Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Das Tragen von Masken könnte der Grund für die Zunahme von Sars-CoV-2-Infektionen mit milden Verläufen oder ohne Symptome sein – und auf längere Sicht zu einer Herdenimmunität der Bevölkerung beitragen.
+
Das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung schützt nicht nur uns selbst und die Mitmenschen. Langfristig könne sich eine Herdenimmunität entwickeln.

Coronavirus

Neue Corona-Theorie: Mund-Nasen-Bedeckungen könnten zur Immunität beitragen

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
    schließen

Forscher aus San Francisco erwarten eine Corona-Herdenimmunität durch das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes. Studien, die diese „Ursache-Wirkung-Beziehung“ eindeutig nachweisen, fehlen bisher.

  • Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist seit der Corona-Pandemie Alltag geworden.
  • Durch die Maske sollen schwächere Infektionen ausgelöst werden.
  • Auf längere Sicht soll das zu einer Herdenimmunität der Bevölkerung beitragen.

Frankfurt – Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen könnte der Grund für die Zunahme von Sars-CoV-2-Infektionen mit milden Verläufen oder ohne Symptome sein – und auf längere Sicht zu einer Herdenimmunität der Bevölkerung beitragen. Diese Hypothese stellen die Infektiologin Monica Gandhi und der Epidemiologe George W. Rutherford auf, beide forschen an der University of California in San Francisco.

Corona: Mund-Nasen-Bedeckungen könnten zu Herdenimmunität beitragen

In einem Artikel im Fachmagazin „New England Journal of Medicine“ vergleichen sie den Effekt mit dem der „Variolation“. Dieser Begriff bezeichnet die Vorform der Pockenimpfung, die bis ins 18. Jahrhundert vor allem im Nahen Osten und in China praktiziert wurde. Dabei rieb man die Haut von Gesunden mit dem Sekret aus Pusteln Pockenkranker ein. Dieser „Lebendimpfstoff“ rief eine schwache Pockenerkrankung hervor, aus der sich als Folge eine Immunität entwickelte.

Was das mit Mund-Nasen-Bedeckungen zu tun hat? Nach heutigem Wissen schützen Masken nicht nur davor, andere anzustecken, wenn man selbst infiziert ist. Sie bieten auch dem Träger oder der Trägerin Schutz vor dem Einatmen von Tröpfchen oder Aerosolen aus der Luft. Allerdings – und das ist ein wichtiger Punkt in der Argumentation von Gandhi und Rutherford: Selbst wenn man eine Maske trägt, so können es doch einige Viruspartikel durch die Bedeckung in Mund und Nase schaffen. Diese Menge sei jedoch so gering, dass sie in den meisten Fällen allenfalls eine schwache Infektion auslöst oder man überhaupt nichts davon merkt.

Dass das Tragen von Masken mittlerweile Alltag geworden ist, könnte nach Ansicht von Gandhi und Rutherford die steigende Zahl solcher leichten und asymptomatischen Infektionen erklären. Beide gehen davon aus, dass die Schwere einer Erkrankung nicht nur von persönlichen Risikofaktoren abhängt, sondern auch von der Virusmenge, der jemand bei der Infektion ausgesetzt war.

Corona-Immunität durch Masken: Hypothese bedarf weiterhin intensive Forschung

Gleichwohl würde sich durch die Konfrontation mit dem Virus auch bei Menschen mit schwachem oder asymptomatischem Verlauf Immunität ausbilden, vermuten Gandhi und Rutherford. Das gehöre aber noch genauer untersucht. Bestätige sich die Annahme, so trage das konsequente Tragen von Masken zu einer Herdenimmunität bei, die helfen könne, die Pandemie einzudämmen. Dass es einen engen Zusammmenhang zwischen allgemeinem Maskentragen und Pandemiekontrolle gebe, habe bereits die Sars-Epidemie 2003 nahegelegt.

Die Infektiologin Maria Vehreschild vom Uniklinikum Frankfurt findet die Hypothese aus den USA „gut begründet“ und „plausibel“, allerdings fehlten bisher Studien, die „eine Ursache-Wirkung-Beziehung“ eindeutig nachweisen. Ähnlich sieht das die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. So sei nicht belegt, „dass eine geringere Dosis an Virus weniger starke Symptome oder Krankheit auslöst“, und auch nicht, „dass milde oder asymptomatische Infektionen einen langlebigen Immunschutz auslösen“. Prinzipiell sei das Thema „sehr wichtig“ und bedürfe „dringend intensiverer Forschung“. (Pamela Dörhöfer)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare