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Ein kleiner Junge niest in ein Taschentuch.
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Auch die Kleinen kann es treffen: Wie die Grippesaison 2021/22 ausfallen wird, kann noch nicht vorausgesagt werden.

Drohende Grippewelle

Corona und Grippe: Berichte über Todesfälle - wie hoch ist das Risiko der Doppelinfektion?

  • Juliane Gutmann
    VonJuliane Gutmann
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Die Grippesaison startet meist im Januar. Wie schwer sie ausfallen wird, ist noch ungewiss. Besonders heftig wäre eine Infektion mit Corona- und Influenzaviren.

Die Grippesaison 2020/2021 fiel sozusagen aus. Das Robert Koch-Insitut (RKI) als biomedizinische Leitforschungseinrichtung der deutschen Bundesregierung schreibt in seinem Influenza-Monatsbericht vom September 2021: „In der Saison 2020/21 hat sich weder in Deutschland noch in den anderen europäischen Staaten eine auf Bevölkerungsebene messbare Grippewelle aufgebaut“. Im Wochenbericht Anfang Mai 2021 hieß es: „Die ARE-Aktivität lag seit dem harten Lockdown Ende 2020 bis Ende Februar 2021 auf einem vorher nie erreichten, niedrigen Niveau in den Wintermonaten“. ARE steht dabei für „Akute respiratorische Erkrankungen“, zu welchen unter anderem Rachen- und Lungenentzündungen zählen.

Mediziner führen die ausgebliebene Grippewelle unter anderem auf die strengen Corona-Regeln wie Ausgangsbeschränkungen, Maskenpflicht und andere Hygienebestimmungen zurück. Da diese Maßnahmen aufgrund einer hohen Impfquote in Deutschland gelockert wurden, sehen einige Experten die Gefahr einer schweren Grippewelle im Winter 2021/22. Im Merkur-Interview erklärt Professor Dr. Dr. Franz-Xaver Reichl von der Ludwig-Maximilians-Universität München die Hintergründe: „Da es viele Menschen gibt, die vor einem Jahr nicht mit den Grippeviren infiziert worden sind, durch Schutzmaßnahmen, besteht auch kein Immunschutz. Da die Maßnahmen wie Maske tragen, Abstand halten und so weiter etwas gelockert worden sind, könnte es durchaus sein, dass diese Menschen (...), die jetzt keinen Immunschutz haben, sogar eine stärkere Grippe bekommen“.

Tritt dieser Fall ein und gehen die Corona-Fallzahlen diesen Winter wieder in die Höhe, drohen gefährliche Doppelinfektionen. Ein britischer Experte warnt dem Spiegel zufolge sogar davor, dass eine gleichzeitige Infektion mit Corona- und Grippe-Erregern das Risiko zu sterben verdoppele.

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Wenige Todesfälle nach Corona- und Grippe-Infektion – doch Zahlen könnten steigen

Eine britische Studie hatte untersucht, wie häufig es zu einer Doppelinfektion mit Coronaviren und dem Influenavirus als Erreger der Grippe kommt. Die Forscher um Julia Stowe vom britischen National Infection Service legten ihrer Erhebung die Daten von 19.256 Personen zugrunde, die zwischen dem 20. Januar 2020 und dem 25. April 2020 sowohl auf Influenzaviren als auch auf SARS-CoV-2 getestet wurden. „Insgesamt hatten 58 Personen eine SARS-CoV-2- und eine Influenza-Koinfektion, 992 hatten ein positives Influenza-Ergebnis und waren negativ für SARS-CoV-2, 4.443 hatten ein positives SARS-CoV-2-Ergebnis und waren negativ für Influenza, und die restlichen 13.763 waren sowohl für SARS-CoV-2 als auch für Influenza in diesem Zeitraum negativ“, so die Studienergebnisse.

Insgesamt war es zu 2.699 Todesfällen gekommen, wobei nur 25 der Toten an Corona und Grippe gleichzeitig erkrankt waren. 1.419 (52,6 Prozent) hatten nur eine SARS-CoV-2-Infektion, 48 (1,8 Prozent) nur Influenza und 1.206 (44,7 Prozent) waren weder an Covid-19 noch an Grippe erkrankt. Die Fallzahl der Doppelinfektionen mit Todesfolge war zwar gering, doch je nach absoluten Infektionszahlen (Corona und Grippe) könnte diese Zahl theoretisch in der Wintersaison 2021/22 steigen.

Corona- und Grippeschutzimpfung gleichzeitig möglich

Es gibt zwar keine Arzneimittel, die gezielt gegen Grippe- und Coronaviren wirken. Wer sich vor einer Ansteckung schützen möchte, sollte sich in erster Linie von erkrankten Menschen fernhalten, die eigenen Abwehrkräfte durch ausgewogene Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft stärken sowie auf die richtige Händehygiene achten. Auch Impfungen bieten einen Schutz vor schweren Corona- und Grippeverläufen. Wie der Spiegel das RKI zitiert, kann eine Corona-Impfung zeitgleich mit der Grippe-Impfung erfolgen, weil es sich bei keinem der Mittel um Lebendimpfstoffe handelt (außer einem Nasenspray für Kinder). Wenn beide Spritzen gleichzeitig gegeben werden, könne es allerdings zu etwas stärkeren vorübergehenden Impfreaktionen* kommen, so der Spiegel weiter. (jg)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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