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Eine Frau führt am 04.01.2015 in Las Vegas, USA, auf der „Unveiled-Veranstaltung“ im Rahmen der CES (Consumer Electronics Show) das Hörgerät „binax“ der Firma Siemens vor.
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Eine Coronavirus-Infektion kann auch das Hörvermögen beeinträchtigen und im Extremfall sogar ein Hörgerät nötig machen.

Seltene Komplikation

Corona und Hörverlust: Coronaviren befallen Mittelohr – Patient kann plötzlich nichts mehr hören

  • Juliane Gutmann
    VonJuliane Gutmann
    schließen

Eine Coronavirus-Infektion hat mitunter gefährliche Lungen- oder Hirnschäden zur Folge. Auch andere Körperteile können immens Schaden nehmen, wie etwas das Mittelohr.

  • Britische Hals-Nasen-Ohren-Ärzte haben der Pharmazeutischen Zeitung (PZ) zufolge den ersten Fall eines plötzlichen und dauerhaften Hörverlusts infolge von Covid-19 beschrieben.
  • Ein 45 Jahre alter Mann mit Asthma sei aufgrund einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus behandelt worden und erlitt infolge der Krankheit einen plötzlichen Hörverlust.
  • Wichtig sei in einem solchen Fall vor allem folgende ärztliche Maßnahme, wie die Forscher eindringlich raten.

Ein internationales Forscherteam kam bereits im November 2020 in einer Veröffentlichung zu dem Ergebnis, dass Covid-19 die Entwicklung von Tinnitus triggern kann*. Auch ein aktueller Fallbericht, der von Wissenschaftlern des University College London veröffentlicht wurde, lässt den Schluss zu: Coronaviren können die Ohren schädigen. Im Fachjournal BMJ Case Reports hatten die britischen Forscher den Fall eines 45-jährigen Asthmatikers beschrieben, der infolge einer Covid-19-Erkrankung an plötzlichem Hörverlust litt. Bis auf seine Asthma-Erkrankung galt der 45-jährige als gesund und fit, wie es im Fallbericht beschrieben wird.

Der Patient musste aufgrund eines schweren Covid-Krankheitsverlaufs in einer Klinik behandelt werden, wo er wegen Atemnot auf die Intensivstation verlegt wurde. 30 Tage lang wurde er dort mechanisch beatmet. Die Therapie des Patienten umfasste auch die Gabe von Remdesivir, intravenösen Corticosteroiden und einer Bluttransfusion, wie die Pharmazeutische Zeitung (PZ) meldet. Sein Zustand besserte sich, jedoch entwickelte der Patient eine Woche nach Entlassung aus der Intensivstation einen Tinnitus im linken Ohr, gefolgt vom plötzlichen kompletten Hörverlust im selben Ohr.

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Kausaler Zusammenhang zwischen Corona-Infektion und Hörverlust

Nach einer Therapie mit Steroid-Tabletten und -Injektionen kam das Hörvermögen wieder zum Teil zurück, wie die PZ informiert. Doch auf der Suche nach der Ursache für den plötzlichen Hörverlust tappten die behandelnden Ärzte zunächst im Dunkeln: Weder eine Entzündung im Ohr konnte gefunden werden, noch andere mögliche Ursachen wie etwa rheumatoide Arthritis oder eine Influenza- oder HIV-Infektion, die plötzlichen Hörverlust zur Folge haben können. Daher vermuten die Ärzte einen kausalen Zusammenhang zwischen einer Sars-CoV-2-Infektion und plötzlichem Hörverlust. Dafür spreche, dass Coronaviren die Epithelzellen im Mittelohr befallen könnten. „SARS-CoV-2 erzeugt auch eine Entzündungsreaktion und Zunahme der Stoffe, die mit Hörverlust in Verbindung gebracht wurden“, heißt es im BMJ-Fallbericht.

Berichte über Hörverlust infolge von Covid-19 sind zwar selten, allerdings raten die britischen Forscher Medizinern dazu, ihre Patienten in Hinblick auf eventuellen Hörverlust zu beobachten. Dies sei vor allem deshalb enorm wichtig, weil eine schnell einsetzende Therapie mit Corticosteroiden den Hörverlust rückgängig machen könne, wie es im Fallbericht heißt. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Mehr Quellen: https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpubh.2020.592878/full

Umfrage zum Thema Corona-Impfung

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So schützen Sie Ihr Ohr: Die wichtigsten Tipps

Das Ohr ist ein Sinnesorgan. Zu viel Lärm, eine Beschallung ab 85 Dezibel, kann zu einem Hörschäden führen. Schützen Sie Ihr Gehör. Bei Konzerten (etwa 100 dB) können Ohrstöpsel und ein ausreichender Abstand zur Geräuschquelle Gehörschäden vermeiden.
Das Ohr ist ein Sinnesorgan. Zu viel Lärm, eine Beschallung ab 85 Dezibel, kann zu einem Hörschäden führen. Schützen Sie Ihr Gehör. Bei Konzerten (etwa 100 dB) können Ohrstöpsel und ein ausreichender Abstand zur Geräuschquelle Gehörschäden vermeiden. © dpa
Beim Musikhören über Kopfhörer die 60/60 Regel beachten: täglich nicht länger als 60 Minuten Musik über Kopfhörer hören und dabei nicht über 60 Prozent des Maximalvolumens des Gerätes aufdrehen.
Beim Musikhören über Kopfhörer die 60/60 Regel beachten: täglich nicht länger als 60 Minuten Musik über Kopfhörer hören und dabei nicht über 60 Prozent des Maximalvolumens des Gerätes aufdrehen. © dpa
Zur Regeneration bewusst akustische Pausen einlegen und alle Lärmquellen (Radio, Fernsehen etc.) abschalten. Dies gilt vor allem nach Diskobesuchen, der Arbeit in einem lauten Umfeld etc. – hier sollte man den Ohren mindestens 10 Stunden Ruhe gönnen.
Zur Regeneration bewusst akustische Pausen einlegen und alle Lärmquellen (Radio, Fernsehen etc.) abschalten. Dies gilt vor allem nach Diskobesuchen, der Arbeit in einem lauten Umfeld etc. – hier sollte man den Ohren mindestens 10 Stunden Ruhe gönnen. © dpa
Gehör regelmäßig durch einen Hörgeräteakustiker oder spezialisierten Arzt überprüfen lassen. © dpa
Falls es doch passiert und Symptome wie ein Druckgefühl im Ohr, ein dumpfer Höreindruck oder anhaltende Ohrgeräusche auftreten, sollten man dem Gehör dringend Ruhe gönnen, viel Flüssigkeit zu sich nehmen und schnellstmöglich einen HNO-Arzt aufsuchen. © dpa
Bereits eine dauerhafte Lärmeinwirkung über 85 dB kann zu einem irreparablen Hörverlust führen. Das entspricht etwa einem elektrischen Rasenmäher. © dpa
Bei einem Lärmpegel von etwa 100 dB – wie sie bei Konzerten oder bei maximal aufgedrehtem MP3-Player erreicht werden – riskiert man schon bei 20 Minuten Beschallung pro Tag eine spätere Hörminderung. © dpa

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