Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auch wer sich fit fühlt, kann Covid-19 haben. Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass viele Patienten keine Symptome zeigen.
+
Auch wer sich fit fühlt, kann Covid-19 haben. Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass viele Patienten keine Symptome zeigen.

Krank ohne Fieber, Husten, etc.

Über 80 Prozent der Corona-Patienten zeigen keine Symptome: Eine neue Studie stellt diese unglaubliche These auf

Eine Corona-Infektion muss nicht mit Beschwerden einhergehen. Eine neue Studie will belegen, dass nur ein Bruchteil der Infizierten Symptome zeigen.

Dringen Coronaviren über Mund oder Nase in den Körper ein, muss es zwangsläufig zur Erkrankung kommen: Davon gehen viele aus. Doch nicht immer führt Covid-19 zu typischen Symptomen wie Husten, Geruchs- und Geschmacksverlust* oder in schweren Fällen zu Luftnot oder Thrombosen. Es gibt auch Patienten, die nichts von ihrer Erkrankung mitbekommen – und davon sogar ziemlich viele, mag man einer US-amerikanischen Studie Glauben schenken. Die Wissenschaftler Rahul Subramanian, Qixin He und Mercedes Pascual von der University of Chicago kamen zu dem Schluss, dass nur etwa 13 bis 18 Prozent der Covid-19-Patienten überhaupt Symptome zeigen.

Für ihre Studie hatten die drei Wissenschaftler verschiedene Faktoren in eine Modellrechnung einfließen lassen: Darunter Antikörpertests, die in New York City von März bis April 2020 durchgeführt wurden, die im Zeitraum März bis Juni gemeldeten Covid-19-Fälle und die Veränderungen der Testkapazitäten innerhalb dieser Zeit. Nach Auswertung und Hochrechnung der Daten kamen die Forscher zu dem Schluss, dass nur 13 bis 18 Prozent der Corona-Patienten unter Symptomen wie Fieber und Husten litten. Wie der Business Insider weiter berichtete, hätten entsprechend nur einer von fünf oder einer von sieben Erkrankten überhaupt Symptome. Im Business-Insider-Interview sagte Studienautor Rahul Subramanian: „Es gibt eine Vielzahl von Menschen mit asymptomatischen Krankheitsverläufen — viel mehr als in vielen Studien angenommen wird“.

Lesen Sie auch: Corona, Erkältung oder Grippe? So unterscheiden sich die Covid19-Symptome*

Corona-Infizierter könnte bis zu vier Mitmenschen anstecken – und für bis zu 50 Prozent der Virusübertragungen verantwortlich sein

Wie viele Corona-Infektionen symptomfrei verlaufen, ist zwar nicht abschließend geklärt. Doch viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich um eine hohe Zahl handeln könnte. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde „Centers for Disease Control and Prevention“ schätzt dem Business Insider zufolge beispielsweise, dass etwa 40 Prozent der Covid-19-Erkrankungen symptomfrei verlaufen. Die Zahl der asymptomatischen Krankheitsverläufe habe enormen Einfluss auf die Ausbreitung der Pandemie, so die Studienautoren aus Chicago. In ihrer Veröffentlichung schreiben sie: „Mit Hilfe eines epidemiologischen Modells, das die Testkapazität miteinbezieht, zeigen wir, dass viele Infektionen asymptomatisch sind, aber insgesamt wesentlich zur Übertragung in der Gemeinschaft beitragen. Ihre individuelle Übertragbarkeit bleibt ungewiss. Wenn sie genauso gut übertragen wie symptomatische Infektionen, kann sich die Pandemie schneller ausbreiten*, als in aktuellen Modellen oft angenommen wird. Wenn dies nicht der Fall ist, dann erzeugt jeder symptomatische Fall im Durchschnitt eine höhere Anzahl von Sekundärinfektionen als typischerweise angenommen“.

Die Modellrechnung erlaubte den US-Forschern auch, Schätzungen bezüglich der Verbreitung von Covid-19 anzustellen. Laut Subramanian sei ein mögliches Szenario, dass ein asymptomatische Patient drei bis vier andere Menschen anstecken könnte. Das Modell zeigt außerdem die Möglichkeit auf, dass symptomatische Patienten einen Reproduktionswert von vier bis acht haben könnten. Subramanian errechnete auch ein Szenario, in dem nicht-symptomatische Infektionen für mindestens 50 Prozent der Virusübertragungen verantwortlich sind, so der Business Insider. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Zur Studie

Weiterlesen: Diese Art zu Sprechen erhöht das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus*

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare