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Krebs: Diese Lebensmittel könnten das Darmkrebs-Risiko deutlich erhöhen

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Von: Jana Ballweber

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Eine weit verbreitete Zutat in vielen Wurst- und Fleischprodukten könnte das Darmkrebs-Risiko erhöhen. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Belfast - Dass rotes und stark verarbeitetes Fleisch schädlich für die Gesundheit ist, scheint für viele Menschen mittlerweile schon als Allgemeinwissen zu gelten. Doch wie so oft bei Ernährungsfragen ist die Realität etwas komplizierter.

2015 hatte die Weltgesundheitsorganisation rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Gerade Darmkrebs, eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland, wird immer wieder auf den Verzehr von Fleischwaren zurückgeführt. Eine aktuelle Studie an Mäusen rüttelt nun an diesem Bild. Denn hier war es vor allem ein Lebensmittel, das das Wachstum von Darmtumoren befördert hat.

Krebs-Erkrankung: Erhöht Natriumnitrit das Darmkrebsrisiko?

Forscher:innen der Universität Belfast haben Mäuse mit unterschiedlichen Sorten Fleisch gefüttert. Die Mäuse wiesen alle zu Beginn der Studie schon Tumorwachstum im Darm auf. Eine Gruppe bekam dann für acht Woche nitritfreies Schweinefleisch ins Futter gemischt, eine andere Gruppe nitritfreie Wurst aus Schwein und eine dritte Gruppe nitrithaltige Wurst.

Natriumnitrit ist im Volksmund auch als Pökelsalz bekannt. Es wird eingesetzt, um vor allem Fleischwaren länger haltbar zu machen. Es verleiht dem Fleisch auch eine rötliche Färbung und ein besonderes Aroma.

Studie weist mehr Darmkrebs nach Natriumnitrit-Konsum nach

Im Anschluss an die acht Wochen untersuchten die Wissenschaftler:innen, bei welcher Gruppe die Tumore sich am stärksten ausgebreitet hatten. So wollten sie herausfinden, ob rotes Fleisch an sich die Darmkrebsgefahr erhöht, oder ob es an der Verarbeitung oder sogar nur an einer speziellen Zutat lag.

Das Ergebnis: Die Mäuse, die nitrithaltige Wurst ins Futter gemischt bekamen, verzeichneten das mit Abstand stärkste Tumorwachstum. Sie wiesen 53 Prozent mehr Darmtumore auf als die Kontrollgruppe, die gar kein Schweinefleisch bekommen hatte. Die Anzahl der Tumore der Mäuse-Gruppen, die Schweinefleisch und nitritfreie Wurst bekamen, lag zwar auch leicht über dem der Kontrollgruppe, doch viel niedriger als bei der Gruppe mit nitrithaltiger Wurst.

Krebs-Risikofaktoren: Natriumnitrit nicht nur in rotem Fleisch

Daraus leiten die Forscher:innen ab, dass die größte Krebsgefahr für den Darm nicht unbedingt von rotem oder verarbeitetem Fleisch ausgeht, sondern vor allem darauf zurückzuführen ist, ob die Lebensmittel Natriumnitrit enthalten. Eine Erkenntnis, die nach Meinung der Wissenschaftler:innen bei den offiziellen Empfehlungen zur Ernährung berücksichtigt werden sollte.

Das Wissen über die Gesundheitsgefahren von Nitrit könnte auch für andere Lebensmittel relevant sein. Denn Nitrit findet sich nicht nur in Wurstwaren, sondern auch in einigen Gemüsesorten.

Fleischkonsum erhöht das Risiko für chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Darmkrebs.
Fleischkonsum erhöht das Risiko für chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Darmkrebs. (Symbolbild) © "kirisa99"/IMAGO

Darmkrebs durch Nitrit: Bei der Ernährung auf Abwechslung achten

Das Bundesamt für Risikobewertung schreibt auf seiner Webseite, dass auch Gemüse Nitrit enthalten kann, wenn es unsachgemäß gelagert oder transportiert wird oder die Hygieneregeln nicht eingehalten werden. Betroffen sind demnach vor allem folgende Gemüsesorten:

Verbraucher:innen sollen dem Amt zufolge aber auf keinen Fall den Gemüsekonsum aus diesem Grund reduzieren: „Die Vorteile einer gemüsereichen Ernährung überwiegen mögliche Risiken durch leicht erhöhte Nitrat- und Nitritgehalte.“ Stattdessen solle auf abwechslungsreiche Gemüseauswahl geachtet werden. (Jana Ballweber)

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