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Corona-Impfung mit Biontech: Wie lange bleibt der Schutz nach dem Booster bestehen

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Wenige Monate nach der Booster-Impfung mit Biontech-Pfizer lässt der Schutz gegen die Omikron-Variante des Corona-Virus nach. Das zeigt eine neue Studie.

Pasadena – Wer die dritte Corona-Impfung mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin bekommen hat, ist zunächst gut gegen schwere Verläufe bei einer Infektion mit der Omikron-Variante geschützt. Eine neue Studie zur Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes gegen Klinikeinweisungen und Besuche in der Notaufnahme bei Omikron zeigt jetzt aber, dass sich der Schutz schon nach einigen Monaten verschlechtert. Die Studie wurde vom Fachforum „The Lancet Respiratory Medicine“ veröffentlicht.

Untersucht wurden 11.123 Menschen, die mit der Diagnose einer akuten Atemwegsinfektion in ein Krankenhaus oder in die Notaufnahme kamen und per PCR-Test auf das Sars-Cov-2-Virus getestet wurden – ohne anschließende Einweisung ins Krankenhaus. Im Untersuchungszeitraum von Dezember 2021 bis Februar 2022 waren die Delta- und die Omikron-Variante im Umlauf.

Der Schutz der dritten Corona-Impfung gegen Delta und Omikron lässt nach. Ist eine vierte Impfung notwendig?
Der Schutz der dritten Corona-Impfung gegen Delta und Omikron lässt nach. Ist eine vierte Impfung notwendig? © Moritz Frankenberg/dpa

Corona-Studie: Wann der Schutz der dritten Impfung nachlässt – nach drei Monaten sinkt die Wirksamkeit

„Covid-19-Auffrischimpfungen mit Pfizer/Biontech verbessern den Schutz gegen Omikron signifikant, obwohl dieser Schutz nach drei Monaten gegen Besuche in der Notaufnahme und sogar gegen Krankenhausaufenthalte nachzulassen scheint“, sagt die Hauptautorin zu den Ergebnissen der Studie, die Epidemiologin Sara Y. Tartof vom Gesundheitskonsortium Kaiser Permanente, laut einer Pressemitteilung. Eine gewisse Wirksamkeit blieb jedoch auch nach den drei Monaten noch erhalten. Auch in Deutschland haben sich viele schon dreimal gegen Corona impfen lassen, 63,7 Millionen Menschen sind mindestens einmal gegen das Corona-Virus geimpft:

So betrug die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes von Biontech-Pfizer laut der Ergebnisse der Studie nach drei Dosen gegen Krankenhauseinweisungen wegen Omikron 85 Prozent – in einem Zeitraum von weniger als drei Monaten nach der Booster-Impfung. Nach dieser Zeit fiel die Wirksamkeit aber auf 55 Prozent nach drei Monaten oder länger. Bei einer Aufnahme in die Notaufnahme betrug der Schutz nach der dritten Impfung gegen die Omikron-Variante 77 Prozent. Nach drei Monaten oder länger fiel die Wirksamkeit auf 53 Prozent.

Eine neue Studie gibt Auskunft darüber, wie lange der Schutz einer dritten Corona-Impfung von Biontech-Pfizer gegen Omikron und Delta besteht.
Eine neue Studie gibt Auskunft darüber, wie lange der Schutz einer dritten Corona-Impfung von Biontech-Pfizer gegen Omikron und Delta besteht. © Friso Gentsch/dpa

Bei der Delta-Variante ergab die Studie folgendes: Bei Delta war die Abnahme der Wirksamkeit der dritten Impfung gegen Sars-CoV-2 generell ähnlich. Die Wirksamkeit wurde bei der Delta-Variante aber höher eingeschätzt, als bei Omikron: Die Wirkung des Biontech-Pfizer-Impfstoffes gegen Omikron war durchschnittlich nach drei Dosen viel höher als nach zwei Dosen.

Corona-Studie: Schutz der dritten Impfung vor Delta und Omikron lässt nach

In Deutschland sind die meisten Corona-Infektionen derzeit auf die Omikron-Variante zurückzuführen. Die Fallzahlen sind weiterhin hoch. Die Inzidenz beträgt laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) derzeit 790,8 (Stand: 25. April). Bei vielen Menschen liegt die Booster-Impfung schon eine Weile zurück. Ob deshalb eine vierte Impfung sinnvoll ist, wurde in einer Corona-Studie aus Israel untersucht. Eine vierte Impfung mit einem mRNA-Impfstoff empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) derzeit vor allem Menschen, die besonders gefährdet sind:

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erachtet eine vierte Corona-Impfung für Menschen über 60 Jahren als sinnvoll. Er verweist auf Studien aus Israel. Sie hätten gezeigt, dass durch eine weitere Auffrischungsimpfung das Risiko, an Corona zu sterben, sich bei Menschen ab dem 60. Lebensjahr um 80 Prozent reduzieren würde. Für eine entsprechende Impfempfehlung hatte sich Karl Lauterbach Anfang April bei einem Treffen in Brüssel eingesetzt. (Natascha Terjung)

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