können die Gedächtnisleistung beeinträchtigen und das Risiko einer Demenz erhöhen. Der GI gibt an, wie schnell Nahrungsmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Besonders schnell geht das beispielsweise bei Kartoffeln, Weißbrot und weißem Reis, länger dauert es zum Beispiel bei Vollkornprodukten.

Als Letztes nennt Dr. Naidoo Nitrite und Nitrate als Konservierungsstoffe. Unter anderem Pökelsalz, das zur Herstellung von haltbaren Fleischprodukten verwendet wird, ist ein Salz, das das Risiko für Alzheimer und Demenz erhöhen kann.

Risiko für Demenz senken: Mittelmeer-Diät hilft bei ausgewogener Ernährung

Stattdessen raten Expert:innen zu einer ausgewogenen Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen. Das Gehirn braucht eine passende Kombination an Nährstoffen, um die optimale Leistung zu bringen. Dazu zählen Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe), die unter anderem in Nüssen, Obst, Gemüse, Tee, Beeren oder auch in dunkler Schokolade, Vitamin C und E, die Vitamine B6, B12 und Folsäure (B9) sowie Omega-3-Fettsäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die sogenannte Mittelmeer-Diät soll diesen Bedarf bestmöglich abdecken.

Forschende haben in Studien aus Großbritannien und den USA festgestellt, dass die mediterrane Ernährung einen besonders positiven Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem und auf die Gehirnstruktur hat. Der US News & World Report hat die Mittelmeer-Diät 2022 daher schon das fünfte Mal in Folge als beste Ernährungsform ausgezeichnet. Dabei kommt viel Gemüse, Salat mit Olivenöl, Fisch, Meeresfrüchte, Nüsse und Samen auf den Tisch. (iwe)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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