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„Erhöhtes Risiko“ bei Corona-Warn-App – was bei dem roten Warnhinweis zu tun ist

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Von: Svenja Wallocha

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Die Corona-Warn-App leuchtet plötzlich rot? Ignorieren sollte man den Warnhinweis nicht. Was zu tun ist, wenn die App eine Risiko-Begegnung anzeigt.

Frankfurt – Millionen von Menschen haben die offizielle Corona-Warn-App bereits auf ihrem Smartphone. Hat der Nutzer oder die Nutzerin keine Risiko-Begegnungen, passiert bei der App nicht gerade viel. Sie macht sich nicht bemerkbar und wird deshalb schnell vergessen. Doch steigen die Inzidenzen, gerät die App wieder in den Fokus. Plötzlich bimmelt es wieder auf vielen Telefonen. Doch wie verhält man sich richtig, wenn die App einen roten Warnhinweis anzeigt?

Über 40 Millionen Mal wurde die Corona-Warn-App (CWA) der Bundesregierung, die vom Robert Koch-Institut (RKI) herausgegeben wird, inzwischen heruntergeladen. Die App arbeitet komplett ohne personenbezogene Daten und soll helfen, die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, heißt es auf der Seite der Bundesregierung.

Wie die Corona-Warn-App funktioniert

Mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfasst sie, welche Smartphones einander nahe gekommen sind, und benachrichtigt die Anwender und Anwenderinnen dann über riskante Corona-Begegnungen. Die können im Büro gewesen sein, bei einer Zugreise oder auch einfach im Supermarkt. Es kann also durchaus überraschen, wenn die App plötzlich ausschlägt und einen Warnhinweis über ein „erhöhtes Risiko“ anzeigt. Doch was bedeutet diese Warnung eigentlich genau und wie werden Nutzer und Nutzerinnen benachrichtigt?

Eine Frau mit einer Maske steht an einer Busstation und schaut auf ihr Handy.
Was ist zu tun, wenn die Corona-Warn-App plötzlich ein erhöhtes Risiko anzeigt? (Symbolfoto) © Vasily Pindyurin/Imago

Das Kernstück der Corona-Warn-App ist der kleine Kasten, der jedem beim Öffnen der App direkt angezeigt wird. In vielen Fällen ist die Statusanzeige grün, zeigt ein niedriges Risiko an und dass man keine Risiko-Begegnungen hatte. Sprich: Das Handy innerhalb der vergangenen 14 Tage sich nicht in der Nähe einer oder mehreren Personen befand, bei denen eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde.

Corona-Warn-App zeigt „erhöhtes Risiko“: Was ist jetzt zu tun?

Bei einer roten Statusanzeige, also bei einem Risikokontakt, schickt die App automatisch eine Warnung via Push-Nachricht. Als Risiko-Begegnung wird laut der Bundesregierung eine „epidemiologisch relevante“ Begegnung bewertet. „Das bedeutet, es muss das Risiko einer Ansteckung bestanden haben“, heißt es auf der Seite der Bundesregierung. So schlägt die App aus, wenn der Nutzende in den vergangenen 14 Tagen nachweislich eine Begegnung (länger als zehn Minuten oder näher als etwa acht Meter) mit einer positiv auf Corona getesteten Person hatte. Die App misst mithilfe der Bluetooth-Technik, wie lange der Nutzer oder die Nutzerin mit einer Corona-positiven Person, die ebenfalls die App auf dem Handy hat, zusammen war und wie nah man sich dabei kam.

Ob die Person einen Mund-Nasen-Schutz trug oder ob der Kontakt drinnen oder draußen stattgefunden hat, kann die App nicht berücksichtigen. Wichtig dabei ist, dass das Infektionsrisiko nur dann erkannt werden kann, wenn die infizierte Person ihr bestätigtes positives Testergebnis in der App hinterlegt oder über die App freigeben hat, so die Apotheken Umschau. Das ist allerdings freiwillig.

Corona-Warn-App: Was der rote Warnhinweis bedeutet

Die App kann also erst Warnhinweise abgeben, wenn sich der infizierte Kontakt getestet hat und diesen positiven Test auch in der App angibt. Somit bietet die Corona-Warn-App keinen Echtzeitschutz, sondern informiert erst rückwirkend: Ignorieren sollte man ein erhöhtes Infektionsrisiko trotzdem nicht. Denn je schneller die betroffene Person die Information erhält und entsprechende Maßnahmen ergreift, desto geringer ist die Gefahr, dass sie das Virus unbewusst weitergibt. Was gilt es also zu tun?

Ein roter Warnhinweis auf der Corona-Warn-App sollte alarmieren, aber nicht in Panik versetzen. Denn: Ein erhöhtes Risiko heißt nicht automatisch, dass man sich in jedem Fall mit Corona angesteckt hat, sondern dass man sich möglicherweise infiziert haben könnte. Das Gute bei der App ist, dass sie auch direkt Verhaltensvorschläge gibt. So sollte sich die Person bei einem erhöhten Risiko nach Hause begeben und dort auch erstmal bleiben - außerdem Begegnungen reduzieren.

Corona-Warn-App: Muss ich Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen?

Der nächste Schritt ist dann Kontakt mit dem Hausarzt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 aufzunehmen. Auch das Gesundheitsamt kann informiert werden, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Mit den Behörden kann dann beispielsweise geklärt werden, ob ein Test sinnvoll ist. Zum Beispiel, wenn sich bereits Symptome zeigen oder aber die betroffene Person mit Risikogruppen in Kontakt war, erklärt die Apotheken Umschau. Aber auch, ob eine Quarantäne oder Krankschreibung notwendig ist. Dem Unternehmen muss ein Warnhinweis der Corona-Warn-App nicht zwingend mitgeteilt werden.

Auch ein Schnelltest zu machen ist eine gute erste Maßnahme. Denn auch wenn diese Tests keine 100-prozentige Sicherheit geben, kann sich die betroffene Person zunächst mal orientieren, ob er oder sie womöglich Corona-positiv ist. Verlässlicher und genauer ist dagegen ein PCR-Test. Spätestens wenn der PCR- oder Antigentest positiv ausfiel, sollte eine Meldung beim Gesundheitsamt gemacht werden.

Corona-Warn-App zeigt Warnhinweis: Ist ein PCR-Test kostenlos?

Personen, die eine rote Risikowarnung vorweisen können, haben übrigens Anspruch auf einen kostenlosen Test. So erklärte das Bundesgesundheitsministerium gegenüber BR24, dass es bei einer „Erhöhtes Risiko“-Meldung einen Test-Anspruch gebe. Bei diesem werde zudem nicht zwischen Geimpften und Ungeimpften unterschieden. Allerdings muss der Test nicht notwendigerweise ein PCR-Test sein. Letztendlich entscheide der Arzt oder das Gesundheitsamt, ob und mit welchem Test getestet werde.

Doch angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Deutschland könnte es demnächst zu Änderungen bei PCR-Tests kommen. So sollen nicht mehr alle per Schnelltest positiv Getesteten einen PCR-Test bekommen. Im Gespräch ist dabei auch, dass für diejenigen, die einen positiven Schnelltest oder eine rote Kachel in der Corona-Warn-App, aber keine Symptome haben, der Anspruch auf PCR-Nachtestung wegfallen könnte. Bund und Länder werden noch über dieses Thema beraten.

Updates bei Corona-Warn-App und Kritik

Die App kann übrigens noch viel mehr als nur die Ermittlung von Risiko-Kontakten. So wurde bereits ein Kontakttagebuch integriert, eine Check-In-Funktion, auch Impfausweise können in der App hinterlegt werden. Die App ist zudem in der Lage, die Nutzer schnell über eventuell anstehende Auffrischungsimpfungen zu informieren. Impf- oder Genesenenzertifikate werden zudem mit Testzertifikaten kombiniert angezeigt. So wird auch der Gesamtstatus angezeigt: also 2G, 2G-plus oder 3G. Das Update sorgte allerdings für Kritik*, da Geboosterte von der Corona-Warn-App ignoriert wurden. Der App-Entwickler hat bereits reagiert. Auf der Internetseite heißt es: „Das Projektteam arbeitet bereits daran, dass die App Zertifikate von Auffrischungsimpfungen entsprechend einbezieht.“

Es gibt allerdings auch noch Kritikpunkte bei der Corona-Warn-App. Weil die Meldung positiver Testergebnisse freiwillig ist, werden natürlich nicht alle positiven Laborergebnisse erfasst. Außerdem habe sich laut Apotheken Umschau auch gezeigt, dass die Abstandsmessung per Bluetooth fehleranfällig sein kann. Das kann Beispielweise passieren bei Unterschieden zwischen den Handymodellen. (svw) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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